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Diakonie Meißen als Aushängeschild der Kirche

Wo Nächstenliebe wichtig ist: Zum 30. Geburtstag des Diakonischen Werkes würdigen Redner soziales Engagement - heute nicht mehr selbstverständlich.

Feiern mit der Diakonie im Kulturschloss Großenhain: Superintendent Andreas Beuchel, Landtagsabgeordneter Geert Mackenroth sowie Simone Kühne und Reiner Schikatzki von der Sparkasse Meißen (v.l.).
Feiern mit der Diakonie im Kulturschloss Großenhain: Superintendent Andreas Beuchel, Landtagsabgeordneter Geert Mackenroth sowie Simone Kühne und Reiner Schikatzki von der Sparkasse Meißen (v.l.). © Kristin Richter

Großenhain. Wer eine Einrichtung der Diakonie im Landkreis betritt, fühlt sich in der Regel bald heimisch: Eine liebevolle Gestaltung der Räume, ein herzliches Miteinander und zumindest der Vorsatz, Ruhe und Gottvertrauen zu vermitteln, kennzeichnen meist die Atmosphäre. Wenn auch "wachsender Druck von Konkurrenz und Kosten", vor allem in der Pflege, den Verantwortlichen zu schaffen machen, sind sie sich doch einer Sache bewusst: Als Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche ist man deren Aushängeschild. Gehört man zum Profil des Kirchenbezirks. Ist man Wesen und Lebensäußerung christlicher Nächstenliebe. Das sollte Verpflichtung und Ansporn zugleich sein.

Im kommenden Jahr ist es bereits 145 Jahre her, dass diakonisches Wirken in Großenhain nachweisbar ist. Das Diakonische Werk Meißen blickt in seiner jetzigen Form auf ein 30-jähriges Bestehen zurück. Über 800 Mitarbeitende im ganzen Landkreis stehen seit der Vereinigung vor knapp zwei Jahren für "Beratung, Begleitung und Betreuung" von Menschen, die Hilfe nötig haben. Für Beistand und Trost an den Rändern der Gesellschaft.

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Die Diakonie Meißen hat ihren Sitz im Großenhainer Eckhardt-Haus.
Die Diakonie Meißen hat ihren Sitz im Großenhainer Eckhardt-Haus. © SZ

In der Festveranstaltung im Großenhainer Kulturschloss mit zahlreichen Prominenten wurde die große Bandbreite der Diakonie im Landkreis sichtbar. Geschäftsführer Hans-Georg Müller nannte sie fast alle: diakonische Werkstätten und Altenheime, neun Kitas und ein Kinderhort, Beratungsstellen und Pflegedienste, Wohnstätten und eine Förderschule, therapeutische Praxen, Treffpunkte und Selbsthilfegruppen. Man spricht von Sozialwirtschaft, die einen sehr großen Einfluss der nötigen Hilfsdienste darstellt. Die Diakonie ist nach der Wende ein Sozial-Gigant geworden, ein wichtiger Arbeitgeber.

Tätige Menschenliebe und Zuwendung sind heute aber nicht mehr selbstverständlich. In einer immer egoistischer werdenden Welt, in der materielle Werte im Vordergrund stehen, bleibt Menschennähe manchmal auf der Strecke. Auch aus Einsparungsgründen. Das klang im Festvortrag von Prof. Dr. Dr. Ralf Evers durch. Diakonisches Wirken, sprich zuhören, nahe sein, dienen, Hilfe anbieten und vermitteln, bleibt aber immer wichtig und dringlich. Weil menschlich. Oberkirchenrat Dietrich Bauer, der seit drei Jahren der Diakonie in Sachen vorsteht, sagt: "Gerade jetzt sind diakonische Kernthemen wie Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe in der Gesellschaft gefragt." Niemand dürfe ausgegrenzt werden.

Auch bei der Diakonie geht aber nichts ohne Geld. Immerhin vier regionale Kreditinstitute schickten Vertreter zur Festveranstaltung. Auf deren Förderung und Unterstützung ist die Diakonie neben der staatlichen Zuwendung angewiesen. "Viele Dienste haben keine auskömmliche Finanzierung", sagt Geschäftsführer Müller. Drei Fördervereine in Meißen, Riesa und Großenhain versuchen nach Kräften, Spenden zu generieren. Wie sehr das Diakonische Werk auf das Ehrenamt setzt, ist bekannt.

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Auf der anderen Seite zählt aber auch die fachliche Qualifikation. Der Sachverstand bei der fürsorglichen Zuwendung zu den Menschen. "Wir haben heute einen fachlichen Wissenstransfer durch die Diakonengemeinschaft", konstatiert der zweite Geschäftsführer Frank Radke. Dieser ergänze die Liebe zu den Menschen als Zeugnis des Glaubens. Die Diakonie Meißen firmiert als gemeinnützige GmbH. Die Fördervereine sind die Gesellschafter. Es gibt einen Verwaltungsrat, der von Superintendent Andreas Beuchel geleitet wird. Dieser Rat ist ein Aufsichtsgremium, der die Geschäftsführung des Diakonischen Werkes überwacht. Diese Kontrolle ist gesetzlich gefordert - jenseits des Vertrauens als mitmenschliche Basis im Alltag.

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