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Wer in Großenhain hier sparen will, muss warten

Ein Fleischer-Stand ist der Renner zum Markttag in Großenhain jeden Donnerstag. Warum eine Spartüte so viele Kunden anzieht.

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Lange Schlange jeden Donnerstag  an einem Wagen auf dem Großenhainer Wochenmarkt. Was ist das Geheimnis dahinter?
Lange Schlange jeden Donnerstag an einem Wagen auf dem Großenhainer Wochenmarkt. Was ist das Geheimnis dahinter? © Norbert Millauer

Von Norbert Millauer

Großenhain. Es ist jeden Donnerstag das gleiche Bild. Zum Markttag auf dem Hauptmarkt steht am Stand der Fleischerei R. Kluge und Söhne aus dem südbrandenburgischen Lauchhammer eine Schlange von Wartenden. Und das schon bevor sich die Theke des mobilen Verkaufsstandes gegen acht Uhr öffnet. Der Grund für die an DDR-Zeiten erinnerte Szenerie ist die sogenannte Spartüte. Für 4,99 Euro sind es diesmal zwei Schnitzel, zwei Bratwürste und 300 Gramm Hackepeter. Der Preis sei immer derselbe, der Inhalt verschieden, erzählt eine begeistere Kundin in der immer länger werdenden Schlange.

Die beiden Verkäuferinnen haben alle Hände voll zu tun und kommen kaum zum Luft holen. Auch ein kurzes Gespräch mit der Sächsischen Zeitung ist zumindest am Vormittag ein Ding der Unmöglichkeit. Etwas mehr Ruhe und Zeit haben indes die Menschen in der Warteschlange. Eine Frau meint: „Das ist viel Essen für überschaubares Geld, und es sind mindestens drei gute Mahlzeiten“. Ein Mann mittleren Alters gesteht freimütig, dass ihm die Spartüte schon so manches Wochenende gerettet hätte. Und eine Frau aus Reinersdorf kommt nur wegen des Fleischers jeden Donnerstag auf den Markt nach Großenhain. Sie will natürlich auch eine Spartüte kaufen und fügt noch hinzu: „Alles hier schmeckt gut, die Ware hält sich lange und die Bedienung ist immer freundlich“.

Das wird von anderen Wartenden nickend bestätigt. Auch die Sonderangebote seien ein gewichtiges Argument, sagt eine weitere Kundin. Zur Mittagszeit hat die Warteschlange nur unwesentlich abgenommen.

Gegen 14 Uhr bringt ein Transporter der Firma frische Ware für den Nachmittag. Der fliegende Wechsel der Belegschaft von der Früh- zur Spätschicht bietet jetzt die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch mit einer Verkäuferin. Sie erzählt, dass fünf mobile Verkaufsautos der Fleischerei mit über 30 Verkäuferinnen von Dienstag bis Samstag auf 31 verschiedenen Märkten in Südbrandenburg und Nordsachsen unterwegs sind, um ihre regionalen Produkte zu vermarkten. Auch da werde die Spartüte natürlich angeboten. Das seit 1977 bestehende Unternehmen sei seit 2014 zum Markttag in Großenhain präsent. Die Spartüte gebe es allerdings schon viel länger.