merken
PLUS Großenhain

Husaren finden sich auf dem Exer wieder

Die Großenhainer Traditionsgruppe um Quartiermeister Lothar Fiebig besuchte den Vermessungspunkt Raschütz. Das hatte einen ganz bestimmten Grund.

Die Großenhainer Husaren und ihre Frauen trafen sich jetzt am Vermessungspunkt auf dem Exer. Hier fand früher auch das Exerzieren des Regiments statt.
Die Großenhainer Husaren und ihre Frauen trafen sich jetzt am Vermessungspunkt auf dem Exer. Hier fand früher auch das Exerzieren des Regiments statt. © Norbert Millauer

Großenhain. "Wenn der Lothar was organisiert, dann ist es rundum gut - auch das Wetter passt", freut sich Konrad Hardt über den Sonnenschein zur Husarenexkursion auf den Exer in Kleinraschütz. Die Vereinsleute um Quartiermeister Lothar Fiebig vom Standquartier Weberallee machen sich zwar in der Öffentlichkeit etwas rar - doch intern treffen sich die Uniformierten und ihre Frauen öfter - so auch am Donnerstagabend.

Lothar Fiebig gibt Erläuterungen am historischen Messpunkt auf dem Exer, von wo aus die Vermessung des Königreichs Sachsen im 19. Jahrhundert erfolgte.
Lothar Fiebig gibt Erläuterungen am historischen Messpunkt auf dem Exer, von wo aus die Vermessung des Königreichs Sachsen im 19. Jahrhundert erfolgte. © Norbert Millauer

Der Exerzierplatz war nicht nur bis ins 20. Jahrhundert hinein für das Großenhainer Husarenregiment ein wichtiger Übungsplatz der Ausbildung mit den Pferden, wie auf den Infotafeln ausführlich nachzulesen ist. Hier befindet sich auch der Basispunkt Raschütz der mitteleuropäischen Gradmessung. Gemeint ist die Vermessung des Königreiches Sachsen unter August Nagel von 1862 bis 1890. Lothar Fiebig will als geschichtsbegeisterter Husar seinen Vereinskollegen dieses bedeutsame Ereignis ins Gedächtnis rufen. "Im Zuge des Truppenübungsplatzes wurde der originale Messpunkt entfernt", weiß der Quartiermeister. 2005 ist er aber mit einem Holzgerüst nachgebaut worden. Auch eine Infotafel bringt zahlreiche Erläuterungen für Exer-Besucher.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Fred-Jürgen Vogel, Falk Wagenzink aus Lommatzsch, Frank George, Günter Leonhardt aus Sacka und Volker Ulbricht aus Walda sind der Einladung zur Husarenexkursion gefolgt. Einige tragen Uniform, andere das Vereins-T-Shirt. Auch kostümierte Frauen sind dabei. "Wir waren als Stadt mal sehr bedeutsam, daran wollen wir erinnern", sagt Lothar Fiebig, der den kleinen Ausflug ein bisschen militärisch gestalten will. Zur Besichtigung des historischen Vermessungspunktes und zu Geschichten über den Exer als Reiter- und Panzerübungsplatz gibt es auch ein Gläschen Sekt und feldmarschmäßige Verpflegung.

Weiterführende Artikel

Auf den Sanitätsgefreiten Neumann!

Auf den Sanitätsgefreiten Neumann!

Die Großenhainer Husarenfreunde schwelgen zum 20. Geburtstag in Erinnerungen. Es gab tolle Erlebnisse. Doch die Gruppe ist geschrumpft.

Husarenverein feiert 20-jähriges Bestehen

Husarenverein feiert 20-jähriges Bestehen

Am 22. September 2000 war die Traditions-Gemeinschaft gegründet worden. Beim Jubiläum geht der Blick zurück - aber nur im internen Kreis.

Kennen Sie den Husarengraben?

Kennen Sie den Husarengraben?

Es gibt Husaren-Sportpark und Husaren-Denkmal, das Standquartier der Hobby-Husaren sowie eine Husarenstraße. Was hat es aber mit dem Graben auf sich?

Vereinsmitglied Falk Wagenzink weiß, dass auch bei Lommatzsch, auf der Schleinitzhöhe, ein Messpunkt der Landvermessung existiert. Interessiert hören alle den Ausführungen zu Gradmessung und Triangulierung im Königreich Sachsen zu. Kürzlich wurde der 200. Geburtstag von August Nagel vom Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) mit einer Festveranstaltung begangen. "Ohne Nagel gebe es keine genauen Straßen- oder Wanderkarten, keine Routenplaner, Navis und auch keine Hobbys wie Geocaching", hieß es dort.

Die zehn Anwesenden halten das Vereinsleben auch nach dem Tod von Gründer Manfred Leubner hoch. 21 Jahre besteht der Husarenverein Großenhain. Ob er demnächst auch wieder öffentlich auftritt, verraten die Mitglieder aber noch nicht.

Mehr zum Thema Großenhain