merken
PLUS Großenhain

Auch mit 80 noch fit beim Walking Football

Der Verletzungsgefahr ein Schnippchen schlagen: Die neue Mannschaft des GFV vereinigt Herren, die Fußball im Gehen spielen - mit prominenten Gegnern.

Siegfried Schoppa (l.) und Harald Mattke (r.) sind beide schon 80 Jahre und spielen mit Klaus Härtel (69), ehemals Stahl Riesa, jetzt Geh-Fußball beim GFV.
Siegfried Schoppa (l.) und Harald Mattke (r.) sind beide schon 80 Jahre und spielen mit Klaus Härtel (69), ehemals Stahl Riesa, jetzt Geh-Fußball beim GFV. © Kristin Richter

Großenhain. Eine neue Sportart, Walking Football, hat den GFV erreicht. Seit zwei Monaten kicken jeden Montagvormittag ab 10 Uhr weiß- und grauhaarige Herren auf dem Rasenplatz an der Mückenschänke. Erst erwärmen sie sich bei ein paar Ballübungen. Dann verfeinern sie das Freigehen für ein gutes Zuspiel. Trainer Jürgen Lückmann leitet die etwa 20 Fußballer an, die alles nur eins nicht dürfen: Rennen.

Geh-Fußball ist eine gesundheitsschonende und kaum verletzungsgefährliche Art, zu kicken. "Hast du zwei neue Knie, oder eine neue Hüfte, oder hast du's mit der Bandscheibe - dann spielst du lieber Fußball im Gehen", witzelt Eckehart Horn. Der frühere Mediziner hat die neue GFV-Mannschaft auf die Beine gebracht - nach einem Vorbild von Dynamo Dresden, wo Walking Football schon seit zwei Jahren gespielt wird. Und sogar Frauen beim Training mitmachen. "Erfunden haben es die Engländer vor zehn Jahren", sagt Eckehart Horn. In Großenhain sind Oldies am Werk, die früher alle schon Fußball spielten und sich weiter bewegen wollen. Manche haben erst wieder mit dem Kicken angefangen, seit es den Geh-Fußball beim GFV gibt.

Anzeige
Tipps für die Herbstferien in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus
Tipps für die Herbstferien in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus

Fast sechs Wochen ist das neue Schuljahr schon wieder alt – und damit möchten Kinder und Eltern ihre Herbstferien in ganz Sachsen und Umgebung genießen.

Harald Mattke zum Beispiel. Er ist in der Stadt als Handballer und Leichtathlet bekannt, aber nun auch schon 80 Jahre alt und für den Wettkampfsport der Alten Herren oder der Ü70 nicht mehr so geeignet. Gemeinsam mit Siegfried Schoppa, der gerade ebenfalls 80. Geburtstag hatte, ist er beim Geh-Fußball der älteste Aktive. "Wir spielen sechs gegen sechs, haben nur ein kleines Feld und ein kleines Tor bzw. keinen Tormann", erklärt Mattke. Eine Stunde lang bewegen sich die Herren so auf dem Rasen, dass immer ein Bein auf der Erde ist. Sollte einer anfangen, zu laufen, wird abgepfiffen. Gehen ist nun mal eiserne Regel. Der Ball darf nicht über die Hüfthöhe von einem Meter gespielt werden.

Beim GFV wird neuerdings Fußball im Gehen gespielt. Trainiert werden die Seniorensportler von Jürgen Lückmann (M.).
Beim GFV wird neuerdings Fußball im Gehen gespielt. Trainiert werden die Seniorensportler von Jürgen Lückmann (M.). © Kristin Richter

Keine gefährlichen Zweikämpfe - das Grätschen ist untersagt, Bewegung an frischer Luft und das Zusammensein mit alten Kumpels, vor allem bei der dritten Halbzeit mit einem Bier - das sind die Hauptgründe für Walking Football. "Uns muss keiner belächeln", sagt Klaus Härtel, der früher bei Stahl Riesa kickte. "Wir halten uns wenigstens noch fit." Die Mannschaft wagte auch mal ein Treffen mit den Geh-Fußballern von Dynamo Dresden. Musste dort aber ziemlich viele Gegentore einstecken. An diesem Sonnabend gibt es ein weiteres Freundschaftsturnier bei der SGD in der Elbmetropole. Dann sind laut Eckehart Horn auch Mannschaften aus Wolfsburg und Nürnberg eingeladen, aus Radebeul, Gröditz und Liegau-Augustusbad. Die Großenhainer freuen sich sehr darauf.

Weiterführende Artikel

Wie bei Dynamo die Älteren ins Schwitzen kommen

Wie bei Dynamo die Älteren ins Schwitzen kommen

Der Verein greift einen Trend aus England auf und bringt in Dresden Mitglieder über 55 Jahre langsam, aber sicher beim "Walking Football" zusammen.

Der Arzt, der Nationalspieler werden wollte

Der Arzt, der Nationalspieler werden wollte

Dr. Horn ist Freizeit-Kicker und Statistik-Fuchs. 60 Jahre arbeitet er im Ehrenamt für den Sport, 45 Jahre ist er Schiedsrichter. Nun soll er die Preuskermedaille erhalten.

Gerade hat ein Teil der Geh-Fußballer auf dem Platz an der "Mücke" ein rotes Lätzchen erhalten. Man spielt nun "Profis gegen Amateure". Der Spaß am Sport zählt, es kommt ja beim altersgerechten und gesundheitsfördernden Fußball auf nichts mehr an. Wer Lust hat, ebenfalls beim Ü55 plus mitzumachen, ist jederzeit willkommen, so Eckehart Horn. Technik, Taktik und Spielverständnis bleiben ja auch beim Geh-Fußball ausschlaggebend.

montags, 10 bis 11 Uhr, Trainingsplatz an der Mückenschänke im Stadtpark

Mehr zum Thema Großenhain