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Abschied von Kurt Kralik

Der Gründer der Großenhainer Radioausstellung und ehemaliger Bürgermeister von Strießen ist kurz vor seinem 77. Geburtstag gestorben.

Kurt Kralik war das Gesicht des Großenhainer Radiomuseums in der Herrmannstraße. Hier mit einem Empfänger Baujahr 1949 aus Olbernhau.
Kurt Kralik war das Gesicht des Großenhainer Radiomuseums in der Herrmannstraße. Hier mit einem Empfänger Baujahr 1949 aus Olbernhau. © Brühl/Archiv

Großenhain. Trauer und Bestürzung herrschen unter den Mitgliedern der Großenhainer Radioausstellung in der Herrmannstraße. Kurt Kralik, Gründer und Gesicht der wertvollen privaten DDR-Sammlung, ist am 27. Mai verstorben - kurz vor seinem 77. Geburtstag. "Das kam für uns alle unverhofft", sagt Mitstreiter Jürgen Sonntag. Seit 2008 hatte Kurt Kralik mit Jürgen Herzog und weiteren Enthusiasten das Radiomuseum aufgebaut, eingerichtet und immer wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mit ihren historischen Rundfunkgeräten - Radios, Fernseher, Tonbänder, Plattenspieler und viel mehr - haben die privaten Sammler auf 160 Quadratmetern im ehemaligen Bäckergroßlager eine Ausstellung etabliert, die Gäste teils von weither nach Großenhain lockt. Kurt Kralik hatte sich als gebürtiger Großenhainer um viele funktionstüchtige Geräte made in Sachsen bemüht, aber auch um die alten Schulmöbel aus der Kupferbergschule, auf denen sie stehen.

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Rundfunkbastler war der gelernte Elektriker und frühere Strießener Bürgermeister seit der Jugendzeit. Radios und Schwarz-Weiß-Fernseher zu reparieren, machte ihm Freude. Kralik war Mitglied in der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens. Aktuell hat die IG Radiomuseum neun Mitglieder und will die Ausstellung auf der Basis von Leihgaben von Kurt Kraliks Witwe Annekatrin weiterführen. Neue Mitstreiter sind willkommen.

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Kurt Kralik war in Strießen und dann auch in Lenz nach der Wende
Bürgermeister. Seit dem Gemeindezusammenschluss 1999 saß er bis 2008 für die FDP im Gemeinderat Priestewitz. Auch dem Kreistag gehörte der Strießner zeitweise an. Nach 1990 hatte er als selbstständiger Markisenbauer gearbeitet, in seiner Jugend fuhr er begeistert Motorradrennen: fünf Jahre lang und mit Erfolg. Er wurde sogar drittplatzierter DDR-Meister. Zwei seiner Söhne betrieben dieses Hobby später weiter.

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