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Großenhain

Landrat diskutiert mit Sport Schmidt

Ralf Hänsel hörte sich in Großenhain die Sorgen von Einzelhändlern an. Die wollen spätestens im März wieder öffnen.

Landrat Hänsel bei Sport Schmidt Großenhain: hier im Gespräch mit Holm und Heiko Schmidt (v.l.).
Landrat Hänsel bei Sport Schmidt Großenhain: hier im Gespräch mit Holm und Heiko Schmidt (v.l.). © Landratsamt Meißen

Großenhain. Viele Gespräche, meist telefonisch oder per Videokonferenz, hat Landrat Ralf Hänsel seit seinem Amtsantritt vor acht Wochen geführt. Von besonderer Bedeutung war dabei der Austausch mit Vertretern der IHK und der Handwerkskammer Dresden sowie der Kreishandwerkerschaft Meißen. Im Mittelpunkt standen vor allem die Probleme, vor denen die regionalen Unternehmen, Handwerker und Gewerbetreibenden, Einzelhändler sowie Solo-Selbstständigen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie stehen, informiert das Landratsamt.

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Landrat Ralf Hänsel: „Viele Unternehmer, die ihre Geschäfte und Betriebe derzeit nicht öffnen oder ihre Dienstleistungen nicht anbieten können, blicken sorgenvoll in die Zukunft. Diese Sorgen nehme ich sehr ernst.“ Zwar gibt es ein umfangreiches staatliches Unterstützungsprogramm. „Aber anscheinend kommen die finanziellen Hilfen nicht immer zielgenau, schnell genug und in dem benötigten Umfang bei den Betroffenen an.“

Ralf Hänsel wollte es genauer wissen und besuchte das Sportgeschäft von Heiko und Holm Schmidt in Großenhain. „Geld bringe ich nicht mit, aber politische Einflussmöglichkeiten. Um diese zu nutzen, brauche ich viel Wissen und dieses möchte ich in Gesprächen vor Ort sammeln“, so Ralf Hänsel.

Im Laufe des Gesprächs kamen verschiedene Themen zur Sprache. Insbesondere zu den Hilfsprogrammen verdeutlichte Heiko Schmidt, dass bei den angebotenen Überbrückungshilfen eine Ungleichbehandlung zwischen Kapital- und Personengesellschaften besteht. „Wir können als Gesellschaft bürgerlichen Rechts weniger Posten als Fixkosten anrechnen. Vieles ist noch unklar, und die Beantragungsmöglichkeit muss endlich starten“, sagt Heiko Schmidt.

Landrat Hänsel erkundigte sich auch nach dem Wunsch, „Click & Collect“ wie in anderen Bundesländern auch in Sachsen zu ermöglichen. „Ich bin davon überzeugt, dass sowohl die Einzelhändler als auch die Kunden verantwortungsvoll mit der Möglichkeit, online oder telefonisch zu bestellen und die Waren dann im Geschäft abzuholen, umgehen“, so Hänsel. Dabei müsste sichergestellt sein, dass Menschenansammlungen in und vor den Geschäften sowie die intensive Nutzung des ÖPNV vermieden und die geltenden Hygieneregelungen eingehalten werden.

Holm und Heiko Schmidt betrachten dieses System durchaus als Möglichkeit, den Laden wenigstens zur Abholung öffnen zu können: „Unser Geschäftsmodell und unsere Stärke ist – wie bei anderen Einzelhändlern in den Innenstädten auch – die Beratung vor Ort, die wir unserer Kundschaft weder mit einem Online-Shop noch mit einem Abholsystem bieten können“, sagen sie.

„Unsere Ware erdrückt uns“, erklärte Holm Schmidt weiter. „Die Winterware konnten wir nicht verkaufen, damit fehlen die finanziellen Mittel und zum Teil auch der Lagerplatz für die mittlerweile eintreffende Frühlingsware." Deswegen sei eine zeitnahe Wiedereröffnung des Einzelhandels zum Frühlings- und Ostergeschäft eine zentrale Forderung. "Wir hoffen. im März auch wieder öffnen zu können.“

Vor dem Hintergrund der sinkenden Infektionszahlen hat Ralf Hänsel Verständnis für den Wunsch nach einer schnellen Lockerung der derzeit geltenden Beschränkungen. Er will die Information an die entsprechenden Stellen mitnehmen. Allerdings ist für die eventuelle Aufhebung von Schutzmaßnahmen das Sozialministerium zuständig, und freilich gibt es Abstimmungen zwischen Bund und Ländern.

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Die aktuelle Entwicklung nährt zwar die Hoffnung, dass der Lockdown seine Wirkung nicht verfehlt und sich die Pandemie-Situation entspannt. „Lockerungen müssen jedoch mit Augenmaß erfolgen, denn verfrühte Öffnungen könnten einen Jojo-Effekt bewirken", sagt der Landrat. Zudem wisse man noch nicht, wie sich die neuen Mutationen des Coronavirus auswirken. „Die Elblandkliniken dürfen nicht überfordert werden und das Gesundheitsamt muss in der Lage bleiben, die Kontaktpersonen von Infizierten innerhalb kurzer Zeit ausfindig zu machen und in Quarantäne schicken zu können." Dies werde nur gelingen, wenn es weiterhin Kontaktbeschränkungen gibt sowie bestimmte Einrichtungen und Angebote geschlossen bleiben. Im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Eltern müsse der Öffnung von Schulen und Kitas Vorrang eingeräumt werden. (SZ)

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