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Neue Perspektive für alte Poliklinik

Wenn Frank Meißner mit seiner Confido GbR an der Berliner Straße in Großenhain fertig ist, will er an der Mozartallee weiter Wohnungen bauen.

Die ehemalige Poliklinik an der Mozartallee hat eine greifbare neue Perspektive. Ein Anbau im Innenhof ist jetzt grundsätzlich für möglich erklärt worden.
Die ehemalige Poliklinik an der Mozartallee hat eine greifbare neue Perspektive. Ein Anbau im Innenhof ist jetzt grundsätzlich für möglich erklärt worden. © Klaus-Dieter Brühl

Großenhain. Hoffnung gibt`s endlich an der Mozartallee für die ehemalige Poliklinik. Der Bauherr, der derzeit die Berliner Straße 3-5 saniert, die Confido GbR aus Strehla, will auch an der Mozartallee Wohnungen schaffen. Für Investoren, die ungenannt bleiben wollen, werden die Hausnummern 143-145 auf Vordermann gebracht. Etwa 20 barrierefreie Wohnungen sollen laut Diplomingenieur Frank Meißner entstehen. Doch ein Gesamtkonzept gäbe es noch nicht. Damit sich das insgesamt aber lohnt, soll zusätzlich ein Mehrfamilienhaus im Gartenbereich neu angebaut werden. Die Bauvoranfrage wurde jetzt im Technischen Ausschuss des Stadtrates positiv entschieden.

Dieses Mehrfamilienhaus soll zweigeschossig werden und ein begrüntes Flachdach bekommen. Natürlich wird es die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Poliklinik nicht überragen. Der geplante Neubau liegt im Quartier Mozartallee, dem die Stadt vor elf Jahren schon einen Bebauungsplan verpasst hatte. Aber nur, um eine große Einzelhandelsfläche zu verhindern. Im Innenhof der Poliklinik befindet sich zudem ein großer Bestand alter Bäume. "Der ist für die Innenstadtlage einzigartig", schwärmt Stadtbaudirektor Tilo Hönicke. Diese Bäume dürften nicht beseitigt werden.

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Für einen Neubau sehen die Stadträte und die Verwaltung dann keinen Hinderungsgrund. Im Gegenteil. Sie sind froh, dass die Ruine Poliklinik damit nun endlich nach vielen Anläufen aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen wird. Sogar Chinesen hatten schon Interesse an dem Objekt bekundet. Der Landkreis als Eigner hat das Dach ausgebessert, im Haus mussten die Decken abgestützt werden. Zuletzt wurden die Fenster im Erdgeschoss von der Baufirma von Bernd Kurrey vernageln. Jetzt scheint sich nun der passende Investor gefunden zu haben.

Frank Meißner geht ebenso geduldig und solide an die Mozartallee, wie er als Baufirma die Berliner Straße vorbereitet hatte. Derzeit lässt er die alte Poliklinik neu aufmessen, um eine genaue Grundfläche zu bekommen. Denn die Unterlagen seien spärlich, sagt er. Da die Genehmigungsverfahren lange dauern, erst recht seit Corona, rechnet er mit einem Baubeginn nicht vor 2022. Einen nahtlosen Wechsel von einem zum anderen Objekt wird es für die Bauleute also nicht geben. Die Confido GbR rechnet zudem vorerst nicht mit Denkmalfördermitteln.

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Der Bau entstand 1912 als Lederhandlung Berger und als ADCA-Bankfiliale. Im einstigen Bank- und Wohnhaus war 1954 die Poliklinik eröffnet worden. Nach der Wende waren die Wohnungen in den Obergeschossen noch vermietet, die Förderschule für geistig Behinderte war bis 1995 hier untergebracht und zog dann nach Skäßchen. Lange Zeit ließ nur der Landkreis seinen rechten Gebäudeteil versteigern – erfolglos. Der linke Teil, die Lederhandlung, gehörte der Erbengemeinschaft Berger/Wiemann, die zum Teil in Brasilien lebt. Chinesische Investoren wollten, vermittelt durch ein Kamenzer Immobilienbüro, vor vier Jahren ein Altenheim im Gesamtgebäude bauen lassen. Lokale Interessenten waren an fehlender Förderung der Außenhülle aus dem Programm Stadtumbau gescheitert.

Kontaktmail: [email protected] bzw. Telefon 0160 97088346

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