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Wieder ging etwas verloren

Erst die Husaren, jetzt die K&K-Bahn. Großenhain verliert Markenzeichen, die mit etwas Findigkeit vielleicht hätten erhalten werden können.

Kathrin Krüger-Mlaouhia über das Aus der Großenhainer K&K-Bahn.
Kathrin Krüger-Mlaouhia über das Aus der Großenhainer K&K-Bahn. © Klaus-Dieter Brühl

Großenhain. Die Stadt diskutiert gerade ihr Leitbild. Was macht uns aus, was ist das Typische für Großenhain, wird dort gemeinsam mit den Einwohnern überlegt. Es hat etwas Tragisches, dass gerade jetzt so wichtige Teile des Großenhainer Selbstverständnisses den Bach hinuntergehen. 

Dass der Husarenverein nicht mehr öffentlich auftritt und nur noch ein Altherrenkränzchen ist, hat mit fehlendem Nachwuchs zu tun. Es ist den Traditionsbewahrern leider nicht gelungen, junge Reiter für dieses schöne Hobby zu begeistern. Freilich kann auch eine Stadtverwaltung keine Interessenten backen. Doch, dass diese wichtige Geschichtspflege nun quasi verschwindet, fällt auch dem Rathaus früher oder später auf die Füße. 

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Gleiches kann man für die K&K-Bahn sagen. Auch sie ist zwar eine private Initiative. Aber  weg ist weg und wird so schnell nicht mehr wiederkommen. Dabei gehörte die K&K-Bahn zu Großenhain wie der Stahlmax zu Riesa. Der dortige Verein hat sich sogar manches von Wolfgang Krause an der Röder abgeguckt. Lange war das bevorstehende Ende der Stadtbahn angekündigt. Was hat die Stadt unternommen, um es abzuwenden?

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Gewiss hatte und hat das Rathaus wirklich dicke Kugeln am Bein: den Umbau des Naturerlebnisbades, die Kita Chladeniusstraße, die Corona-Pandemie. Dennoch darf eine Verwaltung nicht nur verwalten, sondern muss auch erhalten. Zumindest hätte sie ihre Bürger mobilisieren können - vielleicht über die Fördergemeinschaft - das Aus für solche identitätsstiftenden Einrichtungen verhindern zu helfen. Was nützt ein Leitbild, das auf immer weniger Inhalt zurückgreifen kann?

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