merken
PLUS Großenhain

"Ich bin doch nur ein ganz kleines Licht"

Andreas Kotte sorgt in Großenhainer Sportstätten für das Wohl und Wehe. Am Mittwoch wird er 60. Warum es so oder so keine große Feier gibt.

Anlässlich "90 Jahre Handball in Großenhain" wurde Hallenwart Andreas Kotte im August 2019 ausgezeichnet. Diese Woche feiert er 60. Geburtstag.
Anlässlich "90 Jahre Handball in Großenhain" wurde Hallenwart Andreas Kotte im August 2019 ausgezeichnet. Diese Woche feiert er 60. Geburtstag. © Kristin Richter

Großenhain. Etwas größer gefeiert wird "vielleicht im Sommer", sagt Andreas Kotte. Seinen 60. Geburtstag wird er - ganz Corona-getreu - mit seiner Frau begehen. Das wäre auch ohne die Pandemie so gewesen, denn normalerweise war für das kommende Wochenende die Futsal-Landesmeisterschaft in der Großenhainer Rödertalhalle über die Bühne gegangen. Dort wie auch in der Turnhalle "Am Schacht" sowie im Stadion des Sportviertels Husarenpark ist er als Gebäudedienstleister für das Wohl und Wehe der Nutzer zuständig. Auch das Sportcasino in der Rödertalhalle liegt in seiner Obhut.

Doch momentan "ist alles ein bisschen ruhiger", sagt der Jubilar. Bis auf sporadischen Sportunterricht dürfen die beiden Hallen und auch der Kunstrasenplatz nicht genutzt werden. Doch die Füße legt Andreas Kotte dennoch nicht hoch, auch wenn er gesteht, "dass der Alltag natürlich fehlt". In der nutzungsfreien Zeit seien einige Reparatur- und Wartungsarbeiten in den Sportstätten erfolgt. Nach dem Jahreswechsel gab es in der Rödertalhalle ein paar Probleme mit der Heizung - sie sind behoben. Kommende Woche wird die Halle kurzzeitig zum Test-Zentrum für die Abschlussklassen der Schulen, die ja als Erste wieder Unterricht haben sollen.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Seit 2004 kümmert sich Andreas Kotte um die Bewirtschaftung der Sporthalle am Schacht, vier Jahre länger schon um die Belange der Rödertalhalle. Unter den Sportlern, beispielsweise beim Handballclub Großenhain, gilt er als guter Geist im Hintergrund, der maßgeblich dazu beitrage, dass Training und Wettkämpfe reibungslos ablaufen könnten. Besonders an den Wochenenden sei der Großenhainer immer zur Stelle, wenn man ihn brauche. Ohne Blick auf die Uhr, bis in die Nacht hinein, wenn es sein müsse. "Andreas Kotte ist die treue Seele unserer städtischen Sportanlagen, selbst Sportler und damit immer ein verständnisvoller Ansprechpartner für alle Nutzer - Vereine wie Schulen", sagt Tilo Hönicke, Bürgermeister und Handball-Urgestein.

Den Großenhainern ist Kotte zwar eher als Fußballer bekannt. "Aber bis 18 habe ich Handball gespielt", erzählt der Hallenwart. Die Sportart hatte damals in Großenhain einen großen Stellenwert, "gehörte ja auch zum Schulsport", so Kotte. Gern erinnert er sich an damalige Turniere von Schulmannschaften. "Pesta gegen Goethe - das waren heiße Kämpfe." Leider habe Ende der 1970er-Jahre die Entwicklung des Handballs in der Stadt ein wenig stagniert. "Und da sind eben viele zum Fußball gewechselt." Doch sein Herz für die Handballer der Röderstadt hat er nicht verloren - und als 2019 das 90-jährige Jubiläum dieser Sportart gefeiert wurde, gab es vom HCG eine Ehrenmedaille.

Andreas Kotte bleibt bescheiden. "Ich bin doch nur ein ganz kleines Licht", sagte er schon damals und sagt es auch jetzt wieder angesichts des "Rummels" um seinen runden Geburtstag. Natürlich hofft er, dass es bald wieder los geht mit dem Sport. Doch vor allem für die Vereine sei wohl noch eine längere Zwangspause abzusehen.

Übrigens: Gänzlich neu ist die Situation für Andreas Kotte nicht. Schon zu seinem 50. Geburtstag war die Rödertalhalle geschlossen. Damals war es der Tornado vom Mai 2010, der der Sportstätte enorm zugesetzt hatte. Doch die Pause war irgendwann vorbei ...

Mehr zum Thema Großenhain