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IG Mahnmal hat einen Verein gegründet

Am Volkstrauertag wird in die Großenhainer Marienkirche eingeladen. Doch die Initiativgruppe um Siegfried Behla gab die Verantwortung ab.

Die Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Marienkirche.
Die Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Marienkirche. ©  Klaus-Dieter Brühl

Großenhain. Über 400 Einladungen hat die Initiativgruppe (IG) Mahnmal Marienkirche für den Volkstrauertag am 15. November verschickt. Um 10.30 Uhr wird es wieder einen Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Vertreibung und politischer Gewaltherrschaft geben. Doch die Empfänger der Schreiben werden staunen: als nicht eingetragener Verein (n. e. V.) hat sich die IG diesmal gemeldet. Sie macht auch ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die Verantwortung für den Gottesdienst ab jetzt ständig in den Händen der Marienkirchgemeinde liegt. 

Die Ehrenamtler um Siegfried Behla und Eckhard Klabunde hatten ihre Forschungsarbeit Ende 2019 offiziell beendet. "Die Arbeit ist damit aber nicht abgeschlossen", schreiben die Vereinsleute, die ihren Sitz jetzt auf der Radeburger Straße 19 bei Siegfried Behla haben. Nur haben die Akteure eben nicht aufgehört, sondern sich mit einem Verein quasi selbstständig gemacht. 

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Dieser Verein soll sich künftig um die Pflege der Gedenkstätte in der Marienkirche, die Aufarbeitung der Opferbiografien, die Beratung von Opfern bzw. deren Angehörigen bei der Rehabilitierung und Entschädigung sowie die Unterstützung der jungen Generation bei der Erinnerungs- und Gedenkarbeit bemühen. "Wir tun das solange, wie es unsere Gesundheit und unsere Kräfte zulassen", schreiben Klabunde und Behla. 

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2.601 Opfer politischer Willkür, Krieg und Vertreibung sind in zwei dicken Büchern zusammengefasst - die Initiativgruppe des Kirchenbezirkes hat sie in 15 Jahren in beispielhafter Weise zusammengetragen und erforscht. Dafür wurde sie 2013 vom Freistaat und der Stiftung Frauenkirche Dresden mit dem Sächsischen Bürgerpreis ausgezeichnet. 2016 verlieh die Stadt Großenhain der IG die kleine Preuskermedaille. ZFG und MDR haben mehrfach über die Arbeit berichtet. Zuletzt waren allerdings Spannungen zwischen den Ehrenamtlern und der Kirchgemeinde zu bemerken. 

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