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Hasen, Hände und viel Platz

Dass im Hortverein Regenbogen am Großenhainer Bobersberg 2020 umgebaut wurde, war ein Segen für die jetzigen Anforderungen im Notbetrieb.

Im Kinderhaus „Am Bobersberg“ sind die Kinder Alena (r.), Benito und Benjamin im Hasengarten bei Indigo und Enzian. Erzieherin Andrea George hat ein Auge auf sie.
Im Kinderhaus „Am Bobersberg“ sind die Kinder Alena (r.), Benito und Benjamin im Hasengarten bei Indigo und Enzian. Erzieherin Andrea George hat ein Auge auf sie. © Kristin Richter

Großenhain. Indigo und Enzian haben es gut. Im Kinderhaus am Bobersberg besitzen die beiden nicht nur ein eigenes Häuschen. Sie sind seit Ende Januar die Stars vor allem bei den Krippenkindern. Die beiden Hasen, genauer gesagt Blaue Wiener, lassen sich von ihnen füttern, und viele sprechen auch mit ihnen. "Der Kontakt zu den Tieren ist in unserem Konzept sehr wichtig", sagt Projektbetreuerin Andrea George. Auch Vorschulkinder würden die Tiere stundenlang beobachten. Hier lernen sie zudem eine Fürsorgepflicht für andere Lebewesen.

Der Kaninchengarten ist beim Hortverein Regenbogen ein schönes Projekt zur Förderung der Wahrnehmung und des Dialogs. Auch gerade jetzt in der Notbetreuung. Immerhin 83 Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen können zur Zeit die Betreuung in Anspruch nehmen. 217 Verträge gibt es insgesamt, die Kapazität liegt sogar bei 225 Plätzen.

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Die damit größte Kita der Stadt wurde im vorigen Jahr baulich umstrukturiert und erneuert - ein regelrechter Glücksfall für die jetzigen Corona-Anforderungen mit strenger Gruppentrennung. Weil sich nun die Krippenkinder in der ersten Etage, der Kindergarten in der zweiten und die Vorschul- und Hortkinder der ersten Klasse in der dritten Etage konzentrieren, ist die geforderte Trennung leichter einzuhalten. Dafür mussten vor allem die Sanitärräume angepasst werden. Im vorigen Sommer wurde hier kräftig gebaut. Vorher war das ehemalige Hortgebäude 2004/2005 für eine Mio. Euro generalsaniert worden.

Der Hortverein arbeitet nicht nur mit dem Leitspruch "Mit allen Sinnen erleben", sondern auch im Kleinkindbereich nach den Ideen der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler. Autonome Bewegungsentwicklung steht dabei im Vordergrund. Das versuchen die etwa 20 Erzieher auch unter den jetzigen Gegebenheiten umzusetzen. "Wir haben in den Gruppenräumen an Tischen gespart und dafür mehr Platz für Aktion gelassen", sagt Leiterin Kristina Quoos. Seit zwei Jahren steht die 39-Jährige an der Spitze der Mitarbeiter.

In der Vorschulgruppe in den neuen Räumen gibt es sogar eine Kreidetafel.
In der Vorschulgruppe in den neuen Räumen gibt es sogar eine Kreidetafel. © Kristin Richter
Der Sanitärbereich der Krippe wurde erneuert. Endlich haben die Jüngsten Toiletten in ihrer Größe.
Der Sanitärbereich der Krippe wurde erneuert. Endlich haben die Jüngsten Toiletten in ihrer Größe. © Kristin Richter
Der Außenbereich wird umgestaltet. Hier liegen die "Johanns" - mit Beton ausgegossene Gummihandschuhe - ein netter Hingucker.
Der Außenbereich wird umgestaltet. Hier liegen die "Johanns" - mit Beton ausgegossene Gummihandschuhe - ein netter Hingucker. © Kristin Richter
Kristina Quoos ist Sozialpädagogin und seit zwei Jahren Leiterin des Kinderhauses Regenbogen am Bobersberg.
Kristina Quoos ist Sozialpädagogin und seit zwei Jahren Leiterin des Kinderhauses Regenbogen am Bobersberg. © Kristin Richter
Das Bauzimmer im Hort 1. Hier können Kinder mit den Holzelementen der Bieberburg arbeiten und haben Fotos von Schlössern als Anregung an der Wand.
Das Bauzimmer im Hort 1. Hier können Kinder mit den Holzelementen der Bieberburg arbeiten und haben Fotos von Schlössern als Anregung an der Wand. © Kristin Richter
In frischer neuer Farbe ist auch dieser Hortbereich gestaltet: Eine Sitzecke mit Spiegel zum Tanzen oder Quatschen.
In frischer neuer Farbe ist auch dieser Hortbereich gestaltet: Eine Sitzecke mit Spiegel zum Tanzen oder Quatschen. © Kristin Richter
Großzügig und farbenfroh sind die Räume für viel Aktion modernisiert worden.
Großzügig und farbenfroh sind die Räume für viel Aktion modernisiert worden. © Kristin Richter
Lustig sind diese Stiefelständer. Holzelemente sind prägend in der Kita am Bobersberg.
Lustig sind diese Stiefelständer. Holzelemente sind prägend in der Kita am Bobersberg. © Kristin Richter

Vor allem die Räume des linken, sanierten Gebäudeflügels sind jetzt moderner und altersgerechter ausgestattet. Puppentheater und Vater-Mutter-Kind-Ecke vermitteln eine familiäre Atmosphäre, Elemente zum Klettern und Greifen finden sich auch im Krippenbereich. "Wir haben jetzt einen Platz für unsere neue Bewegungslandschaft", ist Kristina Quoos stolz. Umgebaut wurden in der ersten und dritten Etage auch die Toiletten.

Im Vorschulzimmer fällt sofort die Schultafel auf. Hier kann das Training für die künftigen Schulanfänger sehr gut praktiziert werden. Einladend sind verschiedene Aufenthaltsbereiche ausgestattet. Auf das Bauzimmer im Hort eins weist Kristina Quoos besonders gern hin. Auffällig ist die nach dem Emmi-Pikler-Konzept gebaute Biberbau-Strecke aus Holz, die altersgerecht mit den Kindern entwickelt wurde. Nach eigenen Vorstellungen können die Kinder sich hier tummeln und gestalten, wozu sie vielleicht durch die sächsischen Schlösserbilder an der Wand angeregt werden. "Bewegung fördert auch die Sprachentwicklung", weiß Sozialpädagogin Quoos. Wer dabei Dinge beobachtet, kann besser Wörter dafür finden. Folgerichtig hat sich der Trägerverein für das Bundesprogramm "Sprach-Kita" beworben und tatsächlich einen Platz für zwei Jahre ergattert. "Eine halbe Personalstelle zusätzlich ist damit möglich", so Quoos. Im April soll das richtig losgehen.

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