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Ärger um Aufschüttung am Kirchwinkel

Der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel wollte Bürokratie vermeiden. Und tappte genau deshalb in die Falle.

An der Oberebersbacher Kirche wurde Bodenaushub auf Muttererde geschüttet. Dagegen regt sich im Ort Unmut.
An der Oberebersbacher Kirche wurde Bodenaushub auf Muttererde geschüttet. Dagegen regt sich im Ort Unmut. © Kristin Richter

Ebersbach. Ulrich Bennewitz findet drastische Worte. Es gehe ja wohl nicht an, wettert er in der Bürgerfragestunde der Ratssitzung, dass in Ebersbach toter Boden auf Muttererde aufgebracht werde. Wer denn das genehmigt hat! Der "Umweltfrevel" beschäftige auch andere Einwohner, ist zu hören. Die Fläche sei zwar Gemeindeland, aber wohl auch Hochwasserschutzgebiet. Ulrich Bennewitz findet, dass die Missetat wieder rückgängig gemacht werden muss. 

Das wird nicht passieren. Denn Bürgermeister Falk Hentschel (CDU) selbst hat die Sache durchgewinkt. Was ihm im Nachhinein leid tut. Er wollte lange bürokratische Entscheidungen verhindern und ist genau dadurch ins Kreuzfeuer geraten. Was war passiert?

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Der Ortschaftsrat hatte in der Verwaltung angeregt, die Senke am Kirchwinkel mit Bodenaushub zu verfüllen, um eine ebene Fläche zu schaffen. "Wir machen hier unseren Weihnachtsmarkt, es soll noch Mutterboden auf die Aufschüttung kommen, und wir wollen einen Baum pflanzen", so Gemeinderat Roland Drobisch (Freie Wähler) im Namen des Ebersbacher Ortschaftsrates. So hatte er es dem Gemeindechef vorgetragen, und der hat es im Vertrauen abgesegnet. 

Heute würde er das "auf Zuruf" nicht mehr machen, sagt Hentschel. Denn wie man sieht, gibt es hinterher Ärger. Richtiger, aber eben auch viel umständlicher, wäre gewesen, einen Ratsbeschluss dazu herbeizuführen. Dann wären alle, die mit abstimmen, in der Verantwortung. Nun werde das Verfüllen mit neuer Muttererde fortgesetzt. Dass die Aktion für den Hochwasserschutz ein Problem darstellt, sieht der Gemeinderat nicht.

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