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Reicht der Brandschutz am Kalkreuther Hort?

Der Ebersbacher Gemeinderat beschloss die Trockenlegung der Grundschule. Doch zur kleinen Schule fehlt dem Elternrat noch ein sicherer zweiter Rettungsweg.

Von Kathrin Krüger
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Die Wilhelm-Schneller-Grundschule Kalkreuth. Hier wird im Sommer gearbeitet. Doch nicht alles scheint schon geklärt.
Die Wilhelm-Schneller-Grundschule Kalkreuth. Hier wird im Sommer gearbeitet. Doch nicht alles scheint schon geklärt. © SZ-Archiv

Kalkreuth. "An Grundschule und Hort besteht in den kommenden Jahren einiger Investitionsbedarf." Das hatte Ebersbachs Bürgermeister Falk Hentschel dem Landrat bei seinem Besuch im Vorjahr nahegebracht. Für die Grundschule wollte die Gemeinde schon länger Mittel aus dem Investitionsprogramm Schule verwenden. Doch das war noch nicht zu erreichen. Das alte Schulgebäude muss jedoch trockengelegt werden. Auch der Brandschutz ist nicht mehr auf aktuellem Stand. Jetzt gibt es die Fördermittel, und der Gemeinderat fasste Beschlüsse dazu.

Die Baugesellschaft Großenhain bekam den Zuschlag für die vier Lose des rund 253.000 Euro teuren Vorhabens. 170.000 Euro gehen als Fördermittel ein. In den Sommer- und Herbstferien soll die Wilhelm-Schneller-Grundschule besser gegen Wassereintrag abgedichtet werden. "Ende der 1990er-Jahre war die letzte Sanierung, seitdem hat sich der Zustand leider verschlechtert", sagte Bürgermeister Falk Hentschel im Gemeinderat. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass vor allen Dingen im Außenputz Nässe aufsteigt.

Nun werden also am Schulgebäude, am Zwischenbau und der Schulküche Tiefbau und Abdichtungsarbeiten ausgeführt, Putz- und Malerleistungen sowie anschließender Garten- und Landschaftsbau, um alles wieder schön zu machen. Vor allem die Bereiche der Unterrichtsräume sollen möglichst in den Sommerferien abgearbeitet werden. Eine Horizontalsperre ist im Mauerwerk vorhanden, hieß es, doch eine neue Vertikalsperre für Grundwasser ist jetzt an der Reihe. Glücklicherweise sind im Innenbereich laut Falk Hentschel bislang nur einige Räume von den Nässeschäden betroffen.

Doch ist die Gebäudetrockenlegung offenbar nicht das einzige Problem. Auch der Brandschutz in den verschiedenen Gebäuden der Schule ist mangelhaft, hieß es schon in der Planungsphase. Corina Tischer vom Elternrat meldete sich in der Bürgerfragestunde und machte - wie auch Gemeinderat Erik Baumann - auf dringenden Handlungsbedarf aufmerksam. "Für das kleine Schulgebäude, den Hort, fehlt ein zweiter Rettungsweg", argumentierte Corina Tischer. Das sei auch in der neuen Arbeitsgruppe Schule diskutiert worden. Aktuell seien die Fenster in den Unterrichtsräumen für die ersten Klassen als Rettungsweg im Brandfall ausgewiesen. "Aber die Fenstergriffe sind in zwei Metern Höhe, so können sich die Kinder selbst nicht retten", sagt die beunruhigte Mutter aus Freitelsdorf.

Anbau wurde 2017 modernisiert

Schulleiter Friedrich Brunnert möchte sich zu dem Problem nicht äußern. Er verweist auf den Schulträger, sprich die Gemeinde Ebersbach. Bürgermeister Falk Hentschel sagte Sächsische.de auf Nachfrage, dass er zum ersten Mal von diesem Problem höre. Der betreffende Anbau aus den 60er-Jahren wurde 2017 unter der früheren Bürgermeisterin Fehrmann modernisiert. Von der Schule sei nie darauf hingewiesen worden, dass man auch in diesem Gebäude etwas für den Brandschutz tun muss.

Im Gemeinderat hatte der Bürgermeister allerdings versprochen, den Brandschutzplaner auch in die Thematik kleine Schule einzubinden. Es sei eine Frage des Geldes, so Falk Hentschel. Mittel, die für zusätzliche Planungen ausgegeben werden müssen, stehen aber nicht mehr fürs Bauen zur Verfügung. Er selbst sehe kein Problem darin, dass die Fenster ein guter Fluchtweg sind. "Denn es ist ja immer ein Betreuer mit im Raum."

2017 hatte die Gemeinde bei der energetischen Sanierung der kleinen Schule neben der Turnhalle noch 70.000 Euro eingespart. Die Dachdämmung wurde damals doch nicht als nötig eingeschätzt. Dieses Geld floss zusätzlich in die Turnhalle. Über das Bundesförderprogramm "Brücken in die Zukunft" wurden die Arbeiten bezahlt. Brand- bzw. Schallschutztüren sind bereits vorhanden, sagt Bürgermeister Falk Hentschel.