merken
PLUS Großenhain

Damit das Licht nicht ausgeht

Enso-Netz betreut von Großenhain aus das Stromnetz im Landkreis und hat zunehmend mit Leitungsschäden zu kämpfen.

Ein Dispatcher im Auftragszentrum der Enso Netz in Großenhain.
Ein Dispatcher im Auftragszentrum der Enso Netz in Großenhain. © Norbert Millauer

Großenhain. Ob Sturm- und Blitzschäden zu beseitigen sind oder Netzanschlüsse für Eigenheime, Straßenbeleuchtung und Industriebetriebe gebraucht werden – auf der Schillerstraße in Großenhain läuft alles zusammen. Hier befindet sich die Zentrale des Regionalbereiches Großenhain von Enso Netz. Von hier aus wird die Strom- und Gas-Infrastruktur des Landkreises Meißen betreut und ausgebaut. 

Mit Ausnahme der großen Kommunen Riesa, Meißen, Radebeul und Coswig, die über eigene Stadtwerke verfügen. „Wir liegen ja noch im Speckgürtel von Dresden – da passiert wirtschaftlich und im Wohnbau eine Menge“, erklärt Regionalbereichsleiter Tilo Kadner. Zurzeit würden in seinem Verantwortungsbereich 15 Wohnstandorte erschlossen und auch in den Gewerbegebieten gebe es erheblichen Anschlussbedarf.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Mit 110 Mitarbeitern sichert Enso Netz Großenhain die Versorgung von 158.000 Einwohnern mit Strom und zum Teil auch Gas. Im Einzugsgebiet sind 1.400 Kilometer Mittelspannungsleitung, 2.400 Kilometer Niederspannungsleitung und 110 Umspannstationen zu betreuen. Da das Leitungsnetz sowohl oberirdisch als auch unterirdisch dem natürlichen Verschleiß unterliegt, muss es ständig repariert und erneuert werden. 

Insgesamt 7,5 Millionen Euro wird Enso Netz Großenhain am Ende des Jahres 2020 in der Region investiert haben. Das Gros davon in den Gemeinden Zeithain und Ebersbach sowie der Stadt Gröditz. Hier wurde die Versorgungssicherheit durch neue Strom- und Gasanschlüsse, Leitungen und Umspannstationen verbessert oder überhaupt erst geschaffen. Außerdem verlegte Enso Netz im Zuge der Erdarbeiten prophylaktisch Leerrohre für Glasfaserkabel.

Mit dem Breitbandausbau hat die Enso in den vergangenen Jahren ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Im Jahr 2016 fällte das Unternehmen die Grundsatzentscheidung, als öffentlicher Kommunikationsnetzbetreiber tätig zu werden. Ein erstes Pilotprojekt – die Erschließung im Großenhainer Innenstadtgebiet – war da bereits abgeschlossen. Es folgten weitere Aktivitäten von Enso Netz in Radeburg, Nossen, Glaubitz, Nünchritz und Zeithain. Auch die Gemeinden Lampertswalde und Schönfeld stehen auf der Agenda.

Sorgen bereitet dem Energieriesen die Zunahme der Schadensfälle am Leitungsnetz. „Im Jahr 2018 hatten wir 290 davon“, erklärt Enso-Sprecherin Claudia Kuba. „2019 waren es bereits 50 Prozent mehr.“ Das ist vor allem auf den Breitbandausbau zurückzuführen, der ein intensiveres Baugeschehen mit sich bringt. Allerdings müsste das nicht zwingend zu Störungen und Stromausfällen führen – wenn sich alle Beteiligten vor dem Schachten richtig informieren würden. 

Normalerweise werden Versorgungsleitungen ab einer Tiefe von 40 Zentimetern verlegt. Bei sehr alten Leitungen kann es schon ab einer Tiefe von 20 Zentimetern gefährlich werden. Ob Grundstücksbesitzer oder Tiefbaufirma – wer graben will, ist deshalb verpflichtet, sich über den Verlauf der unterirdischen Versorgungsleitungen zu informieren. Das gilt selbst dann, wenn man nur die Fundamente für Spielgeräte im heimischen Garten setzen will oder seine Hauseinfahrt pflastert.

Enso Netz hat deshalb einen Online-Service eingerichtet, wo man die Leitungsverläufe unkompliziert abfragen kann. Im Internet gibt man Ort, Art der Arbeit, Bauzeitraum und die betreffende Fläche ein. Die Antwort bekommt man dann per E-Mail. „Die meisten Anfragen konnten innerhalb eines Tages beantwortet werden“, sagt Claudia Kuba. Voriges Jahr wurde der Service im Enso-Einzugsgebiet insgesamt 24.000 Mal abgerufen.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain