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Das vergessene Sühnekreuz

Auf dem Kreuzberg Richtung Skassa steht ein mittelalterliches Steinkreuz. Wenn der Radweg aus Großenhain gebaut wird, sollte hier was passieren, schlägt ein Verein vor.

Das Sühnekreuz auf dem Kreuzberg an der Riesaer Straße in Großenhain Richtung Skassa.
Das Sühnekreuz auf dem Kreuzberg an der Riesaer Straße in Großenhain Richtung Skassa. © Norbert Millauer

Großenhain. An der Straße vom Kaufland nach Skassa befindet sich rechterhand auf dem Kreuzberg, einem mit Schutt gefüllten kleinen Steinbruch, etwa 20 Meter von der Straße entfernt und an einer Wegabzweigung ein mittelalterliches Steinkreuz. Es ist etwa einen Meter hoch, mit Steinen rundherum eingefasst, aber zugewachsen. Viele werde es nicht kennen bzw. gar nicht beim Vorbeifahren bemerken. Dennoch ist es eines der wenigen kleinen und erhaltenen Kulturdenkmäler der Stadt und immerhin schon etwa 600 Jahre alt.

Es ist ein Sühnekreuz und wird auf das Ende des 14. Jahrhunderts datiert. "Damals wurde es als Wiedergutmachung für einen Totschlag gesetzt", weiß Kai-Uwe Schwokowski vom Museums-Förderverein. "Neben den direkten Stellen der Tat wurden die Sühnekreuze auch an befahrenen Wegen der Gemeindegrenzen als Zeichen der Gerichtshoheit der betreffenden Gemeinden aufgestellt", schreibt Schwokowski in einem Brief an den Oberbürgermeister. "Dabei dienten diese Kreuze auch dem Beten der Durchreisenden für die Seele des Erschlagenen, der ja einen unfreiwilligen Tod erlitt."

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Grund des Briefes ist ein Vorschlag: Der Förderverein Museum Alte Lateinschule möchte, dass dieses steinerne Malteserkreuz wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein der Großenhainer gerückt wird. Die Planung eines neuen Radweges Großenhain-Skassa eröffne dazu eine Chance. Mit dem Bau der Strecke wird in zwei Jahren gerechnet.

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