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Mode aus zweiter Hand und hübsche Mädels

Zum langen Einkaufssonnabend in Großenhain gibt es einen Flohmarkt mit kleinem Café. 12 junge Damen werben für Nachhaltigkeit und wollen sogar spenden.

Annalena Gräber organisiert mit zwei Freundinnen den Flohmarkt am Sonnabend auf dem Hauptmarkt.
Annalena Gräber organisiert mit zwei Freundinnen den Flohmarkt am Sonnabend auf dem Hauptmarkt. © Kristin Richter

Großenhain. Eine besondere Aktion der "Jugend in Großenhain" erwartet die Besucher des langen Einkaufssamstages in der Innenstadt am 17. Juli. Zwölf junge Frauen räumen ihre Kleiderschränke aus und bieten tolle Klamotten, Accessoires und Schmuck bei einem Flohmarkt auf dem Hauptmarkt an. Von 10 bis 18 Uhr können Interessenten an zehn Tischen und vier Kleiderstangen stöbern und nebenbei Muffins, Donuts, Cookies, selbstgebackenen Kuchen und handgemachten Eistee genießen.

Die 20-jährige Annalena Gräber aus Sacka brachte den Stein dazu ins Rollen. Die ehemalige Schülerin von Siemens-Gymnasium und BTZ hat schon mit ihrer Mutter früher gern gebrauchte Kleidung weiterverkauft. "Das macht Spaß und ist sinnvoll und nachhaltig", so die junge Frau. Nun wollte sie den Verkauf etwas größer aufziehen und tat sich mit Laura Bittner aus Zabeltitz und Lotte Umlauft aus Großenhain zusammen. Die Mädchen sind Schulfreundinnen und studieren teilweise schon.

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Um sich Hilfe zu holen, wie man so einen Weiterverkauf bei einem Großenhainer Ereignis unterbringt, wandte sich Annalena Gräber an Kulturkoordinator Jörg Withulz. "Von Jugend in Großenhain wusste ich bis dato nur, dass es das gibt", sagt Annalena. Parallel dazu reifte in der Stadtverwaltung die Idee, mit einer Veranstaltung Großenhain nach dem Corona-Lockdown wieder aufblühen zu lassen. Das Projekt Langer Einkaufssamstag entstand. Da passte die Idee des Flohmarktes super dazu.

Die Mädchen und ihr neuer Ansprechpartner Raimo Siegert, der Jugendstreetworker, machten also Nägel mit Köpfen. "Wir erstellten eine Liste, was wir alles brauchen und was wir beachten müssen", erzählt die junge Frau. Pavillons müssen auf dem Hauptmarkt aufgestellt werden. Auch an zwei Umkleidekabinen wird gedacht. Die Tische und Kleiderständer transportiert Raimo Siegert an Ort und Stelle. "Wir sind sehr dankbar, dass wir so tolle Hilfe bekommen", sagt Annalena Gräber.

Mit Flyern und Plakaten gingen die Mädchen auf Suche nach weiteren Mitstreitern. In den Schulen, aber auch in der Nudeloase, in Geschäften und im Buchhandel verteilten sie den Aufruf. Bislang sind zwölf Anbieterinnen zusammengekommen. Weitere können sich bis Sonnabend noch melden. Annalena Gräber hofft auf bis zu 20 Verkäufer, damit die Kunden eine große Vielfalt zur Auswahl haben. "Beim Alter 60 plus wird' s bissel schwierig", witzelt sie. Aber in vielen Größen und Stilrichtungen soll Mode aus zweiter Hand zu haben sein. Außerdem will Anbieterin Zoey selbstgebastelten Schmuck verkaufen. Annalena Gräber bietet handgenähte Beutel in Tie-Dye-Optik (Batik) an. "Es macht mir Spaß, sowas selbst herzustellen", sagt sie.

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Jeder Anbieter verkauft seine Stücke auf eigene Rechnung, am besten mit PayPal, wirbt die Organisatorin. Aber auch Barzahlung ist möglich. Die Jugendlichen backen den Kuchen und die Muffins selber und machen eigenen Eistee mit Zutaten aus dem heimischen Garten. Auch Annalenas Mutter Heike unterstützt sie. "Den Erlös des Cafés wollen wir der Stadt Großenhain spenden: Für einen Baum oder die Grünpflege", sagt die Sackaerin.

Wer noch mit trödeln will, melde sich unter Tel. 0152 32010776 oder per Mail an [email protected]

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