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Gute Nachrichten für Häuslebauer

Im Bebauungsplanverfahren für das Eigenheimgebiet am Herrenhaus Tauscha gibt es keine gravierenden Einwände.

Am Herrenhaus Tauscha sollen 13 Eigenheime entstehen.
Am Herrenhaus Tauscha sollen 13 Eigenheime entstehen. © Brühl/Archiv

Tauscha. Die derzeit beliebten eingeschossigen Häuser im Bungalowstil sind zwar nicht erlaubt, aber ansonsten dürfen westlich vom Tauschaer Herrenhaus 13 Eigenheime errichtet werden. Thiendorfs Gemeinderat beschäftigte sich in seiner Februar-Sitzung mit den Hinweisen und Bedenken zum Bebauungsplan für das kleine Wohngebiet und fand nichts Schwerwiegendes, das gegen das Projekt sprächen.

Vor zwei Jahren ist das Eigenheimgebiet fast an einem Einspruch der Landesdenkmalbehörde gescheitert. Die wollte den Grasgarten neben dem Herrenhaus unbedingt erhalten und legte deshalb ihr Veto ein. Am Ende fand man einen Kompromiss: Die Zahl der Baugrundstücke wurde von 19 auf 13 reduziert – dafür darf der Randbereich der Rasenfläche genutzt werden. Es gibt auch zwei weitere wesentliche Auflagen.

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Zum einen müssen die Eigenheimbesitzer ihre Dächer mit naturfarbenen Ziegeln decken. Dadurch soll die kleine Siedlung dem dörflichen Charakter der Umgebung angepasst werden. Zwischen Eigenheimgebiet und Grasgarten soll außerdem eine Reihe Linden gepflanzt werden.

Dass die Kommune aufs Tempo drückt, hat nicht nur mit dem wachsenden Wohnraumbedarf zu tun. Die Thiendorfer wollen neben dem Herrenhaus im Ortsteil Tauscha ein neuen Kita-Gebäude errichten. Die alte Tauschaer Kita platzt bei normaler Nutzung aus den Nähten; deshalb favorisiert die Gemeinde einen Neubau, in dem genug Platz für alle Hort-, Kindergarten- und Krippenkinder ist. Die Kinderkrippe im benachbarten Dobra könnte dort integriert werden. „Wenn es entsprechende Fördermöglichkeiten gibt, wollen wir einen genehmigten Bebauungsplan in der Schublade haben“, sagt Bürgermeister Dirk Mocker. Dieser schließt auch eine Verlegung des bisherigen Spielplatzes und die Schaffung von Parkmöglichkeiten ein. Da das Gelände des benachbarten kommunalen Bauhofes für die Eigenheimsiedlung genutzt wird, soll dieser komplett nach Thiendorf verlegt werden.

Das Tauschaer Herrenhaus selbst spielte in der Rats-Diskussion diesmal keine Rolle. Ursprünglich wollte sich die Gemeinde nach einem Investor umschauen, der das Haus kauft und dann unter Beachtung der Denkmalschutzauflagen saniert. Das wäre eine teure Angelegenheit geworden, und die Chancen dafür standen wohl auch nicht gut. Nun soll es in kommunaler Hand bleiben, aber wie die Nutzung aussehen könnte, ist nach wie vor unklar. Die Vorschläge reichen von der Einrichtung eines Tante-Emma-Ladens bis hin zu Vereinsräumen mit einem kleinen Café.

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Für die breite Öffentlichkeit – zum Beispiel für Familienfeiern – allerdings ist das Gebäude im derzeitigen unsanierten Zustand kaum nutzbar. Das umso mehr, als Tauscha gleich nebenan ein Dorfgemeinschaftshaus mit einem größeren Kulturraum stehen hat. Immerhin dringt der Tauschaer Heimat- und Freizeit-Reitverein darauf, das historische Gemäuer weiter für Veranstaltungen nutzen zu können. Angesichts der großen Investitionsvorhaben der Gemeinde, wie dem Kita-Gebäude und dem Kindercampus in Ponickau, befürchtet der Verein allerdings, dass in Zukunft kaum Geld für die Erhaltung des Herrenhauses übrig sein wird. Ohne Fördermittel von den Denkmalschutzbehörden werde das nicht gehen, sagt Bürgermeister Mocker. Eine aus Gemeinderäten bestehende Arbeitsgruppe soll dafür sorgen, dass das Herrenhaus-Problem nicht aus dem Blickfeld gerät.

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