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Klimapilger rufen: "Geht doch"

Internationale Aktivisten wandern zur nächsten Klimakonferenz. Von Ortrand laufen sie durch Großenhain nach Riesa. Ein Röderstädter will mitgehen.

Klimapilger wollen ab 14. August 77 Tage von Polen nach Schottland zur UN-Klimakonferenz wandern. Sie kommen auch durch Großenhain.
Klimapilger wollen ab 14. August 77 Tage von Polen nach Schottland zur UN-Klimakonferenz wandern. Sie kommen auch durch Großenhain. ©  SZ/Archiv

Großenhain/Region. Sie werden 77 Tage unterwegs sein. Sie wollen etwa 1.450 Kilometer schaffen und rufen deshalb Mitstreitern doppeldeutig zu: "Geht doch!" Sie starten in Polen und durchqueren Deutschland, die Niederlande, England und Schottland. Vom 14. August bis 29. Oktober werden ökumenische Klimapilger zum fünften Mal eine aufrüttelnde Aktion veranstalten: Sie durchqueren Europa von Ost nach West, um auf die 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow aufmerksam zu machen. 2018 fand die Weltklimakonferenz in Katowice statt, weshalb das fünfte Klimapilgern in Polen, konkret in Zielona Gora, beginnt.

Auf der Etappe Cottbus-Leipzig kommen die Pilger am 25. August auch durch Großenhain. Sie sind dann in Ortrand gestartet, in der Röderstadt werden sie übernachten und am nächsten Tag nach Riesa weiterwandern und dort einen Rasttag einlegen. Großenhain rechnet mit maximal 16 Schlafgästen, für deren Übernachtung sich die Kirchgemeinde bereiterklärt hat, den großen Raum im Gemeindehaus am Kirchplatz zur Verfügung zu stellen.

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Die Teilnehmer wollen mit ihrem Marsch auf Klimagerechtigkeit, eine Mobilitäts- sowie Agrar- und Ernährungswende aufmerksam machen. Die Pilger stehen nicht allein - ihre Aktion wird von den beiden großen christlichen Kirchen und deren Hilfswerken Misereor und Brot für die Welt getragen. Dauerpilger aus ganz Deutschland laufen die Strecke auf dem Festland und in Großbritannien zu Fuß. Den Kanal überqueren sie mit der Fähre. Ihnen können und sollen sich Personen oder Gruppen anschließen, die ein Teilstück des Weges mitlaufen und dadurch die Aktion unterstützen.

Horst Köppler aus Großenhain will sich fürs Klimapilgern anmelden, um ein Teilstück dabei zu sein. "Ich finde die Aktion sinnvoll, es wird ja nicht nur gelaufen, sondern der Weg führt uns an Orten vorbei, wo die Gefährdung der Umwelt deutlich sichtbar ist", sagt der Rentner. Köppler hat sich schon in der AG Grünes Großenhain für Nachhaltigkeit und Umweltschutz engagiert und macht im Nabu mit. Auch im Eine-Welt-für-alle-Verein ist er aktiv, um internationale Zusammenhänge aufzuzeigen und zu globalem Handeln anzuregen. Auch für Klimagerechtigkeit.

Möchte beim Klimapilgern mitmachen: Horst Köppler, der auch im Nabu aktiv ist.
Möchte beim Klimapilgern mitmachen: Horst Köppler, der auch im Nabu aktiv ist. © Brühl/Archiv

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Das Mitpilgern ohne Übernachtung ist kostenfrei. Jeder sorgt für seine Verpflegung. Die Etappe Ortrand-Großenhain ist am 25. August, Großenhain-Riesa am 26. August.

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