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Pieken im Zehn-Minuten-Takt

Das mobile Team des ASB kam ins AWO-Pflegeheim Rödern. Bewohner und Personal wurden gegen Corona geimpft - wenn sie denn wollten.

Impfungen in Pflegeheimen haben derzeit Vorrang.
Impfungen in Pflegeheimen haben derzeit Vorrang. © Robert Michael/dpa

Rödern. Am 3. Februar startete das Impfen im Pflegeheim, und am 24. Februar kommt das mobile Team des ASB ein zweites Mal zur Corona-Schutzimpfung ins Haus. Zwei Räume wurden in der Röderner Einrichtung mit etwa 60 Pflegebedürftigen in acht Wohngemeinschaften für das Impfteam aus Riesa vorbereitet. Einrichtungsleiterin Claudia Zumpe: „Im Zehn-Minuten-Takt waren die Bewohner und Mitarbeiter eingeplant.“ Aufklärungsbögen sind vorab verteilt worden. Vor Ort konnte dann der Impfarzt bestehende Fragen beantworten und die Bewohner aufklären. „Wir starteten am Vormittag und wollten bis zum frühen Nachmittag alle Impfungen erledigt haben.“ Genutzt wurde dafür ein großer Therapieraum im Erdgeschoss, der in zwei Bereiche aufgeteilt werden konnte. In einem Raum wurde der Impfstoff aufbereitet, im zweiten Raum erfolgten die Impfungen.

„Es haben sich alle Seniorinnen und Senioren, die geimpft werden können, für die Schutzimpfung angemeldet“, sagte Claudia Zumpe. „Auch ein Großteil des Teams wird die beiden Impftermine wahrnehmen.“ Für Bewohner und Pflegekräfte besteht dabei Freiwilligkeit. Wer in den letzten Wochen infiziert war, kann nach den aktuellen Regelungen aber nicht geimpft werden. „Viele Bewohner und Mitarbeiter hatten sich im Dezember mit Covid-19 infiziert, leider beklagen wir auch Verstorbene", sagt Zumpe. "Das war eine ganz schwierige Situation für uns alle. Unser Mitarbeiterteam hat Enormes geleistet. Von den Angehörigen erhielten wir Dank und Anerkennung.“

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Das mobile Impfteam bei der Arbeit.
Das mobile Impfteam bei der Arbeit. © privat

Acht Wochen zu spät

Der Impfstart komme für das Haus acht Wochen zu spät. Es sei aber wichtig, dass die Impfungen nun begonnen haben, erläutert die Heimleiterin. Im Vorfeld des ersten Termins gab es demnach bei Angehörigen und Bewohnern viele Fragen: Welcher Impfstoff wird genutzt? Ist dieser sicher? Häufig kam auch die Frage auf, ob Nachteile entstehen, wenn man sich nicht impfen lässt. „Nein, selbstverständlich nicht“, so Claudia Zumpe. „Bei uns hat keiner Nachteile. Wir informieren und beraten, die Entscheidung zur Impfung obliegt jedem selbst.“ Das trifft auch auf die Pflegekräfte zu. Arbeitsrechtlich können sie nicht zu einer Immunisierung gezwungen werden.

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Im Unternehmen AWO Sachsen Soziale Dienste gemeinnützige GmbH, zu dem auch das Pflegewohnheim in Rödern gehört, haben Geschäftsführung und Betriebsrat die Mitarbeiter aufgerufen, das Angebot zur Schutzimpfung anzunehmen. Claudia Zumpe: „Jeder Geimpfte leistet einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie, weil damit eine Immunität in der Bevölkerung aufgebaut wird." Das Mitarbeiterteam sehe sich gegenüber den Senioren, die im Haus leben, in der Verantwortung.

Ein Mitarbeiter des ASB beim Impfen.
Ein Mitarbeiter des ASB beim Impfen. © privat

Kürzlich hatte Landrat Ralf Hänsel (parteilos) das Röderner Pflegeheim besucht. Ins Haus selbst durfte auch er nicht. Aktuell gibt es keinen Corona-Fall im Heim.

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