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"Momentan ist alles wacklig"

Für Uwe Naumann hat das letzte Jahr als Chef des Alberttreffs vor seinem Ruhestand begonnen. Er hofft, dass trotz Corona so viel Kultur wie möglich geht.

Uwe Naumanns im Foyer des SkZ Albertreff in Großenhain.
Uwe Naumanns im Foyer des SkZ Albertreff in Großenhain. © Kristin Richter

Großenhain. Uwe Naumann könnte schon das Maßband abschneiden. Am Jahresende 2021 wird sich der umtriebige Stadtangestellte als Leiter des Alberttreffs und der Spielbühne Großenhain verabschieden. In den wohlverdienten Ruhestand. Doch bevor er seinen Schreibtisch im soziokulturellen Zentrum räumt und voraussichtlich an Kerstin Labitzke als Nachfolgerin die Übergabe macht, plant er noch Veranstaltungen.

"Derzeit ist ja alles stillgelegt, nur der Blutspendedienst Haema kommt ein Mal im Monat in den Alberttreff", so Uwe Naumann. Auch ein Schulbegleiter darf sich mit seinem Schützling in den Räumen aufhalten. Naumann und seine Kollegin Labitzke müllen deshalb derzeit aus, was weg kann, und organisieren, was noch unter Vorbehalt steht.

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"Wir haben ja dieses Jahr einige Jubiläen, die wir mit den nötigen Einschränkungen vorbereiten", so der Alberttreff-Leiter. Vom 13. bis 16. Mai könnte zum 20. Mal ein Komplexworkshop "Kreatiefgang" stattfinden. Jetzt gilt es, die Kursleiter zu akquirieren. "Schon im Vorjahr liefen die Workshops ja mit Abstandsregeln und maximal sechs Teilnehmern pro Kurs", weist Uwe Naumann auf die damaligen Erfahrungen hin.

Außerdem besteht das SkZ selbst seit 25 Jahren, davon zehn Jahre nach der Sanierung, der der Tornado mit großen Schäden vorausgegangen war. "Am Wochenende 12. und 13. Juni wollen wir zwei Tage der offenen Tür anbieten, bei denen sich das Haus und seine Nutzer präsentieren können." Spielbühne, die Chöre, Klöppelzirkel, Bands, Schachspieler, Briefmarkensammler, die Kunstkurse und manches mehr wären dann zu erleben. Die Kursleiter könnten dabei neue Interessenten finden, eventuell gibt es eine Dokumentation zur Geschichte des ehemaligen Armeeobjektes.

Naumann und Labitzke tüfteln auch schon an den Sommeraktivitäten für Kinder: Badfest, Spielplatzparty und Farben-Spiele-Experimente. "Auch der Puppentheatersommer ist voriges Jahr super angekommen und wird voraussichtlich im Juli weitergeführt." Große Resonanz hatte 2020 ebenfalls der Kultursommer am Tunnel - aus der Corona-Not heraus geboren, war er zum Freiluft-Sommerhöhepunkt geworden.

Bis Jahresende werden alle Veranstaltungen noch mit Abstand zwischen den Besuchern erfolgen müssen, denkt Uwe Naumann. Auch wenn derzeit planerisch "alles wackelt", ist er gedanklich sogar schon bei der Großenhainer Kulturnacht. Die Erwachsenen der Spielbühne um Uwe Naumann konnten bei ihrer Teilnahme an der Kulturnacht in der Partnerstadt Öhringen 2020 sehen, wie das unter Pandemie-Einschränkungen laufen kann. "So wollen wir es auch bei uns am 18. September machen", sagt der Kulturmanager. Er macht sich Gedanken, wie man die Programmfolge entzerren könnte.

Ein letztes Jubiläum soll schließlich am 30. Oktober gefeiert werden: 60 Jahre Kindertheater in Großenhain. Das große Gemeinschaftsstück aller kleinen und großen Spielbühnenmitglieder ist zeitlich nicht mehr einzustudieren. "Aber wir zeigen dem Publikum was", ist Uwe Naumann sicher. Die Stadt stehe voll hinter dem Haus, auch wenn die finanziellen Zwänge dieses Jahres noch nicht abzuschätzen sind.

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Natürlich vermissen die Senioren ihre Tanznachmittage, und die Band Perfect life möchte endlich ihr zwei Mal verschobenes Benefizkonzert spielen. "Dieses Jahr wird mehr auf der Open-Air-Bühne stattfinden müssen", ist sich Uwe Naumann sicher. Am SkZ gibt es dafür gute logistische Voraussetzungen. Oder auf der Festwiese am Bad. Den ersten Reise-Diavortrag plant er übrigens ab März. "Das ist vom Publikum her beherrschbar."

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