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Großenhainer revolutioniert die Waldarbeit

Diplomingenieur Robert Richter sucht Forstfläche, um für die TU Dresden und seine Firma die Waldbewirtschaftung auf Zukunftstauglichkeit umzustellen.

Diplomingenieur Robert Richter aus Großenhain mit einer Drohne für innovative Waldbewirtschaftung. Auch ein Harvester-Navi entwickelt der TU-Mitarbeiter.
Diplomingenieur Robert Richter aus Großenhain mit einer Drohne für innovative Waldbewirtschaftung. Auch ein Harvester-Navi entwickelt der TU-Mitarbeiter. © Norbert Millauer

Großenhain. Eine Drohne fliegt im Forst eine Rückegasse für den Holzeinschlag entlang. Gesteuert wird sie nicht wie gewöhnlich durch GPS, welches im Wald nur schwach vorhanden ist, sondern durch kleine Sender am Anfang und Ende der Rückegasse. Die sind nur so groß wie Zwei-Euro-Stücke. "Damit wird die Einschlagschneise optimiert", sagt Diplom-Ingenieur Robert Richter. Der Harvester, also die Walderntemaschine, hat ein innovatives Navigationssystem, mit dem die Effektivität und der Arbeitsschutz für die Forstarbeiter verbessert werden können.

So könnte die Forstwirtschaft der Zukunft aussehen. Und so könnte die Fahrschulausbildung mit Drohne und Harvester revolutioniert werden. Davon ist der Großenhainer Robert Richter überzeugt. Gemeinsam mit Bert Eichhorn von der Meißner Fahrschule AGK24 sucht Richter, der an der TU Dresden arbeitet und Inhaber der Großenhainer Firma 3D-Printpetrol ist, Waldstücke für sein Forschungsprojekt.

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Der Verkehrsingenieur gehört an der TU zum Lehrstuhl Informationstechnik für Verkehrssysteme von Prof. Dr.-Ing. Oliver Michler. "Da ich als Gruppenleiter für Forschung und Labore auch für praxisrelevante Akquise zuständig bin, bin ich auf das Thema Wald gekommen", erklärt Richter. Seit vorigen Oktober und bis März 2023 laufen nun die Projekte "AutoDrone" und Harvester-Navi. Der Lehrstuhl bringt dabei seine Kenntnisse aus dem Bereich Verkehr mit den Anforderungen künftiger Waldbewirtschaftung und des klimaangepassten Waldumbaus zusammen. Zahlreiche Partner sind in den Firmen- und Forschungsverbund eingewoben: das Dresdner IT-Systemhaus "Trans4mation", die Dresdner Firma "metirionic", das Ingenieurteam "Zigpos" Dresden sowie die Großenhainer Design-Firma von Robert Richters Frau Petra "pikee". Außerdem Richter Maschinenbauteile am Röderstädter Flugplatz.

Auch den Sachsenforst und die finnländische Firma John Deere Forestry Oy hat Robert Richter als assoziierte Partner eingebunden. Fördermittel erhalten die Projekte vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bzw. dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM).

Von Großenhain aus soll also der Förster der Zukunft geschult werden. "Er ist mit einer Drohne im Rucksack ausgestattet, deren Radare die zu fällenden Bäume scannen,statt sie wie herkömmlich zu sprayen", sagt der Diplomingenieur. Ein Youtube-Video zeigt schon, wie das gehen könnte. Die erstellte Baumkarte hilft bei der besseren Lokalisierung und Optimierung der Arbeit durch gezielte und vorgegebene Anfahr-Navigation. Mit dem Harvester-Navi können die Forstbetriebe ihre Arbeitsproduktivität stärken bei gleichzeitiger Entlastung des Harvester-Fahrers, erklärt Robert Richter. "Das Assistenzsystem trägt die für die Fällarbeiten relevanten Informationen zusammen und stellt sie dem Maschinenführer in einfacher und übersichtlicher Form zur Verfügung."

In der Großenhainer Stadtverwaltung finden diese Ideen großen Anklang. Immerhin ist Oberbürgermeister Sven Mißbach selbst studierter Forstwirt. Auch sind dessen Forschungsprojekte deutschlandweit einmalig. Die Stadt hilft derzeit bei der Suche nach Waldstücken, die als Versuchsfeld dieser Forschung dienen können. Dort will Robert Richter den Kiefernwald zu 80 Prozent als klimaangepassten resilienten Mischwald umbauen. Zehn Prozent der Fläche können der Ausbildung für Kettensägen-Schein, Drohnen- und Harvester-Führer dienen. Die restlichen zehn Prozent sollen der Lignin-Forschung für die Eignung zum 3D-Druck zur Verfügung stehen.

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Lignin ist druckbare Holzfaser und kann im 3D-Druck als innovatives Material der Zukunft verwendet werden. Seit zwei Jahren betreibt der Diplomingenieur die Firma 3D-Printpetrol auf der Großenhainer Frauengasse 5. "Ich beschäftige mich hier mit nachhaltigen Produkten, die nach dem Prinzip von der Wiege zur Wiege nach ihrer Nutzung in ihren Ursprung zurückgeführt werden können", so der 3D-Druck-Experte. Seiner Meinung nach wird die Zukunft hybrid aussehen - also in dem Fall eine Mischung aus Echtholz und gedruckter Holzfaser. Was, wenn dieser Siegeszug von Großenhain ausgeht?

Kontakt: Telefon 03522 5281578, Mobil: +49 151 21600621, Mail: [email protected]

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