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Aus Dreck-Spielplatz wurde Vorzeigefläche

Der Großenhainer Spielplatz Faunhöhe wurde früher oft als verdreckt und beschädigt beschrieben. In diesem Jahr hat man ihn ganz neu aufgebaut.

Der frische Eindruck täuscht: Der frühere Spielplatz Faunhöhe war oft eine verdreckte Fläche.
Der frische Eindruck täuscht: Der frühere Spielplatz Faunhöhe war oft eine verdreckte Fläche. © Anne Hübschmann

Bilder des Jahres 2020. Ihm galt im Februar 2002 der letzte erste Spatenstich für ein Bauprojekt zur dritten Sächsischen Landesgartenschau: dem Abenteuerspielplatz auf der Faunhöhe an der Bobersbergstraße. Ein Abenteuerspielplatz - mit Baumhäusern, Hängebrücken, Kletternetzen und vielen Auf- und Abgängen entstand damals.

Doch schon bald gab es Klagen über den Kletterspielplatz. Rauchende Jugendliche setzten ihm mit Vandalismus zu, hieß es. Diese Klagen sollten sich fortsetzen, immer wieder wurde Heranwachsenden vom Kupferberg die Schuld an Verunreinigung zugeschoben. Die Bank an der Faunhöhe wurde beschmiert und zerstört.

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2010 musste gar eine Belohnung von 100 Euro für Hinweise auf Verschmutzer von der Stadt ausgesetzt werden. Unbekannte hatten die Rutsche auf dem Spielplatz neben dem Naturerlebnisbad mehrfach zweckentfremdet und als Toilette benutzt. Die Stadtverwaltung bat deshalb die Bürger um ihre Mithilfe, damit diese "Schweinerei" endlich ein Ende hat und die Kinder ihren Spielplatz nutzen können.

Ein Jahr vorher war der Platz allerdings aus anderen Gründen gesperrt worden. Grobe Sicherheitsmängel an den Spielgeräten waren der Grund. Die Holz-Stützpfosten waren nicht mehr standsicher. Das hatte eine turnusmäßige Prüfung ergeben. An Klettergerüst und anderem Spielgerät wurden deshalb Reparaturen notwendig. Die Holz-Stützpfosten wurden mit Metall-Hülsen versehen. Während Hölzer wie Fichte oder Kiefer damals mit Metallschuhen ummantelt wurden, konnte Robinie beispielsweise ohne zusätzlichen Schutz eingebaut werden.

Anfang November konnte der neue Spielplatz Faunhöhe eröffnet werden. Fast alle Geräte wurden ausgetauscht.
Anfang November konnte der neue Spielplatz Faunhöhe eröffnet werden. Fast alle Geräte wurden ausgetauscht. © Norbert Millauer

Anfang 2020 begann die Stadt erneut, sich mit der Faunhöhe zu beschäftigen. Nach fast 20 Jahren waren die Holzspielgeräte dieses schönen Platzes bereits in die Jahre gekommen und verschlissen. Der Spielplatz ist einer der am intensivsten genutzten Plätze in Großenhain, wurde festgestellt. "Ein Reparaturaufwand steht nicht mehr im Verhältnis der verlängerten Nutzungsdauer", sagte Matthias Schmieder, Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung. Sonst müssten große Bauteile ausgetauscht werden, auch viele beanspruchte Seile.

Die Stadtverwaltung hat sich deshalb für einen Ersatzneubau entschlossen. Das war im Haushaltsplan auch so untersetzt. Immerhin 90.000 Euro sollten dafür locker gemacht werden. Zwei Drittel der Kosten sind durch Förderung gedeckt. Allerdings konnte die Stadt die Planungskosten sparen, indem sie einen Ideenwettbewerb selbst in die Wege leitete und auswertete.

Dessen Ziel war es, vor allem für die Altersgruppe der Sechs- bis 12-Jährigen einen neuen Spielplatz zu errichten. "Aber zusätzlich auf vielfache Anfrage von Eltern auch einen Kleinkinder-Spielbereich für Zwei- bis Sechsjährige zu integrieren", so Matthias Schmieder. Die noch intakte Röhrenrutsche sowie die Wippe sollten erhalten bleiben. Zudem wurde vorausgesetzt, dass Anbieter auf die Sagenfigur des Faun Bezug nehmen.

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Zwei Firmen beteiligten sich letztlich mit Entwürfen an der Funktional-Ausschreibung, elf hatten die Unterlagen abgefordert. Anfang Mai traf eine fünfköpfige Jury die Entscheidung zwischen der Werkform GmbH aus Brand-Erbisdorf und der Grasreiner Design Holzgestaltung aus Dresden. Sieben Bewertungskriterien mit entsprechender Wichtung waren quasi die Schablone für die Auswahl. So ging es hauptsächlich um die Gesamtgestaltung mit Realisierbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und Konstruktionsdetails. Auch die Vielfalt der Spielangebote, die Altersgerechtheit und die Einbindung von Spielabläufen bzw. die Förderung des gemeinsamen Spiels wurden berücksichtigt. Wie die vorhandenen Räume genutzt werden und was Kinder zum erwarteten Spielspaß sagen - einige Nutzer des Platzes - floss ebenfalls ins Votum ein. Auch die Farbgebung wurde berücksichtigt.

Die Wahl war letztlich recht eindeutig, die Dresdner mit ihrem Konzept der "Faunhöhe" machten das Rennen. Sie haben dann die Geräte vorproduziert. Im Oktober war mit dem Aufbau begonnen worden. Der alte Spielplatz sollte - so lange es geht - offen bleiben. Mitte November wurde der neue Spielplatz eingeweiht und fand sofort begeisterte Nutzer. Allerdings stellten sich leider auch gleich wieder die ersten Schmierer ein.

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