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Außergewöhnliche Dienstfahrt

Weil es dieses Jahr keine Weihnachtsfeier für die Priestewitzer Jugendfeuerwehr geben kann, hatten einige Kameraden eine besondere Idee.

Weihnachtsmann und -engel machten sich am Sonntag vom Feuerwehrhaus in Böhla-Bahnhof auf zu einer ganz besonderen Dienstfahrt.
Weihnachtsmann und -engel machten sich am Sonntag vom Feuerwehrhaus in Böhla-Bahnhof auf zu einer ganz besonderen Dienstfahrt. © Kristin Richter

Priestewitz. Gegen 16 Uhr ist es am Sonntag vor Weihnachten am Feuerwehrgerätehaus in Böhla-Bahnhof noch hell. "Da sieht man noch gar nicht, wie wir das Auto beleuchtet haben", sagt Andre Scoupy, einer der Initiatoren einer "außergewöhnlichen Dienstfahrt". Den Mund-Nasen-Schutz haben er und seine Mitstreiter vorschriftsmäßig angelegt. Doch bevor das Auto aus der Garage und vom Hof rollt, wird nochmal alles überprüft. Hier ein Schalter umgelegt, Andre Scoupy steigt nach oben und wirft ein Notstromaggregat an. Es funktioniert. Das Fahrzeug ist hell erleuchtet, mit Weihnachts-Lichterketten und anderen Utensilien ausgestattet. Die Stromversorgung war die Idee eines Kameraden, der sie vom Radeburger Faschingsumzug mitgebracht hat. Und selbst an eine rote Nase an der Front des Autos ist gedacht.

Die Mission heißt an diesem Sonntag nicht "Brandeinsatz", sondern Imagepflege. Das Ziel: sämtliche Ortsteile der Großgemeinde Priestewitz. Und dort ganz speziell die Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Für die rund 20 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen sieben und 17 Jahren wird normalerweise jedes Jahr eine Weihnachtsfeier organisiert. Doch Corona lässt das 2020 nicht zu - und so haben die Kameraden eben zu einer besonders kreativen Idee gegriffen. Die Besatzung des Fahrzeugs ist daher ebenso ungewöhnlich: Neben Fahrer und Beifahrer sind Weihnachtsmann und -engel an Bord. Ausgerüstet mit kleinen Beuteln für die jungen Nachwuchsfeuerwehrleute. Der Beutelinhalt ist überwiegend von Sponsoren gefüllt worden.

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Auf den Ortsverbindungsstraßen ist an diesem Nachmittag kaum Betrieb. Ein paar Spaziergänger treten artig zur Seite und winken. In den Dörfern selbst sorgt die "Dienstfahrt" hingegen für allerlei Aufsehen - und Freude. "Schön, dass Ihr das macht", freut sich ein Paar in Kmehlen und zückt das Handy. Der "gute Alte" steigt kurz aus. Phillipp, eines der älteren Mitglieder der Jugendfeuerwehr, kennt den Brauch: Geschenk gibt's erst nach Lied oder Gedicht. "Lieber guter Weihnachtsmann" sagt er dann mit respektvollem und Corona-Abstand zu den Umstehenden auf. Der Beutel mit Süßigkeiten und Obst wechselt den Besitzer. Mit einem kleinen Hinweis von "Knecht Ruprecht": "Und auch nächstes Jahr immer schön zum Dienst kommen".

Es sind nur wenige Minuten, die die Weihnachts-Delegation jeweils Zeit hat. Die Wege zwischen den Priestewitzer Ortsteilen sind lang. In den Dörfern melden sich die Initiatoren mit Blaulicht und Martinshorn, aber auch Weihnachtsmusik aus der Konserve zu Wort. Irgendwann rollt das Auto wieder in die Garage in Böhla-Bahnhof. Da ist es inzwischen stockduster - aber ein Nachmittag mit hellen Herzen ist vollbracht.

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