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Amazon impft Lampertswalder Rentner

Die Gemeinde bat die Logistikfirma um Hilfe im Kampf gegen Corona. Zehn Verwaltungsmitarbeiter und 80 Einwohner nutzten jetzt die Chance.

Von Kathrin Krüger
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Rudolf und Helga Wannack lassen sich von Dr. Claus Münstermann bei Amazon Lampertswalde impfen.
Rudolf und Helga Wannack lassen sich von Dr. Claus Münstermann bei Amazon Lampertswalde impfen. © Kristin Richter

Lampertswalde. Ungewöhnlich viele Besucher werden an diesem Dienstagnachmittag im Amazon-Verteilzentrum registriert. Es sind Einwohner, vorrangig Rentner, die sich hier ihre Corona-Immunisierung geben lassen. Die erste, die zweite oder die Booster-Impfung mit Moderna. Lysann Weber hat den Termin über ihre Mutter erfahren. Obwohl die 28-Jährige in Großenhain wohnt, hat sie sich registrieren lassen. "Ist doch gut, da muss ich nirgends lange auf die dritte Impfe warten", sagt die junge Frau zufrieden.

Rudolf Wannack hat den Aushang in der Lampertswalder Gemeindeverwaltung gelesen. Mit Ehefrau Helga und dem Enkel ist er bei Amazon vorgefahren. "Wer das hier nicht nutzt, ist selber schuld", so die Meinung des Lampertswalders. Am Ende werden es 80 Einwohner, hauptsächlich Rentner sein, die einen Piks vom mobilen Impfteam erhielten.

Amazon-Sprecher Steffen Adler sagt, dass gleich früh um sieben schon zehn Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung da waren. Die Gemeinde hatte das Unternehmen um Hilfe gebeten, weil viele Senioren nach einer erneuten Aktion in Lampertswalde gefragt hatten. "Im Sommer haben wir das mit dem DRK schon mal angeboten, aber vor Weihnachten war es nicht nochmal zu organisieren", so Bürgermeister René Venus. Er hatte den Impfbus bei Amazon gesehen und sich mit dem Standortleiter in Verbindung gesetzt. Auch 30 Mitarbeiter von Amazon wurden im Laufe des Dienstages geimpft.

"Wir machen solche Aktionen deutschlandweit, und das wird gut angenommen", so Amazon-Sprecher Steffen Adler. Schon 20.000 Dosen gegen Covid-19 wurden deutschlandweit bei Amazon verimpft, sagt Adler. Das Arztzimmer mit den zwei Impfplätzen ist sonst ein Durchgangsbereich des Logistikers. Auch eine Wartezone mit einem Bildschirm und abgetrennten Plätzen ist eingerichtet. Für die Einhaltung der 3G-Regel gibt es sogar kostenfreie Tests.

Dr. Claus Münstermann aus Berlin und seine Kollegin haben im Herbst schon mal hier geimpft. "Die Leute heute waren dankbar für den kurzen Weg", so der Mediziner. Mancher Lampertswalder kam so auch zum ersten Mal ins Logistikzentrum. Zehn Prozent der dagewesenen Einwohner hätten jetzt ihre Erstimpfung erhalten, sagt der Arzt. Bürgermeister Venus weiß, dass die Plätze schnell vergeben waren. Doch schätzungsweise die Hälfte der Gemeindeeinwohner sei immer noch nicht immunisiert.