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Freude und Frust über Testpflicht an Schulen

Die weiterführenden Einrichtungen müssen seit Mittwoch den Selbsttest umsetzen. Einige Schüler sind deshalb aber zu Hause geblieben.

Franz Hinzmann aus der 12. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Großenhain beim Selbsttest.
Franz Hinzmann aus der 12. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Großenhain beim Selbsttest. © Kristin Richter

Großenhain. "Achtung Pflichttestung am Mittwoch für alle Schüler und Lehrer. Die Einwilligungserklärung zum Datenschutz bringen die Kinder mit nach Hause. Bitte unterschreiben und Kindern mitgeben. Dieser einfache Test wird in der ersten Stunde gemeinsam von den Schülern selbst unter Anleitung durchgeführt." So informierte die Oberschule am Schacht die Eltern vorab auf der Schulhomepage. Deshalb gab es schon vorm Start der allgemeinen Corona-Pflichttests schlechte Stimmung in manchem Elternhaus.

"Wer das nicht will, muss sein Kind zu Hause lassen, und das machen wir auch", sagt Familie Spindler, deren Sohn in die neunte Klasse geht. Die Großenhainer lehnen es ab, dass ihr Junge den Nasenabstrich selbst ausführt. Schon am Montag hatte das DRK Corona-Schnelltests in der Schule auf freiwilliger Basis durchgeführt. "Kaum einer hat es nach unserer Information in Anspruch genommen", meint Familie Spindler.

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Tatsächlich wurden 18 Schüler und zehn Lehrer durch das DRK auf Corona getestet. Den Schnelltest haben am Mittwoch rund 200 Schüler mitgemacht, nur drei Schüler waren dem Unterricht damit ferngeblieben. "Nur mit einem negativen Ergebnis darf die Schule weiterhin betreten werden, und das war bei allen Schülern und Lehrern der Fall", freut sich Schulleiter Axel Hackenberg. Er hatte schon 7 Uhr morgens alle Lehrkräfte einbestellt und mit ihnen die am Dienstag aus der Meißner Berufsschule abgeholten Selbsttests durchgeführt. Dann überwachten die Lehrer die Tests der Schüler an ihrem Platz in den Klassenzimmern. "Es war sehr aufwendig, aber letztlich zufriedenstellend, denn nun wissen wir, dass hier aktuell keiner Corona hat", sagt Axel Hackenberg.

Die drei Schüler, die zu Hause geblieben sind, werden nun von ihren Klassenlehrern im Homeschooling unterrichtet. So wie auch die andere Hälfte der insgesamt rund 400 Schachtschüler, die durch den wochenweisen Wechselunterricht erst nächsten Montag zum Präsenzunterricht kommen. Sie müssen sich dann voraussichtlich selbst testen. Wie sie an die Einwilligungserklärung kommen, sei noch offen, so Hackenberg. Für die Lehrer ist der zweite verpflichtende Test in dieser Woche schon am Donnerstag dran.

Am Großenhainer Gymnasium herrschte am Dienstag rege Vorbereitung, damit am nächsten Tag alles klappt. "Drei bis vier Schüler haben sich nicht testen lassen. Die Argumentation der Eltern finde ich unvernünftig", bilanziert Schulleiter Klaus Liebtrau. Diese Schüler haben jetzt allerdings kein Homeschooling mehr, sondern bekommen nur die Aufgaben, die ihre Mitschüler im Präsenzunterricht gelöst haben, heißt es. Keiner der getesteten Schüler bzw. Lehrer sei positiv gewesen. Die fünften bis zehnten Klassen sind noch im Wechselunterricht und werden kommenden Montag getestet. "Die Schüler machen das problemlos", sagt Klaus Liebtrau. Die noch nicht Getesteten könnten dies auch beim Hausarzt oder allein vornehmen, um wieder die Schule besuchen zu dürfen.

Drei Schüler waren es auch, die bisher an der Oberschule Kupferberg keinen Selbsttest gemacht haben. 120 Schüler und die Lehrkräfte sowie das weitere Personal sind dagegen getestet - alle negativ. "30 Schüler und einige Lehrer wurden bereits am Montag durch das DRK getestet", informiert Schulleiterin Manuela Fuchs auf SZ-Nachfrage. Auch an ihrem Haus kam die Entscheidung "sehr kurzfristig" und habe eine große Herausforderung dargestellt. "Es lief aber alles ohne Probleme, und wir sind jetzt froh und beruhigt, dass wir keinen positiven Fall haben", so die Schulleiterin. Weitere Schüler folgen mit den Selbsttest durch den Wechselunterricht am nächsten Montag.

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Getestet haben sich außerdem die Schüler des Beruflichen Schulzentrums Karl Preusker Großenhain. Wie die stellvertretende Schulleiterin Janett Anders auf SZ-Nachfrage erklärt, sei der Test gut angelaufen und werde am Donnerstag fortgesetzt. Über die genaue Zahl der Getesteten konnte Anders noch keine Auskunft geben.

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