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Ansturm aufs Baukindergeld

Thiendorf musste eine Krippen- und eine Hortgruppe schließen – der Gemeinde-Etat wurde unter verschärften Hygieneregeln auf den Weg gebracht.

In Thiendorf baut nicht nur die Gemeinde. Auch Private stellen Bauanträge, um das Baukindergeld bis Ende März noch zu erhalten.
In Thiendorf baut nicht nur die Gemeinde. Auch Private stellen Bauanträge, um das Baukindergeld bis Ende März noch zu erhalten. © dpa/Archiv

Thiendorf. Bürgermeister Dirk Mocker hatte zunächst einmal einen Rundruf unter den Gemeinderäten gestartet, bevor er die Januar-Ratssitzung stattfinden ließ. Die Gemeinde gehört - bezogen auf die Einwohnerzahl - mit 27 aktiv Infizierten zu den Spitzenreitern im Landkreis Meißen. Da lag es nahe, dass wegen notwendiger Quarantänemaßnahmen etliche Volksvertreter fernbleiben würden. Es fanden sich am Mittwochabend dann aber doch genügend Ratsmitglieder ein, um die Beschlussfähigkeit zu gewährleisten. Es ging schließlich um die Finanzen fürs laufende Jahr, und da hat die Kommune einiges vor.

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Die Thiendorfer Ratssitzungen fanden schon im vorigen Jahr nur noch im großen Saal des Kulturhauses statt – mit Einzeltischen und großen Sicherheitsabständen. Angesichts des verschärften Lockdowns wurden die Bedingungen nun noch einmal verschärft. Auch während der Sitzung galt Maskenpflicht – nur während ihrer Redebeiträge durften die Räte die Mund-Nasenbedeckung abnehmen. Gäste waren zwar zugelassen – mit Ausnahme von Bürgern, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Außerdem hatte die Gemeinde alle Thiendorfer mit Erkältungssymptomen oder Geruchs- und Geschmackseinschränkungen aufgefordert, der Ratssitzung besser fernzubleiben. Am Ende blieben die wenigen Besucherstühle komplett verwaist.

Auf Platz drei in Sachsen

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz lag Thiendorf am 21. Januar sogar auf Platz drei in Sachsen, wobei man diese Zahl bei kleineren Gemeinden mit Vorsicht aufnehmen sollte. Das linkselbische Hirschstein kam mit 18 Erkrankungen locker auf einen Wert von 923. Betroffen sind auch zwei Thiendorfer Kindereinrichtungen. Im Ortsteil Ponickau musste eine Krippengruppe wegen Quarantäne bis zum 27. Januar komplett geschlossen werden. In Sacka die Hortgruppe bis zum 28. Januar. Für alle anderen Bereiche sei die Notbetreuung sichergestellt, so der Bürgermeister. Das Kreisgesundheitsamt habe in beiden Fällen schnell und professionell gehandelt – auch am Wochenende.

Um die Gemeinderäte nicht unnötig lange in einem Raum zusammensitzen zu lassen, hatten die Thiendorfer die Tagesordnung auf das Nötigste beschränkt. Da war zum einen der Haushaltbeschluss, mit dem unter anderem die Investitionen für das laufende Jahr festgeklopft wurden. Größter Einzelposten ist der Kindercampus im Ortsteil Ponickau mit Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro, für den in diesem Jahr eine Million Euro bereitgestellt wird. Ebenfalls in diesem Jahr soll der Bau des neuen, 500.000 Euro teuren Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Naundorf beginnen. Er wird auf dem Grundstück des alten Gasthofes erfolgen, der bereits abgerissen ist. Hier wird ein komplett neues Gebäude mit Fahrzeughalle, Versammlungsraum, Umkleideräumen, Sanitäranlagen und einer Küche errichtet. Der Gemeinschaftsraum kann auch für dörfliche Veranstaltungen genutzt werden.

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Drittgrößte Investition ist der Ausbau des Gehweges zwischen den Ortsteilen Welxande und Thiendorf, mitsamt Straßenbeleuchtung, der rund 100.000 Euro kosten wird. Ob die drei großen Projekte wie geplant umgesetzt werden können, wird sicher auch von der künftigen Corona-Situation in der Region abhängen. Finanziell zumindest gebe es bisher keine Ausfälle, so Bürgermeister Mocker. Die Gewerbesteuereinnahmen seien stabil geblieben. Dass auf der abgespeckten Tagesordnung auch etliche Baugenehmigungen auftauchten, begründet der Amts-Chef mit den Fristen zur Beantragung von Baukindergeld. Bezuschusst werden Vorhaben mit Starttermin bis zum 31. März 2021. Alle in diesem Zeitraum geschlossenen Kaufverträge oder Baugenehmigungen sind noch förderberechtigt.

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