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Künftige Hortkinder schwingen den Spaten

Zum Baubeginn des Ponickauer Kindercampus zog es auch Sachsens Minister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt aufs Land.

Spatenstich: Regionalentwicklungs-Minister Thomas Schmidt (CDU/li.) mit der stellvertretenden Landrätin Janet Putz, Philipp Schleinitz von der Diakonie, Bürgermeister Dirk Mocker und Hortleiterin Sylvia Reiche.
Spatenstich: Regionalentwicklungs-Minister Thomas Schmidt (CDU/li.) mit der stellvertretenden Landrätin Janet Putz, Philipp Schleinitz von der Diakonie, Bürgermeister Dirk Mocker und Hortleiterin Sylvia Reiche. © Kristin Richter

Ponickau. Mittagessen, Nachmittagsbetreuung und Freizeitgestaltung am gleichen Platz – davon träumen viele Ponickauer Grundschüler und deren Eltern schon lange. Sind die Kinder doch bisher auf drei Horteinrichtungen im Gemeindegebiet verstreut. Neben denen, die nach dem Unterricht im Schulgebäude verbleiben können, gibt es noch jene, die mit dem Bus nach Thiendorf und Sacka fahren müssen. „Durch den 45-minütigen Fahrweg bekommen sie erst sehr spät ihr Mittagessen“, erklärt Thiendorfs Bürgermeister Dirk Mocker. „Manchmal erst gegen halb drei.“

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Mit dem Bau des neuen Hortgebäudes neben der Ponickauer Grundschule wird sich das ändern. Hier gibt es Platz für 150 Kinder – die beiden Außenstellen können geschlossen werden. Der Campus wird aus sechs Gruppenräume und einem größeren Mehrzweckraum bestehen. Gegessen wird im Kinderrestaurant, wo sich die Schüler ihre Portionen selbst auftun dürfen. Die Mahlzeiten kommen aus der Küche der Diakonie in Großenhain, wobei an der Essenversorgung auch die Schüler teilnehmen können, die den Hort nicht besuchen. Die enge Kooperation mit der Grundschule soll fortgeführt werden; auch dadurch, dass die Hortkinder außerhalb der Unterrichtszeiten Turnhalle, Werkraum und Computerraum nutzen dürfen, ebenso die Außen-Sportanlagen, den Schulhof und das Grüne Klassenzimmer. Auch der Spielplatz des benachbarten Montessori-Kinderhauses soll den Hortkindern offenstehen. Die Betreuung ist für den Frühhort von 6 bis 7.30 Uhr geplant, die Kernzeit von 11 bis 17 Uhr. Die Gemeinde hatte den Betreuungsauftrag bereits sehr früh vergeben. Im Februar 2020 erhielt die Diakonie Riesa-Großenhain den Zuschlag, die bereits den Hort in Ponickau betreibt. „Wir konnten dadurch unsere Anregungen und Wünsche schon in die Planungen einbringen“, sagt die Leiterin Montessori Kinderhauses Silvia Reiche.

Die Gesamtkosten für das Campus-Projekt waren ursprünglich auf 1,80 Millionen Euro veranschlagt. Nach der Ausschreibung der Rohbauarbeiten wurde klar, dass es wahrscheinlich nicht dabei bleiben wird. Die Gemeinde nahm deshalb sicherheitshalber noch einen Kredit auf. „Wir haben auch ein paar Einsparungen vorgenommen, so an der ursprünglich aus Holz geplanten Außenverkleidung“, erklärt Hauptamtsleiterin Marlen Haarig. „Aber keine Angst – die neue Fassaden-Variante wird genauso schön.“ Immerhin 1,35 Millionen Euro an Fördermitteln fließen in den Ponickauer Campusbau. Sie kommen aus dem Programm „Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum“ des sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung. Die Beantragung sei ein regelrechtes Windhundrennen gewesen, erinnert sich Bürgermeister Mocker. Im Juli 2019 sei das Radeberger Büro Schubert mit den Planungen beauftragt worden. Dann schwärmten die Planer in die Landkreis-Ämter aus, um herauszufinden, wie sie die Genehmigungsprozedur beschleunigen können. Noch kurz vor Weihnachten wurde der Fördermittelantrag gestellt und bereits im Januar 2020 bewilligt.

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Das 2016 aufgelegte Vitale-Dörfer-Programm soll zur Entwicklung der Ortskerne und damit zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in den Dörfern und Kleinstädten beitragen. Bisher wurden 214 Vorhaben mit einer Unterstützung von 85 Millionen Euro auf den Weg gebracht. In Thiendorf sind die Fördergelder gut angelegt, denn die Gemeinde ist eine der wenigen, die in den vergangenen Jahren einen kleinen Einwohnerzuwachs verzeichnen konnten. Im vorigen Jahr wurden hier 37 Kinder geboren – ein Fünftel der Einwohner ist jünger als 18 Jahre. „Mit den neuen Räumlichkeiten werden zeitgemäße Bedingungen für die Betreuung der Schulkinder geschaffen“, so Staatsminister Schmidt. Die Coronabeschränkungen mit Homeoffice und Homeschooling hätten gezeigt, dass das Wohnen auf dem Lande auch viele Vorteile birgt. Die Inbetriebnahme des Ponickauer Kindercampus ist zu Beginn des Schuljahres 2022/23 geplant.

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