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Kein Coronastress bei Großenhainer Kulturnacht

Ein durchdachtes Hygiene-Gesamtkonzept sorgte dafür, dass die Veranstaltungen an neun Spielorten reibungslos über die Bühne gingen.

Die Dresdner Kabarettistin Kathy Leen und ihr Pianist Holger Miersch begeisterten mit ihrem Programm im "Hexenstübchen".
Die Dresdner Kabarettistin Kathy Leen und ihr Pianist Holger Miersch begeisterten mit ihrem Programm im "Hexenstübchen". © Kristin Richter

Großenhain. Man merkte es sowohl den Künstlern als auch den Besuchern an: Nach der langen covidbedingten Durststrecke waren alle froh, Kultur wieder live in der Gemeinschaft zu performen und zu erleben. Da machte es auch nichts, dass die meisten Veranstaltungen auf eine halbe Stunde begrenzt waren und viermal wiederholt wurden. Zwischendurch – so sahen es die Hygienekonzepte vor – wurden die Spielstätten gelüftet und wieder hergerichtet. Wer sein Einlassbändchen bereits bei der Kulturnacht-Eröffnung in der Marienkirche erworben hatten, durchlief hier die 3-G-Kontrolle und musste an den anderen acht Veranstaltungsorten nur noch die Nummer auf dem Bändchen vorzeigen. Davon machten schon mal mehr als 100 Besucher Gebrauch. Sie erlebten einen entspannten, abwechslungsreichen Auftritt der Riesa-Großenhainer Crazy Ties. Mit großer Spielfreude brachten die „Verrückten Schlipse“ um Bigband-Leader Winfried Jupt Jazz- und Soultitel, wie „Respect“ und „Route 66“, zu Gehör. Das war die richtige Einstimmung, um sich „beswingt“ auf den Weg zu den anderen acht Spielstätten zu machen.

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Im Hexenstübchen am Rahmenplatz hatten sich die Dresdner Kabarettistin Kathy Leen und ihr Pianist Holger Miersch angesagt. Ihr satirisches Liederprogramm "Odole mio" widmete sich dem sächsischen Erfindergeist. Nach dem Motto „Gusche breedziehn und langsam nausloofen lassen“ besang die Humoristin die liebesfördernde Wirkung von „Ouudouul“ und Eierschecke. Mit ihren Oden an den „Homo saxus“, der sich so nutzbringende Dinge wie Vollmilchschokolade, Zahnpasta, Kaffeefilter und den BH ausdachte, brachte sie die Lacher auf ihre Seite. Im Museum hatte sich vor allem älteres Publikum eingefunden, das mit dem Namen Hansgeorg Stengel noch etwas anzufangen wusste. Der 2003 verstorbene Journalist und Kabarettist hatte seine große Zeit in der DDR, wo er mit scharfem Wortwitz gegen Stilblüten und Sprachschludereien zu Felde zog. Leute, die keinen Unterschied zwischen „gewiegt“ und „gewogen“ oder „geschleift“ und „geschliffen“ machen, konnten hier noch etwas lernen. Die Großenhainer Lehrerin Andrea Kreisz bot ein „Best of Stengel“-Programm und garnierte es mit witzigen Liedern zur Gitarre. „Alles nur geklaut“ von den Prinzen, Nina Hagens „Farbfilm“ und „Zehn kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen korrespondierten gut mit dem trockenen Stengelschen Humor. Natürlich durfte das bekannteste Epigramm des Kultautors nicht fehlen: „Will ein Hund dich an der Kehle fassen, musst du ihn Kartoffeln schälen lassen, denn du weißt doch wie der Volksmund spricht: Hunde die pellen, beißen nicht.“

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Theater, Musik und mehr wird am 18. September an neun Großenhainer Spielstätten geboten. Los geht's um 18 Uhr in der Marienkirche.

Bedingt durch die Lüftungspausen blieb den Besuchern genügend Zeit, bis zum Veranstaltungsbeginn zur nächsten Spielstätte zu laufen oder mit dem Shuttlebus zu fahren. Neben der Marienkirche, dem Hexenstübchen und dem Museum gab es Kultur im Kino, in der Orangerie, der Bücherei, in der Begegnungsstätte der Senioren, und dem etwas weiter entfernten Kulturschloss sowie dem Alberttreff zu erleben.

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