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Radweg nach Priestewitz wird 2022 gebaut

Großenhain lässt dafür den Übergang der alten Schmiedebahn entfernen. Und beteiligt sich an den Kosten im Stadtgebiet. Der Weg ist seit Langem erforderlich.

Entlang der B 101, hier die Eisenbahnüberführung am Gewerbegebiet Zschieschen, kommt ein Geh-/Radweg Richtung Priestewitz.
Entlang der B 101, hier die Eisenbahnüberführung am Gewerbegebiet Zschieschen, kommt ein Geh-/Radweg Richtung Priestewitz. © Kristin Richter

Großenhain. Die Stadt hat "gedrängelt und gegängelt", wie Bürgermeister Tilo Hönicke sagt. Doch nun ist der Erfolg da, und der Bau eines Radweges nach Priestewitz rückt in greifbare Nähe. "Dafür sind wir als Stadt dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr Lasuv sehr dankbar", so Hönicke jetzt im Stadtrat.

Der hat zugestimmt, dass das Vorhaben entlang der Bundesstraße 101 auch im Stadtgebiet Großenhain zwischen Mülbitzer Straße und Ortsausgang gebaut werden kann. Denn innerhalb des Ortes ist die Stadt an den Kosten beteiligt. 83.600 Euro für den Neubau des einseitigen Weges und reichlich 5.000 Euro für den Rückbau des Bahnübergangs werden veranschlagt. Großenhain wird den neuen Geh-/Radweg auch pflegen. Dafür erhält sie vom Lasuv eine Aufwandsentschädigung.

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Schon im nächsten Jahr soll die Ausschreibung des Bauvorhabens erfolgen, der Bau selbst ist für 2022 bis 2023 geplant. Ein Planfeststellungsverfahren ist in Arbeit, einen Entwurf dafür gibt es bereits seit dem Vorjahr. Da die Stadt die Kosten in der Haushaltsplanung bis 2024 bisher jedoch nicht einbezogen hatte, werden vor allem außerplanmäßig Fördermittel genutzt.

Das Landesamt baut den Radweg nach Priestewitz in eigener Regie. Zwei Bahnbücken liegen auf diesem rund drei Kilometer langen Abschnitt. Beim Neubau der Eisenbahnüberführung der Leipzig-Dresdner-Strecke vor wenigen Jahren wurde bereits Platz für den geplanten Radweg gelassen.

Komplizierter könnte es an der 1979 entstandenen Brücke über die Dresden-Elsterwerdaer Eisenbahn in Höhe des Gewerbegebietes Zschieschen werden. Bürgermeister Tilo Hönicke hatte das Lasuv auf die Baufälligkeit der Straßenüberführung hingewiesen. Erst nahm man das nicht so ernst. Die massiven Bauschäden überzeugten aber schließlich das Lasuv, die jetzige Brücke im Zuge des Radwegbaus abzureißen. "Das Lasuv könnte die Brücke neu bauen", verkündete Hönicke jetzt vorsichtig.

Das hat natürlich gravierende Auswirkungen. Die Bahn muss die Strecke sperren, Autofahrer müssen eine langfristige Umleitung in und aus Richtung Meißen in Kauf nehmen. Die Mülbitzer Straße, speziell die Brücke über den Hopfenbach, wird ja gerade dafür schon vorbereitet. Ein Brückenneubau aber kostet: geschätzt 4,7 Millionen Euro, Stand 2019. Die Stadt Großenhain ist damit sehr zufrieden, wäre es doch unsinnig gewesen, nicht alles in Gesamtheit zu sehen.

Östlich der Bundesstraße

20 Jahre und länger kämpft Großenhain nun schon um den neuen Radweg entlang der B 101. Nun wird eine Lücke geschlossen, denn südlich von Priestewitz ist so ein Radweg an der Bundesstraße schon gebaut. Und nördlich von Großenhain entlang der Elsterwerdaer Straße auch. Gebaut ist nach der langen Vorarbeit vermutlich schneller. Der geplante 2,50 Meter breite Radweg soll östlich der Bundesstraße auf der freien Strecke mit einem Abstand von rund vier Metern zum Fahrbahnrand verlaufen. Zwischen Fahrbahn und Radweg befinden sich die Banketten der Straße beziehungsweise des Radweges und eine zwei Meter breite Entwässerungsmulde. Neben dem Radweg verläuft noch einmal ein 2,50 Meter breiter Pflanzstreifen, wo Bäume gepflanzt werden. Das Lasuv muss für das Vorhaben Flächen von der MAP Priestewitz erwerben.

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Teil der Planung ist seit 2019 eben auch der Brückenneubau mit einer lichten Weite von 92 Metern. So überregional bedeutsam das Bauprojekt damit wird, so sehr freuen sich viele Großenhainer über den Fortschritt für den Radverkehr Richtung Meißen. Er bedeutet einen hohen Gewinn an Sicherheit für Radfahrer auf dieser Strecke. Auch zu Fuß kann man künftig besser zwischen Priestewitz und Großenhain unterwegs sein.

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