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Großenhain

Pilgerherbergen öffnen wieder

Seit Sonnabend können Wanderer auf dem Jakobsweg in Großenhain und Skassa übernachten. Das Buen Camino kann neu erklingen. Doch es gibt Einschränkungen.

Die Jakobsmuschel weist auf den Pilgerweg hin, mit Herbergen in Großenhain und Skassa.
Die Jakobsmuschel weist auf den Pilgerweg hin, mit Herbergen in Großenhain und Skassa. © Brühl/Archiv

Großenhain/Skassa. Pilgern war nicht verboten - aber das Übernachten auf dem Jakobsweg. Damit ist nun Schluss. Nachdem sich der Sieben-Tages-Inzidenzwert „gesundgeschrumpft“ hat, so Pfarrer Dietmar Pohl, kann ab 12. Juni auch wieder in Großenhain ein fröhliches Buen Camino (Guten Weg!) erklingen. Das heißt, das Beherbergungsverbot wird auch im touristischen Umfeld gelockert.

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Grundlage ist die gültige Corona-Schutzverordnung des Freistaates, die bis zum 13. Juni gilt, eigenverantwortliches Verhalten der Pilger, aber auch die Einsatzbereitschaft der Helfer. Es entfällt eine Testpflicht für Wanderer. Auch für die Gastronomie entfällt die Testpflicht. Tagesaktuell negativ getestete Personen sind vollständig Geimpften gleichgestellt, ebenso Genesene in den sechs Monaten nach Genesung beziehungsweise 14 Tage nach Erhalt der ersten Impfdosis auch darüber hinaus. Als Nachweis sind Test- oder Impfbescheinigungen gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original vorzulegen, heißt es an den Herbergen.

Trotzdem muss die Kirchgemeinde als Träger der Pilgerherbergen am Großenhainer Kirchplatz und auf dem Pfarrhof Skassa auf die Einhaltung der Abstandsregeln achten. Es besteht Mund-Nasen-Schutzpflicht in geschlossenen Räumen und im Freien, wenn zwei Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Die geforderte Kontakterfassung für Name, Telefonnummer, E-Mail und Anschrift der Besucher sowie Zeitraum und Ort des Besuchs wird ohnehin praktiziert und erfolgt bei Anmeldung, Zahlung und Übergabe der Schlüssel, so Pfarrer Pohl.

Wer pilgert, soll sich bis 12 Uhr in der Herberge anmelden. Keine tage- oder wochenlangen Voranmeldungen sind erbeten. Regulär darf pro Raum nur eine Person schlafen, außer im Familienverband oder bei dauerhaften Begleitpilgern. Das sind in Großenhain mit zwei Schlafräumen zwei bzw. vier Personen. In Skassa gibt es zwar fünf kleine Zimmer, aber zehn Plätze sollen wegen der beengten Sanitärräume nicht ausgereizt werden.

Veränderungen gibt es auch bei den Kosten: Für eine Übernachtung sind jetzt zwölf Euro zu bezahlen. Das sind sieben Euro Grundbetrag und fünf Euro Zuschlag. Dietmar Pohl: "Dafür erhält der Pilger ein frisches Bettlaken, einen Kopfkissenbezug und ein Handtuch." Die Pilger müssen ihre Matratzen selbst beziehen und auch wieder abziehen. Ein Wäschekorb für Schmutzwäsche steht bereit, die in den diakonischen Werkstätten gewaschen wird. Die diensthabenden Herbergseltern werden nach Abreise bzw. vor Anreise der nächsten Gäste die Kontaktflächen wie Tische, Stühle, Bad und Toilette mit Desinfektionsmittel abwischen. Im Bad werden Papierhandtücher bereitgelegt.

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Am 6. Juni 2003 wurde der ökumenische Pilgerweg von Görlitz nach Vacha an der hessischen Grenze eröffnet. Er ist Teil der internationalen Pilgerstrecke ins spanische Santiago de Compostela. Etwa 400 Kilometer lang ist, je nach Variante, die Wanderstrecke in Sachsen. Rund 70 Herbergen stehen den Pilgern am Weg zur Übernachtung offen. Seit November 2003 kümmert sich der Verein Ökumenischer Pilgerweg e.V. als Träger um das Projekt. Für Interessenten gibt es einen Pilgerführer. Zu beziehen ist er über das Internet oder den Verein Ökumenischer Pilgerweg e.V., Goetheplatz 9 b, 99423 Weimar, Telefon 03643 502390.

Kontaktpersonen: Kerstin Trobisch, [email protected], und Annette Pohl, [email protected],

Telefon: 03522 521560 (AB), Pilgerherberge Großenhain: 0174 415 2255, Skassa: 0151 604688 611


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