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Mehr Platz im Rinder-Kreißsaal

Die Agrargenossenschaft Am Raschütz in Weißig lässt einen neuen Mutterkuhstall in Blochwitz bauen. Ob er rechtzeitig fertig werden kann, ist nicht gewiss.

Der Vorstand der Agrargenossenschaft Am Raschütz in Weißig, Thomas May (r.), und Thomas Seidel von der Baufirma Hermes aus Flöha beim symbolischen ersten Spatenstich für ein neues Stallgebäude in Blochwitz.
Der Vorstand der Agrargenossenschaft Am Raschütz in Weißig, Thomas May (r.), und Thomas Seidel von der Baufirma Hermes aus Flöha beim symbolischen ersten Spatenstich für ein neues Stallgebäude in Blochwitz. © Norbert Millauer

Blochwitz/Weißig a.R. Thomas May gibt zu, schlaflose Nächte gehabt zu haben. Immerhin 1,1 Mio. Euro investiert die Agrargenossenschaft Am Raschütz, dessen Vorstand der Landwirtschaftsmeister ist, in einen neuen Mutterkuhstall in der Anlage Blochwitz. Rund 60 Prozent davon werden nicht durch Förderung der EU gedeckt. Symbolisch wurde jetzt der erste Spatenstich mit dem Baubetrieb vollzogen. Doch richtig losgehen wird es nach der Bauvorbereitung erst in der kommenden Woche, nachdem die neue Grassilage gemäht ist, heißt es.

"Wir sichern damit unsere Zukunft, denn neben dem Feldbau ist die Mutterkuhhaltung unser zweites Standbein", sagt Thomas May. Doch baut die Genossenschaft in Zeiten von Materialknappheit und steigenden Baupreisen. Zwar hat May mit der Baufirma Hermes aus Flöha einen Festpreis vereinbaren können. Ob der Fertigstellungstermin am 1. November gehalten werden kann, bezweifelt deren Geschäftsführer Thomas Seidel aber noch.

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Der neue 60 mal 30 Meter große Stall kommt an die Stelle eines alten Schweinestalls, der abgerissen wird. Er soll künftig alle 130 Mutterkühe mit ihren Kälbern fassen, dazu 37 Jungrinder und fünf Deckbullen. 100 Mutterkühe hat die Genossenschaft derzeit. "Der moderne Stall bietet den Tieren mehr Platz und garantiert damit das Tierwohl", unterstreicht Thomas May. Mindestens acht Quadratmeter nutzbare Stellfläche wird den Kühen hier eingeräumt - sieben sind Vorschrift. Zudem wird die Haltung auf Tiefstreu/Stroh umgestellt. Fünf Abteile werden eingerichtet mit Kälberschlupf zu einem separaten Bereich als Rückzugsort für die Jungtiere. Deckbullen und Jungrinder erhalten großzügige Boxen.

Sommers draußen, winters drin

Die Mutterkuhherde der Weißiger ist in der warmen Jahreszeit auf Sommerweide. Dafür gibt es vier Stellen in Blochwitz, Weißig a. R. und Oelsnitz. Im Winter aber, wenn die Kühe kalben, sollen sie in den neuen Stall kommen. Mit der EU-Förderung aus der Richtlinie Investitionen im Bereich der Nutztierhaltung wird die artgerechte Tierhaltung auch mit einer Festmistplatte, einem neuen Jauchebehälter und einer Fahrsiloanlage gewährleistet. Zudem ist mobile Technik zur Fütterung und zum Einstreuen geplant. Der neue Stall löst damit die jetzigen drei Blochwitzer Rinderställe an der Gärtnerei ab.

Die Baufirma Hermes aus Flöha ist bereits durch neue Ställe in Dobra in der Region bekannt. In Blochwitz bauen sie für die Rasse Charolais. Das sind schwere Tiere. "Wir vereinfachen Arbeitsprozesse und verbessern den Arbeitsschutz", sagt Thomas May. 2004 hatte die Genossenschaft die Milchproduktion eingestellt und sich auf die Kälberzucht spezialisiert. Pro Kuh wird jährlich ein Kalb erwartet. Die weiblichen Tiere behalten die Weißiger als künftige Mutterkühe. Die männlichen werden bisher verkauft. Künftig wird laut Thomas May aber auch die Bullenmast angestrebt. "Diese Rinder werden wir künftig an heimische Fleischer verkaufen", macht der Landwirtschaftsmeister neugierig.

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Von den neun Mitarbeitern der Genossenschaft ist einer für die Tierhaltung zuständig, sein Arbeitsplatz wird also gesichert. Er betreut die Mutterkühe künftig in einem qualifizierten Rinderoffenstall mit automatisch gesteuerten außenbeweglichen Jalousien. "Die sind temperatur- und windabhängig", erklärt Thomas Seidel von der Baufirma die Technik am geplanten "Rinder-Kreißsaal". Zugluft wird damit vermieden, es gibt auch frostfreie Tränken. Anderthalb Jahre plante die Genossenschaft an dieser Neuerung und wartete auf die Fördermittel. Nun hoffen alle, dass die Bauholzknappheit, die auch die Flöhaer zu beklagen haben, in Blochwitz nicht allzu sehr ins Kontor schlägt.

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