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Immer wieder Fehlalarm bei Kronospan

Neun Mal rückte die Großenhainer Feuerwehr dieses Jahr umsonst nach Lampertswalde aus. Die Einwohner sind genervt. Denn die Sirene geht oft nachts.

Kronospan Lampertswalde. Hier häufen sich gerade wieder die Fehlalarme.
Kronospan Lampertswalde. Hier häufen sich gerade wieder die Fehlalarme. © Brühl/Archiv

Lampertswalde. Die Großenhainer Feuerwehr mit Drehleiter war allein in diesem Jahr schon neun Mal umsonst bei Kronospan - drei Mal im Januar und sechs Mal im Februar, zuletzt am Donnerstag, heißt es aus der Wehr. Am 14. Januar und 11. Februar mussten die Kameraden sogar zwei Mal am Tag in die Nachbargemeinde. Das waren zwar Wochentage. Doch oft geht die Sirene nachts und am Wochenende.

Die vielen Fehlalarme bei dem Laminatproduzenten bestätigt auch der Lampertswalder Ortswehrleiter Thomas Kind. Die Ursache sei oft das Wetter, so Kind. Die Sprinkleranlage friert ein, dann platzt die wasserführende Leitung, es kommt zum Druckverlust und damit zum Auslösen des Alarms. Die Sicherheitstechnik ist eben sensibel. Doch selbst bei Fehlalarm rücken routinemäßig sieben Wehren aus, wie der Lampertswalder Bürgermeister bestätigt: neben Großenhain und Lampertswalde auch Schönborn, Brockwitz, Blochwitz, Brößnitz und die Ortswehr von Quersa.

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Doch nicht immer, so Thomas Kind, löst die Brandmeldeanlage aus, und es ist nichts. "Es gab in diesem Jahr verschiedene Ursachen", so der Ortswehrleiter. Im Januar war es zum Beispiel ein Stromausfall im so genannten MDF-Werk. Da stand die Laminatpresse durch einen Kurzschluss still und es gab Rauchentwicklung. Der Rauchmelder alarmierte. Bei einem weiteren Einsatz bekam laut Thomas Kind ein Handdruckmelder Wasser und löste Alarm aus.

Während Lampertswalder Einwohner wie Andreas Heimann, auf dessen Haus sich die Sirene befindet, genervt sind, wenn sie nachts losheult, sind die Kameraden gar nicht so "böse" über die Einsätze. "Es sind auch viel weniger als in den 90er Jahren", relativiert der Ortswehrleiter. Außerdem kann die Gemeinde sie Kronospan in Rechnung stellen. Pro Einsatz fallen laut Kronospan im Schnitt Kosten von 1.500 bis 2.000 Euro an. Für die Kameraden ist es in dieser Coronazeit ohne regulären Dienst sogar positiv, wenn sie mal "Schläuche ausrollen" können, weil es sonst kaum Einsätze gibt.

"Außerdem agieren wir in 99 Prozent der Fälle nicht wirklich umsonst", sagt Thomas Kind auf SZ-Nachfrage. "Wir fahren nicht nur rein, drehen eine Runde durch das Werk und fahren dann wieder raus - das ist selten." Meist werde "die Lage erkundet".

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Die Kameraden wissen, dass Kronospan regelmäßig an seiner Brandschutztechnik arbeitet und sie modernisiert. "Die Anlagen werden auf dem Stand der Zeit gehalten", sagt Thomas Kind. Das bestätigt Geschäftsführer David Brenner. "Wir investieren pro Jahr über 100.000 Euro in die Wartung der Sicherheitstechnik", sagt er der SZ. Es gäbe zudem immer wieder Sicherheitsbegehungen. "Wir arbeiten auch extrem eng mit den örtlichen Wehren zusammen und haben eine eigene Betriebsfeuerwehr", so Brenner. Dass die Frostschäden Fehlalarme auslösen, bedauert er in Bezug auf genervte Anwohner. "Doch besser so, als umgekehrt", sagt der Geschäftsführer.

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