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Freiwillige haben zu tun - oder auch nicht

Während das Ehrenamt in manchen Bereichen wegen Corona ruht, wird es anderswo dringend gebraucht. Die Zentrale des Landkreises vermittelt Interessenten.

Angelika Wenzel (r). und Alicia Jander im derzeit geschlossenen Familienzentrum der Diakonie.
Angelika Wenzel (r). und Alicia Jander im derzeit geschlossenen Familienzentrum der Diakonie. © Kristin Richter

Großenhain. In Krankenhäusern und Altenheimen werden Freiwillige für einfache Tätigkeiten derzeit gesucht. Einkaufshelfer können Menschen in Quarantäne unterstützen. Corona hat das Ehrenamt also nicht lahm gelegt. In vielen Bereichen sind Einrichtungen durch erkranktes Personal sogar dringend auf die Freiwilligen angewiesen.

Doch wohin wendet man sich, wenn man Zeit und Lust auf so einen Einsatz hat? Der Landkreis bezahlt in Meißen eine Freiwilligenzentrale, deren Träger die Diakonie ist. Heike Ilc koordiniert in der Johannesstraße 9 auch die Selbsthilfearbeit. Derzeit seien 25 Menschen zwar in festen Einsatzstellen registriert, um anderen auch in diesem Jahr eine schöne Vorweihnachtszeit zu bereiten und angestellte Mitarbeiter zu entlasten. Einsatzstellen seien Pflegeheime, die Tagespflege, Kinder- und Jugendhilfe und schulische Einrichtungen.

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Doch derzeit liegt laut Heike Ilc im Landkreis "alles auf Eis" - anders als in Städten wie Dresden, wo über die Plattform ehrensache.jetzt/dresden Interessenten an gemeinnützige Einrichtungen vermittelt werden. "Wir sind jetzt gut angefragt, zahlreiche Menschen bieten sich an", sagt sie. Ihr Einsatz sei jetzt aber eher schwierig. Denn die meisten wollen regelmäßig mitmachen, und das ist gerade nicht so leicht zu gewährleisten.

Nicht nur Heike Ilc plant für die Zeit nach dem Lockdown, sondern auch Alicia Jander und Angelika Wenzel. Die eine ist 18, die andere 72, und beide sind für das Familienzentrum der Diakonie in Großenhain im Einsatz, bzw. waren es bis vor drei Wochen. Noch ist der Raum in der Naundorfer Straße 33 adventlich geschmückt. Doch nach einem positiven Corona-Test bei einem Gastkind musste die Einrichtung wegen Quarantäne geschlossen werden.

Alicia will Sozialwesen studieren und holt sich deshalb bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen schon Erfahrungen und Anregungen. Sie macht Hausaufgaben mit den vorrangig Mädchen, die ins Zentrum kommen, ist ihnen Partnerin bei Liebesfragen oder Schminkproblemen. "Wir bauen das Vertrauen zu Kindern auf, die zu Hause nicht optimal betreut werden oder deren Eltern keine Zeit haben", sagt Alicia Jander. Hier lernen sie auch kochen, Kreativarbeiten oder z. B. eine schöne Tischdeko.

Das ist der Lieblingsbereich von Angelika Wenzel, die als Finanzbuchhalterin tätig war. Ihr ist es wichtig, den Heranwachsenden Handarbeiten und gute Sitten beizubringen. "Bei mir müssen sie häkeln", scherzt die Alleinstehende, die, wie Alicia, seit einem Jahr hier Freiwilligenarbeit macht. Über das Spenden von Handarbeitsmützen kam sie zum Familienzentrum. Angelika Wenzel hat drei Enkel, einen Urenkel und singt gern.

Zwar lieben die beiden Frauen ihre Arbeit für Kinder, die sonst nicht so beachtet werden. Doch fühlen sie sich teilweise ausgenutzt. "Es gibt zwar zwei Hauptamtliche, aber die haben hauptsächlich Büroarbeit", erklärt Angelika Wenzel. Die Ehrenamtler müssten auch saubermachen und die Toiletten putzen. Durch Corona waren in diesem Jahr zudem umfangreiche Desinfektionen dazugekommen. "Wir sind keine Reinigungskräfte", beklagt sich Wenzel. Hier müsse die Diakonie den Helfern Unterstützung geben.

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Freiwilligenzentrale: Telefon 03521 728259-13 oder 01514 1492942 Mail: [email protected], Anschrift: Johannesstraße 9, 01662 Meißen,

Kontakt zum Familienzentrum Großenhain: 0173 4910389

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