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Kraußnitzer Park soll Blühparadies werden

Der Heimatverein hat 1.000 Euro gewonnen – er will eine insektenfreundliche Bepflanzung finanzieren.

Blühparadies und Bienenlehrpfad: Sebastian Wünsch vom Kraußnitzer Heimatverein mit den Plänen zur Park-Umgestaltung.
Blühparadies und Bienenlehrpfad: Sebastian Wünsch vom Kraußnitzer Heimatverein mit den Plänen zur Park-Umgestaltung. © Manfred Müller

Kraußnitz. Hinter dem Herrenhaus im Dörfchen Kraußnitz soll es vom Frühjahr bis zum Herbst summen und brummen. Blühende Bäume und Sträucher, die jede Menge Insekten anlocken. „Dann könnte man hier zwei Bienenstöcke aufstellen, die durch Kraußnitzer Jung-Imker betreut werden“, erklärt Sebastian Wünsch vom Heimatverein.

Der 42-Jährige betätigt sich selbst als Hobby-Imker und weiß ziemlich genau, welche Blüten die kleinen Honigproduzenten bevorzugen. „Es gibt hier schon etliche Gehölze, die für Insekten attraktiv sind“, sagt Wünsch. „Der Bestand an Salweiden, Sommerlinden und Robinien könnte ergänzt werden mit Esskastanie, Traubenkirsche und Bienenbaum.“ Dazu vielleicht noch ein paar Sträucher, wie Sommerflieder und Kornelkirsche. Und einzelne eingefasste Staudenbeete mit Silphien, Bartblumen und Mahonien.

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Sebastian Wünsch ist von Beruf Gärtnermeister und kann den Finanzbedarf für die Bepflanzung gut abschätzen. Etwa 15.000 Euro würde es kosten, den Kraußnitzer Park in ein Blühparadies zu verwandeln. Zum Projekt gehört auch ein Bienen- und Insektenlehrpfad. Auf Schautafeln sollen dort die Blühzeitpunkte und die Nektarwertigkeit der einzelnen Bäume dargestellt werden. Die ersten Pflanzungen werden im Herbst dieses Jahres erfolgen.

Eine Anschubfinanzierung ist bereits vorhanden. Der Heimatverein hatte die insektenfreundliche Parkbepflanzung beim Ideenwettbewerb „Landschaftspflege“ des Vereins „Dresdner Heidebogen“ eingereicht. Die Fördergemeinschaft prämierte das Vorhaben mit 1.000 Euro. Den Rest wollen die Kraußnitzer mit Spenden von Privatleuten und Firmen zusammenbekommen. Und natürlich mit Unterstützung der Gemeinde, der der Park gehört. Die Kommune hat ohnehin etliche sturmgeschädigte Bäume entfernen müssen und ist auch angehalten, die Erlengebüsche in den feuchteren Parkabschnitten im Zaum zu halten. Platz für neue Bäume ist also genug vorhanden. Die Pflanzungen selbst könnten dann in einer Gemeinschaftsaktion der Dorfbewohner erfolgen.

„Wir Kraußnitzer haben da schon einige Erfahrung“, erklärt Sebastian Wünsch. Im Jahr 2015 hatten sich die Einwohner zusammengetan, um den Spielplatz am Rande des Parks neu zu gestalten. Auch bei der Pflanzung von zwei Obstbaum-Alleen in den Jahren 2019 und 2020 legten die Dorfbewohner Hand an. Der Kraußnitzer Natur- und Heimatverein ist aus einer lockeren Vereinigung hervorgegangen, die das jährliche Maifeuer organisierten. Als das Dorf in den 1990er Jahren nach Schönfeld eingemeindet wurde, wollten die Kraußnitzer etwas Eigenes bewahren, und gründeten einen offiziellen Verein. In der etwa 15-köpfigen Gruppe hat mittlerweile ein Generationswechsel stattgefunden. Junge Leute, wie die neue Chefin Laura Heupel, rückten nach. Dadurch kamen auch neue Ideen auf – die Erhaltung von Natur und Umwelt rückten stärker in den Fokus.

Da traf es sich gut, dass in Sachsen auch die Förderung des ländlichen Raumes immer stärker in diese Richtung tendiert. Der „Dresdner Heidebogen“-Verein hatte im vorigen Jahr den Ideenwettbewerb „Landschaftspflege“ ausgerufen. Insgesamt 27 Projekte wurden eingereicht, davon 19 aus dem Landkreis Bautzen und acht aus dem Landkreis Meißen. Im August 2020 wurden die zehn Besten von einer Jury ausgewählt und prämiert. Dazu gehören neben den Kraußnitzern die Teichwirtschaft Zschorna mit einem Naturlehrpfad und die Großenhainer Stadtverwaltung mit einem Schwalbenprojekt.

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Der Gemeinsinn der Kraußnitzer Bürger wird allerdings nicht reichen, um das Blühparadies im Park zu verwirklichen. „Die größte Herausforderung“, sagt Sebastian Wünsch, „ist die Finanzierung der Gehölze, Materialien und Arbeitsleistungen, die nicht von uns selbst erledigt werden können.“ Aber der Heimatverein habe in der Vergangenheit schon erfolgreich Spenden akquiriert und sei zuversichtlich, das auch für das aktuelle Projekt hinzubekommen. Man könne ja über die Umsetzung in mehreren Etappen nachdenken.

Spendenkonto: Natur- und Heimatverein Kraußnitz e.V., DE05180550000380027739.

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