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Baugrundstück am Flugplatz verkauft

Im Großenhainer Industrie- und Gewerbegebiet will Camillo Kirschner aus Blochwitz bauen. Die Fläche ist fast 3.000 Quadratmeter groß.

Von Kathrin Krüger
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Diese Freifläche an der Straße Zum Fliegerhorst gegenüber der Biogasanlage in Großenhain wird verkauft. Hier baut eine Blochwitzer Firma.
Diese Freifläche an der Straße Zum Fliegerhorst gegenüber der Biogasanlage in Großenhain wird verkauft. Hier baut eine Blochwitzer Firma. © Norbert Millauer

Großenhain. Seinen Firmensitz will Camillo Kirschner aus Blochwitz noch nicht unbedingt an den Großenhainer Flugplatz verlagern. Doch hier bekommt der Inhaber einer Waagen-Service-Firma aus dem Lampertswalder Ortsteil viel Platz. Auf 2.649 Quadratmeter, also 0,3 Hektar, kann sich der Betrieb, der mit Reparatur, Service für Waagen und Messgeräte und deren Nacheichung zu tun hat, ausbreiten. Der Stadtrat hat dem Verkauf der städtischen Fläche gegenüber der Biogasanlage an der Straße Zum Fliegerhorst zugestimmt. Das Grundstück liegt zwischen dem Fliegenden Museum und der Halle von Architekt Edward Golitz.

Schon vor sechs Jahren hatte der Blochwitzer in Großenhain angefragt, im Sommer 2019 fanden weitere Gespräche statt, die in die jetzige Kaufanfrage mündeten. Camillo Kirschner will Arbeitsprozesse im Bereich der Messtechnik und Messeinrichtungen optimieren. In unmittelbarer Nähe zur B98 will er eine isolierte Halle und fünf Bürocontainer sowie gegebenenfalls zwei Materialcontainer aufstellen. Nun wurde der Verkauf der freien Fläche im Industrie- und Gewebepark für 8,50 Euro pro Quadratmeter vereinbart. In diesem oder im nächsten Jahr soll die Ansiedlung erfolgen.

Vor fast 20 Jahren gegründet

2002 gründete Camillo Kirchner sein Unternehmen, 2005 baute er in Blochwitz einen alten Holzschuppen zu einer kleinen Werkstatt und zum Büro mit Standplatz für den Firmenwagen um. Damals gab es reichlich finanzielle Zuwendung, denn Blochwitz war Förderdorf geworden, eines der letzten im Freistaat. Die Zuschüsse kamen noch vom Amt für ländliche Neuordnung Kamenz. Da Kirschner einen alten Bauernschuppen zum Gewerberaum umfunktionierte, konnte er mit 50-prozentiger Finanzierung rechnen. Nun sei aber eine Erweiterung am Altstandort nicht mehr möglich, so der Unternehmer.

Deshalb will der 46-jährige Camillo Kirschner jetzt in der Großen Kreisstadt rund 120.000 Euro investieren. Die Stadt unterstützt den Ansiedlungswilligen, der auch einen neuen Arbeitsplatz schaffen will, durch finanzierungstechnische Hilfe. Zudem wird zugesichert, dass etwaige Mehrkosten für Altlasten in dem früheren Militärgelände übernommen werden.

Rückstellung für Altlasten

Für den Bebauungsplan Industriegebiet Flugplatz waren zwar alle Erkundungsmaßnahmen des Stufenprogramms der Altlastenbehandlung in Sachsen durchgeführt worden. Wider Erwarten könnten sich dennoch schädliche Bodenveränderungen oder Verfüllungen zeigen. Die Stadt hat dafür eine Rückstellung in Höhe des Kaufpreises gebildet. Der Kaufvertrag soll noch im Sommer abgeschlossen werden.

Der bisher letzte Grundstücksverkauf in dem Areal war im Januar 2019 an die Firma 1001 Artikel Medical GmbH. Diese hat neu gebaut und ist nach Großenhain, Zum Fliegerhorst 5, in die Nähe der Pulverbeschichtung gezogen. Das Gelände der Firma Technopur wird auch wieder genutzt. Es stand vor drei Jahren zur Veräußerung und wurde an ein Unternehmen in direkter Nachbarschaft im Industriegebiet Flugplatz verkauft. "Dieses Unternehmen wird das Gelände für seine weitere Geschäftstätigkeit nutzen", sagt Stadtsprecherin Diana Schulze.