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Endlich wird der Mühlteich entschlammt

An der Stangemühle Brößnitz wird der Natur jetzt ein Kleinod zurückgegeben - nach 21 Jahren Kampf darum.

Der Mühlteich in Brößnitz wird ausgebaggert. Das ist ein gefördertes Biotopgestaltungs- und Artenschutzvorhaben, das endlich umgesetzt wird.
Der Mühlteich in Brößnitz wird ausgebaggert. Das ist ein gefördertes Biotopgestaltungs- und Artenschutzvorhaben, das endlich umgesetzt wird. © Norbert Millauer

Brößnitz. Christina Klausch kann endlich aufatmen: Der Mühlteich an ihrer Stange-Mühle wird derzeit entschlammt. Seit sie in Brößnitz wohnt, und das sind jetzt 21 Jahre, kämpft sie um die Beseitigung dieser Umweltsünde. Nun konnte dank der Förderung vom Dresdner Heidebogen der private Teich mit öffentlichem Durchfluss ab kurz vor Weihnachten in Angriff genommen werden. Ende Februar soll die Entschlammung geschafft sein, das Material kommt auf eine Deponie. Ausführender Baubetrieb ist die Grund- und Wasserbaugesellschaft Boxdorf. Auch die Untere Wasserbehörde des Landkreises ist einbezogen.

"Das ist ein Superding, ich freue mich sehr", sagt die 72-jährige Brößnitzerin. "Die Natur hat für mich gearbeitet." Als Pensionsbetreiberin ist sie selbst Mitglied im Verein Dresdner Heidebogen. Den Mühlteich wollte sie schon immer als natürliches Gewässer zum Gondeln für ihre Ferienwohnung nutzen. Doch der schlechte Zustand des Teiches ließ das bisher nicht zu. Ein Problem wurde der immense Schlamm, laut der Brößnitzerin, auch durch Rückstau in die biologischen Kleinkläranlagen der umliegenden Hausbesitzer. Es musste also was passieren. 70 Jahre lang hatte sich hier Schlamm abgesetzt.

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Viele Jahre stritt sich Christina Klausch mit der Gemeinde Lampertswalde um die teure Entschlammung von rund 4.800 Kubikmeter Feststoffen im Wasser. Die Tieku Mühlbach hatte ein Angebot von 91.000 Euro vorgelegt. Ein Gerichtsurteil hatte seinerzeit beiden Seiten Kosten auferlegt: 80 Prozent für die Teichbesitzerin und 20 Prozent für die Kommune. Beide Parteien konnten das bisher nicht zahlen. Zwar gehört der Mühlteich Frau Klausch privat. Doch der kommunale Bach fließt durch ihn hindurch und sorgte damit über viele Jahrzehnte für die Verschlammung des Gewässers. Deshalb hatte noch Ende 2019 der Gemeinderat einen Beschluss zur Entschlammung des Tränkengraben-Durchflusses auf der Tagesordnung.

Diese Plakette wird künftig an der Brößnitzer Stangemühle über das Vorhaben informieren.
Diese Plakette wird künftig an der Brößnitzer Stangemühle über das Vorhaben informieren. © Kathrin Krüger-Mlaouhia

Doch nun konnte Christina Klausch dank der Förderung die Entschlammung allein in Auftrag geben. Die Gemeinde ist lediglich für die Räumung des Verbindungsgrabens zwischen Dorf- und Mühlteich verantwortlich. Das werde im Anschluss an die Arbeiten im Mühlteich passieren, sagt Bürgermeister René Venus der SZ. Damit sich die Gewässerverunreinigung nicht weiter verschlechtert. Die Boxdorfer Firma hat dafür schon ein Angebot gefertigt. Der Dorfteich, der vor dem Mühlteich liegt, wurde bereits entschlammt. Mühlteich und Tränkengraben als eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für Bauvorhaben zu sanieren, war gescheitert, weil der Mühlteich kein kommunales Eigentum ist.

Problematisch bleibt für Christina Klausch nur der Corona-Lockdown. Seit Sommer des vorigen Jahres hat sie keine Einnahmen aus ihrer Vier-Sterne-Pension mehr. Hilfsgelder beantragte sie wegen der ausufernden Bürokratie nicht. Im Jahr 2000 war sie mit ihrem vor zehn Jahren verstorbenen Mann Peter aus den Altbundesländern nach Brößnitz zurückgekommen, um die denkmalgeschützte Stangemühle als Familienerbe zu sanieren.

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Weil die Gemeinde dazu finanziell nicht in der Lage ist, soll das Gewässer als Ausgleichs-Maßnahme angeboten werden.

Auch die funktionsfähige Turbine der Wassermühle sollte als Schauanlage in Gang gesetzt werden. Die Wasserqualität des Mühlteiches stand dem bisher im Weg. Für Christina Klausch ist das künftig aber allein nicht machbar, sagt sie. Seit 2005 ist ihr Denkmal-Objekt als Urlaubsadresse im Internet. Vorgestellt werden dort die Geschichte des Bauwerks und die Hof-Sanierung. Dafür wurden Christina und Peter Klausch 2003 im Wettbewerb ländliches Bauen-Erhalten-Pflegen-Gestalten ausgezeichnet.

www.stange-muehle.de

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