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Großenhain

ASB beendet Sozialberatung in Großenhain

Zum Monatsende ist Schluss im Alleegäßchen: Beratung und Arbeitslosentreff werden vom ASB eingestellt. Petra Wegner ist enttäuscht.

Matthias Schmieder von der Stadtverwaltung Großenhain verabschiedet Sozialberaterin Petra Wegner. Der ASB zieht sich aus der Stadt zurück und schließt auch den Arbeitslosentreff.
Matthias Schmieder von der Stadtverwaltung Großenhain verabschiedet Sozialberaterin Petra Wegner. Der ASB zieht sich aus der Stadt zurück und schließt auch den Arbeitslosentreff. © Kathrin Krüger

Großenhain. Schon diese Woche gab es keine Termine mehr - am kommenden Montag ist endgültig Schluss: Der ASB Ortsverband Riesa e. V. schließt seine Beratungsstelle mit Arbeitslosentreff im Alleegäßchen Großenhain. Für Sozialberaterin Petra Wegner und ihre vier Ehrenamtler ist das bitter. "Ich habe diese Beratung 20 Jahre lang gemacht, die letzten drei Jahre in meinem Ruhestand", so die engagierte Großenhainerin. So breit wie sie die Hilfesuchenden informieren konnte - vom Erbrecht über verschiedenste Widersprüche bis zu Haustürgeschäften - würde es niemand in Großenhain machen.

Durch Corona fand die Beratung nur noch telefonisch statt, zwei Tage die Woche. "Das Hauptthema war die anwachsende Kurzarbeit und die Anträge zum Aufstocken", sagt Petra Wegner. Täglich etwa vier Beratungen habe sie durchgeführt. Auch zur Notbetreuung in den Kindereinrichtungen und Schulen informierte sie ihre Klienten, die nicht selten aus sozial schwachen Schichten kommen. Nun soll die Diakonie die Sozialberatung übernehmen. Der ASB hatte bei der Stadt für dieses Jahr schon gar keine Unterstützung mehr beantragt.

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Seit 2001 bot Petra Wegner die Sozialberatung und den Arbeitslosentreff an. Der früher hier ansässige Arbeitslosenverband stellte sogar einen Stadtrat - Carsten Heine. Doch seit Jahren zog sich der ASB immer mehr aus Großenhain zurück. Auch die Beratung in Meißen wurde geschlossen. Die Beraterin hatte zu vielen Menschen ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut.

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Geschäftsbereichsleiter Matthias Schmieder und Mandy Böhme von der Stadtverwaltung Großenhain dankten Petra Wegner für ihre langjährige wichtige Arbeit für die Stadt. "Viele Fälle sind durch ihre Hände gegangen", lobt Schmieder. "Ein Aushang für Beratungen durch die Diakonie wird in der Begegnungsstätte im Schaukasten ausgehangen", so Mandy Böhme. Wegner und ihre Mitstreiterinnen, die auch Hausbesuche anboten, sind dennoch enttäuscht: "Es trifft man wieder die sozial Benachteiligten", so die Beraterinnen. Sie hätten die zweitägige Beratung pro Woche gern weitergeführt. Der ASB wird nun bis Ende Juni die Räume kündigen und leerziehen.

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