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Knapp 30 Millionen Euro für die Ortsteile

Großenhain analysiert seine Bevölkerungsstatistik. Langfristige Strategien sollen Perspektiven für das Verbleiben in der Region schaffen.

Breitbandausbau in den Großenhainer Ortsteilen, hier Folbern: Das Rathaus sieht im schnellen Internet eine riesengroße Chance, die Dörfer besser einzubeziehen.
Breitbandausbau in den Großenhainer Ortsteilen, hier Folbern: Das Rathaus sieht im schnellen Internet eine riesengroße Chance, die Dörfer besser einzubeziehen. © Kristin Richter

Großenhain. Im vergangenen Jahr hat man im Rathaus mal gerechnet: Über 21 Millionen Euro sind in die eingemeindeten Ortsteile in den Jahren 2010 bis 2020 geflossen, addiert man alle Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen. Rechnet man dann noch die Ausgaben für den Breitbandausbau hinzu, so stieg die Summe sogar auf knapp 30 Millionen Euro.

Diese Zahlen gehören zur Analyse der jüngsten Bevölkerungsstatistik für Großenhain. Den Zahlen zufolge verzeichnete die Stadt im Jahr 2020 mehr Zuzüge als Wegzüge und konnte 843 Neubürger begrüßen. 773 Bürger meldeten dagegen ihren Wohnort in Großenhain ab. Zum Stichtag 31. Dezember lebten 18.672 Frauen, Männer und Kinder in Großenhain, 81 weniger als ein Jahr zuvor. Der Grund: Die Zahl der 131 Geburten konnte die der Sterbefälle (282) nicht ausgleichen.

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Doch längst geht die Analyse tiefer. Zum Beispiel die, woher sowohl Zuzügler als auch "Abtrünnige" stammen. Das Resultat: 2020 stammten die meisten Zuzügler aus dem Landkreis Meißen, aus anderen Bundesländern oder dem Ausland. "Hierbei handelt es sich vorwiegend um ausländische Arbeitskräfte (bspw. Saisonarbeiter), die nur eine begrenzte Zeit in Großenhain leben", so Rathaussprecherin Diana Schulze. Wegzüge wurden in eben diese Regionen verzeichnet.

Und doch wird fleißig "geforscht". Etwaige Handlungsbedarfe und mögliche Ansatzpunkte würden immer mit dem zuständigen Ortschaftsrat abgestimmt, da dieser die Entwicklungen vor Ort am besten beurteilen kann, erklärt die Stadtsprecherin. "Warum in einem Ort mal mehr oder weniger Einwohner leben, ist nicht immer sofort zu erklären", sagt sie. Demografische Faktoren, aber auch die Veränderung persönlicher Lebensumstände, spielen nach ihrem Dafürhalten hierbei eine Rolle.

Natürlich wolle man gemeinsam mit dem Stadtrat und den Ortschaftsräten die Ortsteile noch attraktiver gestalten bzw. ihre Attraktivität erhalten. Bestes Beispiel dafür sei der Breitbandausbau. Investitionen in Infrastruktur, Kindereinrichtungen, Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen zählen ebenfalls dazu. "Die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen im Pendlerumkreis sind wichtig, um jungen Menschen eine Bleibeperspektive in der Region zu bieten", so Diana Schulze. Ein reges Dorfleben und ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl könnten dazu beitragen, Wegzüge zu verhindern. Viele Ortschaftsräte und Ehrenämtler hätten dies schon frühzeitig erkannt und seien hier aktiv. "Dem demografischen Wandel können wir nicht nur allein und mit einer Maßnahme oder einer Idee begegnen, sondern nur mit langfristigen Strategien und vor allem in der Zusammenarbeit", glaubt die Rathaussprecherin.

Im Rahmen der Haushaltsplanung 2022/23 würden auch Anregungen aus dem Leitbild "Großenhain 2030" aufgenommen, diese mit den Ortschaftsräten abgestimmt. "Wenn der Aufwand und Nutzen überzeugen, wird gern etwas vorgezogen, wenn dafür Fördermittel akquiriert werden können", so Diana Schulze. Die Prioritätenliste für die Haushaltsplanung werde mit den Ortschafträten diskutiert. Die großen städtischen Projekte für dieses und nächstes Jahr seien der Breitbandausbau, der Neubau der Kita Chladeniusstraße sowie die digitale Infrastruktur in den Schulen.

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