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Jeden Tag wieder ein anderes Vergnügen

Andreas Pluntke ist Lehrer in Großenhain und wohnt in Geißlitz. Jeden Abend hat er jetzt wieder etwas vor. Der Vielbeschäftigte will einiges nachholen.

Andreas Pluntke (M.) aus Geißlitz spielt mit Skatfreund Dietmar Noack (l.) im Gasthof Uebigau in Böhla eine Runde.
Andreas Pluntke (M.) aus Geißlitz spielt mit Skatfreund Dietmar Noack (l.) im Gasthof Uebigau in Böhla eine Runde. © Matthias Fischer

Geißlitz. Andreas Pluntke ist als Sportlehrer und Freizeitsportler bekannt. Radfahren und Gartenarbeit – seine Hobbys – konnte er auch während der Coronazeit betreiben. Doch der agile und viel beschäftigte 64-Jährige dreht jetzt nach dem Lockdown wieder so richtig auf. Würde seine Frau nicht einen Riegel vorschieben, hätte er jeden Abend etwas anderes vor. "Doch montags bleibe ich zu Hause", schmunzelt die Frohnatur. Denn er weiß, dass er ab Dienstag endlich wieder seinen Leidenschaften nachgehen kann.

"Ich habe sehr drunter gelitten, dass ich jetzt lange nicht kegeln konnte", erzählt Andreas Pluntke freimütig. In Priestewitz beim SV Traktor schiebt er in seiner Mannschaft seit 20 Jahren keine ruhige Kugel. Erst Mitte Juni konnten die Freizeitsportler nach achtmonatiger Zwangspause wieder trainieren.

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"Wir haben zwar übers Telefon Kontakt gehalten und uns manchmal privat mit den Kumpels getroffen", sagt der Geißlitzer. Doch die sportliche Herausforderung auf der Bahn fehlte ihm. Das musste halt die Bewegung auf dem Fahrrad oder im Garten ausgleichen.

Am Mittwochabend spielt Andreas Pluntke Fußball bei den Alten Herren des Großenhainer Fußballvereins GFV. "Seit 1990 bin ich auch hier im Freizeitsport aktiv", erzählt er. Die Alten Herren bestreiten immerhin noch Freundschaftsspiele. Und das schönste sei die "dritte Halbzeit" – das Zusammensitzen bei einem Bier in der Mückenschänke. "Das sind soziale Kontakte, die ich sehr vermisst habe", so Pluntke.

Das erste Mannschaftstraining musste noch im Husarenpark stattfinden. Dort wurde dann draußen ein Kasten Bier geleert. Pluntke: "Da gab es so viel zu erzählen, das war wieder richtig klasse." Die Fußballmannschaft sei ein sozialer Querschnitt der Bevölkerung, unterschiedliche Berufe und Schichten. Dort fühlt sich Andreas Pluntke wohl. Und wie er sagt, kommen auch ehemalige Spieler gern zur "dritten Halbzeit".

Nach Meißen fährt der Geißlitzer jeden Donnerstagabend. Denn dann trifft sich seine Saunagruppe im "Wellenspiel". 15, 16 Leute, alle aus der Umgebung, die nur donnerstags können und alle per Du sind. "Wir sind seit Jahren zusammengewachsen, auch das ist eine Gemeinschaft, die ich sehr vermisst habe", sagt der Lehrer.

Dieser Freundeskreis kann jetzt auch wieder gemeinsam wandern, Schlösser besuchen, Städte besichtigen. Vor allem das eigentliche Saunaritual fehlte Andreas Pluntke im Lockdown. Melisse ist sein Lieblingsaufguss. "Nach der Dampfsauna fühle ich mich wie neugeboren." Diese vier Stunden regelmäßiges Saunieren sind gut für die Gesundheit, auch im Sommer. "Der Körper scheidet Gifte aus und kann die Sommerhitze viel besser verkraften", sagt er.

Freitags und am Sonntag ist nun wieder die Skatrunde dran. Im Gasthof Uebigau in Böhla kommen bis zu fünf Spieler zusammen, die "Bierlachs" spielen. Seit 30, 40 Jahren schon sei das hier Tradition. Auch darauf musste Andreas Pluntke wegen der Pandemie verzichten. Denn es durften sich ja nur zwei Personen unterschiedlicher Hausstände treffen. Nun werde aber auch überall wieder Preisskat angeboten.

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Freitags fahren die Skatbrüder dazu in die "Kugel" nach Meißen, in Moritzburg wird in der "Brezel" gezockt. Kürzlich spielte Andreas Pluntke auch beim Dorffest in Schönborn mit. "Dann kann man zeigen, was man drauf hat, und was gewinnen." Er brauche den Kontakt zu den anderen Spielern.

Deshalb sei das nun für ihn der Sommer der Befreiung. "Zu tun hatte ich immer", so Andreas Pluntke. "Aber die sozialen Beziehungen fehlten, und das war hart."

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