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Großenhain

An die Wolga deportiert

Zum Lauterbacher Kamingespräch am Sonntag im Schloss erzählt Dr. Harald Jancke aus Berlin über seine Kinderzeit in Russland.

Dr. Harald Jancke aus Berlin ist ein Nachfahre derer von Palm auf Schloss Lauterbach.
Dr. Harald Jancke aus Berlin ist ein Nachfahre derer von Palm auf Schloss Lauterbach. © Klaus-Dieter Brühl

Lauterbach. Er war als „Spezialistenkind“ sechs Jahre seiner Kindheit in Russland. Diese Geschichte einer Deportation von der Saale an die Wolga wird Dr. Harald Jancke am Sonntag ab 15 Uhr zum Kamingespräch im Gartensaal von Schloss Lauterbach erzählen. Der Gast für die Plauderei am Kamin mit Moderator und Erfinder dieser Veranstaltungsreihe Gerd J. Werner ist ein Nachfahre der Schlossherrenfamilie von Palm. 

Die familiären Wurzeln des in Berlin lebenden Jancke sind in Lauterbach. Seine Urgroßmutter Anna von Palm wuchs im Schloss auf und heiratete hier im Jahre 1878 den Kreishauptmann von Leipzig, Otto von Ehrenstein. Die Verbindung nach Lauterbach hat Jancke nie verloren. Mit hohem Engagement unterstützt er seit 2006 den Förderverein Schloss und Park Lauterbach e. V. bei der Erhaltung und Wiederbelebung des Schlosses.

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Nun machte er mit einem kleinen Büchlein neugierig, welches ursprünglich nur für den Kreis der eigenen Familienmitglieder bestimmt war. Jancke schreibt über die spannende Zeit seiner fünfköpfigen Familie, die von 1946 bis 1951 in dem kleinen Wolgadorf Podberesje lebte. Über sechzig Briefe mit ergreifenden Schilderungen schickte seine Mutter damals an die Verwandtschaft nach Deutschland. So erfuhren die Daheimgebliebenen in anschaulichen Bildern etwas über die Lebensumstände der deutschen Wissenschaftler und ihrer Familien in der Sowjetunion.

Cover des Buches, das am Sonntag vorgestellt wird.
Cover des Buches, das am Sonntag vorgestellt wird. © Förderverein Schloss Lauterbach

Diese eindrucksvolle Briefsammlung bestimmt maßgeblich den Inhalt der Publikation. Eingefügt hat Jancke aber auch ein Kapitel europäischer Geschichte, in dem er das politische und technische Umfeld der Deportation deutscher Wissenschaftler in die Sowjetunion erläutert. Damit wird dann auch der Titel seiner Publikation „Spezialistenkind“ verständlich.

Das „Spezialistenkind“ Harald Jancke wird später selbst ein harmonisches Familienleben genießen können und einen erfolgreichen Weg als Wissenschaftler gehen. Die Erinnerungen an die Kinderjahre in Podberesje sind in ihm dennoch nie verblasst. (SZ)

Mit Lauterbacher Spezialitäten zur Kaffeezeit und musikalischer Umrahmung durch junge Musiker der Musikschule Großenhain. Eintritt frei, um Spende wird gebeten.

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