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Der Vater der K&K-Bahn

Wolfgang Krause sorgte mit seiner Erfindung seit 1990 für Aufsehen in der Stadt. Jetzt erhält er dafür die Kleine Preuskermedaille.

Am Mittwoch wurde Wolfgang Krause (re.) von Oberbürgermeister Sven Mißbach mit der Kleinen Preuskermedaille geehrt.
Am Mittwoch wurde Wolfgang Krause (re.) von Oberbürgermeister Sven Mißbach mit der Kleinen Preuskermedaille geehrt. © Stadt Großenhain

Großenhain. So mancher regte in den letzten Jahren schon mal scherzhaft an, die Großenhainer K&K-Bahn zu einer Art Weltkulturerbe zu berufen. Jetzt hat sich zumindest ihr Erfinder die verdiente Ehrung abholen dürfen: Wolfgang Krause erhielt aus den Händen von Oberbürgermeister Sven Mißbach im Rahmen der Stadtratssitzung am Mittwoch die Kleine Preuskermedaille, verbunden mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Großenhain.

Wie es sich für einen "Bahner" gehört, setzte sich der 76-Jährige vor seiner Ehrung jene Mütze auf den Kopf, die ihn seit 1990 bei kleinen wie auch großen Fans als "Lokführer" berühmt gemacht hat. In jenem Jahr, beim ersten Stadtfest nach der Wende, stellte er seine K&K-Bahn unter großem Hallo der Öffentlichkeit vor, drehte mit ihr die ersten Runden in der Stadt. Seitdem konnte er nicht mehr loslassen, baute in den fast 30 Jahren danach einen wahren Fuhrpark an originellen Bahnen. "K&K" stand in den Anfangsjahren für Wolfgang Krause und seinen Kollegen Stefan Kunath.

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Kein Großenhainer Highlight verging ohne die Kleinbahn und ihre "Geschwister". Ob Landesgartenschau, 800-Jahr-Feier, Tag der Sachsen, Stadt- und Weihnachtsmärkte - immer war Wolfgang Krause dabei. Darüber hinaus waren seine Dienste auch bei Kindereinrichtungen, Seniorenfeiern oder zum Beispiel Klassentreffen sehr gefragt. Hier, so Oberbürgermeister Sven Mißbach, habe sich Krause zunehmend als Stadtführer erwiesen, der nicht nur Fach- und Sachwissen vermittelte, sondern auch viele Anekdoten zu erzählen wusste. Zudem sei er ein "begabter Konstrukteur", der für das Ehrenamt unzählige Stunden eingesetzt hat, so OB Mißbach. "Sie haben die Kleine Preuskermedaille verdient", macht der Rathauschef aus seiner Hochachtung kein Geheimnis.

Wolfgang Krause selbst nahm die Ehrung mit großer Bescheidenheit in Empfang. Auf diese Art im öffentlichen Licht zu stehen, ist sein Ding eigentlich nicht. Vor reichlich fünf Jahren hatte er seinen Rückzug vom K&K-Geschäft für 2020 angekündigt - aus Alters- und gesundheitlichen Gründen. Seine letzte Fahrt vor der gewerblichen Abmeldung als "Mietwagen im Ausflugsverkehr" absolvierte er vor genau einem Jahr. Gemeinsam mit Stefan Kunath und weiteren Weggefährten wurde in Erinnerungen gekramt, aber auch in die Zukunft gedacht. Denn einen echten Nachfolger hat Wolfgang Krause leider nicht finden können. Einige seiner Bahnen wurden verkauft, die sogenannte Mückenbahn und auch die Straßenbahn werden zum Glück weiterhin genutzt. Denn wie viele andere Großenhainer empfand es Namensvetter Thomas Krause von der Schützenhaus-Eventgroup als jammerschade, wenn es nicht irgendwie weitergegangen wäre.

Und so ganz kann Wolfgang Krause ja sowieso nicht von seinem Hobby lassen. Hinter vorgehaltener Hand wird erzählt, dass er nach wie vor kleine Reparaturen an seinen Schmuckstücken selbst vornimmt. Nicht nur deshalb ist auch Thomas Krause überzeugt, dass die Kleine Preuskermedaille vollkommen berechtigt ist. "Großenhain muss ihm dankbar sein", sagt er.


Der damals 70-jährige Wolfgang Krause in seiner kleinsten Bahn, der Kinder-Bahn. Mit ihr und seinen anderen Gefährten sorgte er für viele unterhaltsame Momente in Großenhain und Umgebung.
Der damals 70-jährige Wolfgang Krause in seiner kleinsten Bahn, der Kinder-Bahn. Mit ihr und seinen anderen Gefährten sorgte er für viele unterhaltsame Momente in Großenhain und Umgebung. © Archiv/Brühl

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