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Großenhain: Das Jahr 2021 in Bildern

Nicht nur Corona bestimmte 2021 das städtische Leben. Es gab auch viele schöne Ereignisse, an die man sich gern erinnert.

Von Kathrin Krüger
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Im Januar bekam die Großenhainer Gesenk- und Freiformschmiede ihren ersten Pressroboter.
Im Januar bekam die Großenhainer Gesenk- und Freiformschmiede ihren ersten Pressroboter. © Kristin Richter

Großenhain. Januar: Gleich zu Jahresbeginn erhielt die Großenhainer Schmiede Besuch von den Robotern. Denn der Betrieb in Mülbitz modernisierte die erste von fünf Schmiedelinien. Der Wirkungsgrad soll sich mit den Schmiederobotern verdoppeln, Energie wird eingespart. 22 Tonnen Leergewicht hatte der neue Pressroboter, der aus Coburg an die Gesenk - und Freiformschmiede ausgeliefert wurde. Mit dem Aufstellen dieser ersten vollautomatischen Reckanlage zog hochkomplexe, präzise Robotik in die noch archaisch arbeitende Manufaktur ein. Die Erwärmung der Stähle wird sparsamer. Auch körperlich sehr schwere Arbeit wird dadurch minimiert. Der Betrieb investierte vorerst vier Millionen Euro.

Dominique, Lisa und Dirk im FCV-TV-Studio.
Dominique, Lisa und Dirk im FCV-TV-Studio. © Screenshot Kathrin krüger

Februar: Der Folberner Carnevals Verein FCV sah sich auch 2021 mit eingeschränktem Fasching konfrontiert. Die Jugend um Dominique, Lisa und Dirk startete online eine ganz besondere Rosenmontagsparade. Kreative Faschingsfamilien mit ihren Kindern hatten einen Umzug in klein zusammengestellt, der gefilmt wurde. Und im Internet anzuschauen war. In einem improvisierten TV-Studio kommentierten die drei Moderatoren die kurzweilige Show. Zwölf Umzugswagen waren in einem kreativen Wettbewerb liebevoll gebaut worden. Aus Lego, Pappe und anderen Materialien wurden tolle Ideen umgesetzt. Alle folgten mehr oder weniger dem FCV-Saisonmotto „Ab durch den Dschungel“.

Ralf Hermann und Frank Flecks mit ihrer Kamera im Museum Alte Lateinschule.
Ralf Hermann und Frank Flecks mit ihrer Kamera im Museum Alte Lateinschule. © Kristin Richter

März: Ralf Hermann und Frank Flecks von der Sachsenhits Filmmanufaktur Niesky nahmen im Museum Alte Lateinschule einen virtuellen Rundgang durch die Sonderausstellung zur Tausendjahrfeier und die Dauerausstellung mit einer Kamera aus Amerika auf. Das Ergebnis ist ein Kugelpanorama – ein 360-Grad-Bild wie bei einer Diskokugel. Wie bei einem Blick in jeden Winkel einer Puppenstube kann man die Ausstellung nun digital auf der Webseite erleben. Etwa 16 bis 18 Fotos pro Standort und 70 Plätze insgesamt wurden aufgenommen und fließen ineinander über. Hintergrund war auch, dass die gerade eröffnete Sonderausstellung zu 1954 gleich wieder geschlossen werden musste.

Ostern fiel beinahe aus – aber nur beinahe.
Ostern fiel beinahe aus – aber nur beinahe. © Kristin Richter

April: Feiertagsaktivitäten zum Osterfest waren auch 2021 nicht möglich. Doch der Osterhase der Fördergemeinschaft Großenhain aktiv ließ es sich dennoch nicht nehmen, im Stadtgebiet vorm Fest bunte Eier zu verteilen. Auch der Hirschfelder Osterhase Dieter Melzer machte zu seinem 70. Dienstjubiläum eine Tour durch die Ostgemeinden. Seit 1968 führt er selbst diese seit 1951 bestehende Festtagsfreude fort. Die traditionelle Trabi-Tour durch Großenhainer Ortsteile am Ostersonntag musste zwar kurzfristig abgesagt werden. Allerdings hatten viele Menschen ihre Grundstücke schön geschmückt und verbrachten die freien Tage im Garten oder in der Natur.

Ab 6. Mai wurde an der neuen Kita Chladeniusstraße der Boden für die Grundplatte eingeebnet.
Ab 6. Mai wurde an der neuen Kita Chladeniusstraße der Boden für die Grundplatte eingeebnet. © Kristin Richter

Mai: Im Frühjahr wurde mit dem Bau der neuen Kita Chladeniusstraße begonnen. Der erste feierliche Spatenstich wurde bereits am 14. April vollzogen, dann starteten die Erdarbeiten. Über ein Jahr war es da her, dass sich die Stadträte nach einer teilweise recht kontrovers geführten Diskussion zum millionenschweren Neubau bekannten. Eine Einrichtung anstelle des am 10. Januar 1983 eröffneten Altbaus, der asbestbelastet ist und nach der Fertigstellung des Neubaus abgerissen werden soll. Vier Jahre lang war das Projekt der Stadt mit dem Trägerverein Lustiger Tausendfüßler bis ins Detail entwickelt worden. Im Dezember 2019 stand das ganze Vorhaben sogar kurz vor dem Aus.

Der Spielplatz auf dem Gelände der ehemaligen Bergbrauerei Zschieschen wurde eingeweiht.
Der Spielplatz auf dem Gelände der ehemaligen Bergbrauerei Zschieschen wurde eingeweiht. © Norbert Millauer

Juni: Es war vollbracht: Nach dem teils spektakulären Abriss der Zschieschener Bergbrauerei wurde am Monatsende der neue Spielplatz auf dem revitalisierten Gelände eingeweiht. Die Stadt hatte es als neuen Treffpunkt an die IG Dorfclub Zschieschen übergeben. Fast eine Million Euro haben Abriss und Rekultivierung gekostet. Großenhain bekam das Projekt weitgehend vom Freistaat gefördert. Schon 2013 hatte die Stadt das rund 6.000 Quadratmeter große Areal zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro erworben. Der Abbruch lief von 2019 bis 2020. Als Überraschung war damals eine ganz alte Bierflasche zum Vorschein gekommen. Eine Infotafel kündet heute von der Bergbrauerei.

Sommerfest des Landkreises im Barockgarten Zabeltitz.
Sommerfest des Landkreises im Barockgarten Zabeltitz. © Norbert Millauer

Juli: Zum 12. Sommerfest des Landkreises kamen 500 Gäste nach Zabeltitz ans Palais. Im wunderschönen Barockgarten trafen sich die Gäste aus Vereinen, Parteien, der Wirtschaft und Institutionen zum ersten Mal auf Einladung von Landrat und Schirmherr Ralf Hänsel. 2020 war das Sommerfest ausgefallen. Zu Gast war auch eine Delegation aus der Region Rems-Murr. Gesprächsthema war die Unterstützung der vom Unwetter betroffenen Regionen in Deutschland. Der Landrat stellte das Spendenkonto für die Hochwasser-Opfer vor. Und er zeichnete wie immer sechs verdienstvolle Bürger auf Vorschlag von Kommunen und Vereinen mit der Ehrenmedaille des Landkreises aus.

Silke und Daniel Erhardt sowie Norbert Sauer (v.r.) beim Diner vorm Kino am Kulturschloss.
Silke und Daniel Erhardt sowie Norbert Sauer (v.r.) beim Diner vorm Kino am Kulturschloss. © Kristin Richter

August: Film ab im Sommerkino! hieß es dieses Jahr gleich an zwei Stellen. Das Kulturschloss bot an den Samstagabenden Freilichtfilme im Schlossgraben mit gastronomischem Service an. Auch wenn der Start etwas verregnet war (s. Foto), zogen die von der SZ unterstützten Vorführungen von Juni bis in den August viele Cineasten ans Kulturschloss. Vom 17. Juli bis 14. August waren auch vier Filmabende im „Sommerkino zwischen den Gleisen“ der Filmfreunde Großenhain geplant, drei konnten stattfinden. Auch hier gab es kulinarische Genüsse vom „Holzweg“. Die Großenhainer und ihre Gäste nahmen dieses Angebot genauso gern an wie den Kultursommer auf der Festwiese.

Die Crazy Ties Bigband mit Uwe Naumann (links) und OB Sven Mißbach zur Eröffnung der Kulturnacht.
Die Crazy Ties Bigband mit Uwe Naumann (links) und OB Sven Mißbach zur Eröffnung der Kulturnacht. © Kristin Richter

September: Die alle zwei Jahre stattfindende Kulturnacht sorgte an neun Spielstätten für dankbare Gäste und frohe Künstler, die endlich wieder live auftreten konnten. Da machte es auch nichts, dass die meisten Veranstaltungen auf eine halbe Stunde begrenzt waren und viermal wiederholt wurden. Zwischendurch – so sahen es die Hygienekonzepte vor – wurden die Spielstätten gelüftet und wieder hergerichtet. Wer sein Einlassbändchen bereits in der Marienkirche erworben hatte, durchlief die 3G-Kontrolle und musste später nur noch die Nummer auf dem Bändchen vorzeigen. Davon machten mehr als 100 Besucher Gebrauch und erlebten einen entspannten, vielseitigen Abend.

Der Radeburger Platz in Großenhain. Hier kreuzen sich B101 und die alte B98.
Der Radeburger Platz in Großenhain. Hier kreuzen sich B101 und die alte B98. © Brühl/Archiv

Oktober: Am 8. Oktober fand im Kulturschloss die öffentliche Abschlussveranstaltung zum Verkehrskonzept statt – für Großenhain eine wichtige Sache. Die geplante B-101-Verlegung war ein Hauptthema. Alle rund 80 Sitzplätze waren besetzt. Zur umstrittenen Osttangente bei einer Verlegung der Bundesstraße raus aus der Stadt wollten sich viele Betroffene schlaumachen, wie die Diskussion belegte. Das Verkehrsentwicklungskonzept 2030 (VEK) wurde vom Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme Dresden erarbeitet. Bereits beim Flächennutzungsplan im August waren die möglichen Pläne einer Neutrassierung südlich vom Kupferberg und durch das Hopfenbachtal diskutiert worden.

Thomas Müller als Seifenblasen-Tom bei der traditionellen Einkaufsnacht mit Feuerzauber.
Thomas Müller als Seifenblasen-Tom bei der traditionellen Einkaufsnacht mit Feuerzauber. © Norbert Millauer

November: Schon der 17. Juli war mit dem Langen Einkaufssamstag in der Stadt gut eingeschlagen – trotz Regen. Die Einkaufsnacht mit Feuerzauber wurde ein ähnlich schöner Abend. Als „Seifenblasen-Tom“ begeisterte ein Dresdner mit einer fulminanten Vorführung, bei der Riesenseifenblasen den Hauptmarkt-Himmel in farbenprächtiges Flair versetzten. Dieser Thomas Müller, etliche DJs und Glühweinstände lockten viele Schaulustige in die Innenstadt, die sich auch einen Geschäftsbummel gönnten. Für die Kinder gab es wieder den beliebten Lampionumzug. Auch Stelzenmann Thomas Born unterhielt die Besucher, die bis 22 Uhr die Innenstadt mit lebhaftem Treiben bevölkerten.

Jonas mit seinen Eltern Kristin und Daniel Spindler.
Jonas mit seinen Eltern Kristin und Daniel Spindler. © Norbert Millauer

Dezember: Das ganze Jahr über machte die Spendenkampagne für den kleinen Jonas Spindler zahlreiche Großenhainer auf ein ungewöhnliches Schicksal aufmerksam. Im Juli 2020 kam Jonas völlig unerwartet mit Fehlbildungen an Händen und Füßen zur Welt. Um die vielen Fahrten zu Ärzten und Operationen bezahlen zu können, organisierten seine Eltern Daniel und Kristin Spindler eine Geldsammlung über die Plattform Gofundme. 145 Spenden brachten bislang über 6.500 Euro zusammen. 9.000 Euro sind jetzt das Ziel. Sogar 300- und 200-Euro-Spenden sind verzeichnet. Die Spindlers sind überglücklich. Die Heilung ihres kleinen Lieblings geht damit gut voran.