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Lesestoff für eine spannende Sommerzeit

Die Stunden von Lampertswaldes Büchereileiterin Heike Sommer wurden aufgestockt. Denn im Haus am Bergsportplatz warten fast 7.000 Medien.

Büchereileiterin Heike Sommer (rechts) betreut ehrenamtlich die Einrichtung, die Ingeburg Schröter als dankbare Leserin gern aufsucht.
Büchereileiterin Heike Sommer (rechts) betreut ehrenamtlich die Einrichtung, die Ingeburg Schröter als dankbare Leserin gern aufsucht. © Kristin Richter

Lampertswalde. Die Oma, die mit ihren Enkeln in die Bücherei am Bergsportplatz kommt, bringt Zeit mit. Denn wenn sie einmal hier ist, will sie stöbern: in den Romanen, der Reiseliteratur, aber auch in Sachbüchern, die von A bis Z geordnet sind. Ihre Enkel sitzen derweil an einem kleinen Tischchen mit Kinderstühlen und entdecken die Ausgaben von "Leo Lausemaus" oder die schönen Spiele, die es hier gibt.

Jeden Montag von 16.30 bis 18.30 Uhr öffnet Heike Sommer die Lampertswalder Gemeindebücherei mit immerhin fast 7.000 Medien. Viele, nämlich fast die Hälfte, sind Bücher, Spiele oder CDs für Kinder und nach Altersgruppen geordnet - was viele Einheimische gar nicht wissen, so Renate Hausdorf, Heike Sommers Vorgängerin. Sie hilft immer noch ehrenamtlich mit, obwohl Heike Sommer glücklicherweise nun von zwei auf vier Stunden aufgestockt wurde.

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Denn schon sind wieder neue Bücherspenden in großen Taschen angekommen und müssen aufgearbeitet werden. Der Sommer steht ins Haus und damit der Wunsch nach Urlaubslektüre. Wie wäre es mit Fachbüchern über Garten, Gesundheit oder Geschichte? Oder doch lieber ein historischer Roman von Iny Lorenz oder Sabine Ebert? Oder eines der gerade angesagten Bücher von Lucinda Riley?

Renate Hausdorf ist seit 1992 Bibliotheksassistentin und hat geholfen, die Bibliothek am neuen Standort wieder aufzubauen. Jetzt macht sie die Urlaubs- und Krankheitsvertretung.
Renate Hausdorf ist seit 1992 Bibliotheksassistentin und hat geholfen, die Bibliothek am neuen Standort wieder aufzubauen. Jetzt macht sie die Urlaubs- und Krankheitsvertretung. © Kristin Richter
Über exakt 6.923 Medien, davon 3.227 Bücher, Spiele und CDs in der Kinderbücherei, verfügt die die Lampertswalder Gemeindebücherei.
Über exakt 6.923 Medien, davon 3.227 Bücher, Spiele und CDs in der Kinderbücherei, verfügt die die Lampertswalder Gemeindebücherei. © Kristin Richter

92 Leser stehen in der Kartei der recht umfangreichen Gemeindebücherei. 74 davon sind aktiv, meint Heike Sommer. Nicht alle sind aus der Gemeinde, nicht alle bringen pünktlich ihre Bücher zurück. Deshalb braucht die Einrichtung dringend ein Telefon, so Renate Hausdorf, um die Säumigen zu mahnen. In der Bücherei arbeitet man noch herkömmlich: auch alte Karteikarten und die Schreibmaschine sind in Gebrauch. Viele ältere Leser haben keine E-Mail, heißt es.

Seit 2018 ist die Bücherei am Bergsportplatz im Gebäude, wo auch der Lampertswalder Männergesangverein probt. Heike Sommer war selbst schon eifrige Leserin, als sie als technische Kraft der Gemeindeverwaltung für die Aufgabe gewonnen wurde. "Ich lese gern historische Romane und holte mir fast jede Woche neue Bücher", erzählt sie. Deshalb kann sie wie Renate Hausdorf auch gut beraten. Es kommt schon vor, dass Leser fragen: "Haste nicht was für den Urlaub?" Ansonsten ist die Bücherei in ihren drei Räumen vorbildlich sortiert. Was lange nicht ausgeliehen wird, wird schon mal aussortiert.

Die Bücherei stand auf der Kippe und konnte nur durch das Engagement von Eltern und Gemeindevertretern erhalten werden. Viele Medien gingen damals aber an die Grundschule und die Kindereinrichtungen und mussten Schritt für Schritt aus dem Büchereibestand ausgetragen werden. Doch für 500 Euro jährlich können neue Bücher und CDs angeschafft werden. "Auch dafür wäre das Telefon sinnvoll", sagt Renate Hausdorf.

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Die treuesten Leser seien Mütter mit kleinen Kindern, so Heike Sommer. Auch aus den Ortsteilen oder sogar aus Ponickau kommen sie nach Lampertswalde. "Von einer jungen Frau war schon die Oma fleißige Nutzerin unserer Einrichtung", so Heike Sommer. Die Leiterin ist damals, als sie hier anfing, "ins Wasser gesprungen und nach oben geschwommen", wie sie sagt. Nun macht sie sich mit ihrer langjährigen Vorgängerin dafür stark, dass die Ausleihe nicht einschläft und neue Leser gewonnen werden.

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