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Diese Höfe warten auf neue Bewohner

Ein Großenhainer Student erfasst für die Stadtverwaltung ungenutzte Grundstücke: Eine wertvolle Praktikumsarbeit, um Häuser künftig wieder nutzbar zu machen.

Der Vierseiten-Hof in der Hauptstraße 68 in Zabeltitz steht noch leer, wird aber bald von der Agrargenossenschaft Bauda eG zu modernen Wohnungen umgebaut.
Der Vierseiten-Hof in der Hauptstraße 68 in Zabeltitz steht noch leer, wird aber bald von der Agrargenossenschaft Bauda eG zu modernen Wohnungen umgebaut. © Norbert Millauer

Großenhain. 27 leerstehende Gehöfte in den Ortsteilen hat Student Robin Beger herausgefiltert, die rasch wieder mit Leben erfüllt werden könnten. In einer Praktikumsarbeit erfasste der angehende Wirtschaftswissenschaftler der Uni Leipzig im Auftrag der Stadt diese Grundstücke. Ihm ist damit, wie vom Rathaus gewünscht, eine sinnvolle, nützliche Auflistung gelungen - analog zum Brachflächenkataster, das es in der Stadt schon gibt.

Nachhaltige Innenentwicklung nennt Robin Beger den Sinn seiner Arbeit. Das ist auch im städtischen Leitbild Agenda 2030 so verankert. Der Wohnungsbedarf auf dem Lande wächst insbesondere in Pandemiezeiten. Junge Familien suchen Höfe im Grünen, wo sie Platz und Entfaltungsmöglichkeiten haben. Über 300 Gehöfte hat Robin Beger deshalb einer Analyse unterzogen. Vorschläge kamen auch von den Ortschaftsräten. 58 Mal stellte der Student Teilleerstand oder Leerstand fest. Bei den 27 Gehöften könnte - nach einem Verkauf durch die Eigentümer - rasch etwas passieren. Diese Höfe liegen in fast allen Dörfern rund um die Kernstadt.

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Beispiel Hauptstraße 68 in Zabeltitz. Das ist ein leerstehender Vierseithof. Die Agrargenossenschaft Bauda eG will den sanierungsbedürftigen Hof sanieren. Der Landwirtschaftsbetrieb möchte zwei Millionen Euro als Bauträger investieren. Das Vorhaben soll eine neue Wohnanlage werden. Geplant ist die Erschließung durch die Genossenschaft selbst mit neuen Wasser- und Abwasserleitungen, Vermessung, Strom, Breitband, Straßen- und Wegebau, Beleuchtung, Bodengutachten und Gestaltung der Hofanlage. Es sollen Grundstücke für sechs Reihenhäuser mit einer Wohnfläche von insgesamt circa 800 Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden. Sieben Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 635 Quadratmetern werden zusätzlich saniert bzw. neu gebaut. Zwei Altgebäude sollen für weitere Gewerbe- bzw. Wohnflächen angeboten werden.

In Skäßchen steht die Alte Hauptstraße 19 zum Verkauf. Für das Fachwerk-Wohngebäude besteht Denkmalschutz.
In Skäßchen steht die Alte Hauptstraße 19 zum Verkauf. Für das Fachwerk-Wohngebäude besteht Denkmalschutz. © Kristin Richter

In Skäßchen steht die Alte Hauptstraße 19/21 zum Verkauf. Sechs Eigentümer haben sich hier zur Veräußerung entschieden, heißt es. Wie Robin Beger mitteilt, gibt es eine Interessentin für das schöne Fachwerkhaus. Die Grundstücksfläche liegt immerhin bei fast 1.000 Quadratmeter. Der Denkmalschutz hat hier mit zu entscheiden. Eine unklare Entwicklung zeichnet sich noch bei der Gröditzer Straße 38 in Treugeböhla ab. Für diesen Dreiseithof gibt es drei Eigentümer und viel Potenzial, meint Robin Beger. Noch ist die Bausubstanz aber in einem sehr schlechten Zustand. Der Student hat deshalb auch hier - wie in insgesamt acht Fällen - ein Exposé erarbeitet - mit einem Grundstückspreis von etwa 60 bis 80 Euro pro Quadratmeter.

Die Gröditzer Straße 38 in Treugeböhla gehört ebenfalls zu den leerstehenden Gehöften.
Die Gröditzer Straße 38 in Treugeböhla gehört ebenfalls zu den leerstehenden Gehöften. © Kristin Richter

Potenzial hat offenbar auch die Friedrich-Zürner-Straße 2 in Skassa. Für diesen Dreiseithof mit rund 2.000 Quadratmeter Fläche gibt es einen Eigentümer. Der ungepflasterte Hof könnte von einer jungen Familie saniert werden. Allerdings liegt er im Überschwemmungsgebiet. Ebenso wie die Wasserturmstraße 7/9 in Skassa. Hier hat Student Robin Berger eine Erbin identifiziert, die eventuell das an einer Kurve gelegene Grundstück verkauft. Das Grundstück ist allgemein gut gepflegt, die Bausubstanz aber nur in mittel-schlechtem Zustand.

Alle bisher genannten Objekte ordnete Robin Berger in die Priorität eins ein, also darauf sollte vorrangig Aufmerksamkeit gelegt werden. "Die Stadt könnte Interessenten an die Eigentümer vermitteln", schlussfolgert Student Berger.

Offenbar zu haben: in Skassa die Wasserturmstraße 7-9.
Offenbar zu haben: in Skassa die Wasserturmstraße 7-9. © Kristin Richter

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Weiterhin aufgelistet hat er unter den 27 leeren Höfen in Wildenhain die Skassaer Straße 2, die allerdings in schlechtem Zustand ist. Außerdem in Uebigau die Dorfstraße 24 und die Dorfstraße 31 - der alte Gasthof. Berger: "Hier sind verschiedene Nutzungen denkbar." In Skaup bietet der Fischerring 16 Möglichkeiten, da wird noch Tierzucht betrieben.

In Skassa steht auch der Dreiseithof Friedrich-Zürner-Straße 2 leer.
In Skassa steht auch der Dreiseithof Friedrich-Zürner-Straße 2 leer. © Kristin Richter

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