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Palais-Gastronomie wird vergeben

Oberbürgermeister Mißbach wollte diesen Schritt so lange wie möglich rauszögern: Nun wird der Stadtrat die Neuvermietung der Küche sicher beschließen.

Die Küche im Zabeltitzer Palais, als sie 2016 noch im Umbau war.
Die Küche im Zabeltitzer Palais, als sie 2016 noch im Umbau war. © Klaus-Dieter Brühl

Zabeltitz. Ende September endete die Ausschreibung der Stadt zur Übergabe des Palais-Cafés an einen privaten Bewirtschafter. Wie viele Angebote eingingen, will die Stadt nicht verraten. "Da das Verfahren zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, könnte diese Information eventuell Auswirkungen auf die geplanten Gespräche haben", so Stadtsprecherin Diana Schulze. Es heißt lediglich auf SZ-Nachfrage: "Aktuell erfolgen stadtinterne Planungen zur Neuvermietung." In einer der nächsten Stadtratssitzungen würden die Abgeordneten darüber abstimmen. Damit gibt das Kulturschloss die 2015/2016 erneuerte Küche ab 2021 in fremde Hände. Ein Vorgang, der auch direkt das Zabeltitzer Palais trifft - bei Vermietungen und eigenen Kulturveranstaltungen. 

Die Stadt hatte den Gastronomiebereich mehrfach im Amtsblatt angeboten. Ab 1. April soll er für vorerst drei Jahre fremdbewirtschaftet werden. Dazu gehören das Café mit 25 Plätzen, die Küche, Nebenflächen und die Terrasse. Monatlich mindestens 350 Euro Nettokaltmiete sind dafür zu zahlen. Ab dem zweiten Jahr 450 Euro. Zuzüglich 500 Euro monatlicher Betriebskosten. Das muss erstmal erwirtschaftet werden. Plus Lohnkosten. Plus Materialeinsatz. Schon für die Stadt ist das Palais keine Goldgrube geworden, sondern hat mehrere Jahre Miese gemacht. 

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Tagungsgeschäft ausbauen

Noch im Sommer des Vorjahres hieß es: "Derzeit gibt es keinen Markt für miet- bzw. pachtvertraglich basierende Geschäftsmodelle in der Gastronomie, zumal solch ein Vertrag im Palais strengen Bestimmungen in Bezug auf Instandhaltung, Mietereinbauten und Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz unterworfen wäre." Nun, fast anderthalb Jahre später, will, ja muss man diese Hürden überspringen. Die Konkurrenz des Mühlen-Cafés ist vorerst allerdings nicht mehr gegeben. 

Gewinnbringend sind für einen neuen Betreiber sicher die Hochzeiten, Geburtstage und sonstigen Vermietungen, für die das Palais gern genutzt wird. Genau damit wirbt die Stadt ja auch beim Label "barockes Hochzeitsdorf". Doch die Coronazeit macht dieses Geschäft auch hoch risikobehaftet - wie alle gastronomischen Angebote derzeit. Vielleicht lockte ja die Option der gastronomischen Übernahme aller fünf Säle des Palais zu einem späteren Zeitpunkt. 

Bis voriges Jahr war das Palais-Café zwischen Mittwoch und Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Von April bis Oktober. Der Status des Ortes als Erlebnisdorf und touristischer Hotspot verlangt Gastronomie auch in der Woche. Ausgelastet war das Café dann selten. Doch die Gastronomie des Großenhainer Kulturzentrums war immer auch ein wirtschaftliches Unternehmen. Unter diesen Vorzeichen sieht sich die Stadt nun zum Handeln gezwungen.

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In der Woche ist die Einrichtung des Kulturzentrums oft nicht ausgelastet. Das Café zur Mühle auch nicht. Dessen Vermieter wünscht sich eine Absprache.

Was allerdings ausgebaut werden könnte, ist das Tagungsgeschäft. Das Palais bietet mit seinen räumlichen Möglichkeiten und seinem ansprechenden Ambiente und Umfeld den idealen Ort dafür. Das Prinz-Xaver-Symposium 2019 hat es beispielhaft vorgemacht. 

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