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Schippen fürs neue Gerätehaus

Baubeginn am Feuerwehrgebäude im Thiendorfer Ortsteil Naundorf – der Versammlungsraum soll künftig auch als Dorftreff genutzt werden.

Erster Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus. Mit dabei: Feuerwehrchef Ingo Nestler und Bürgermeister Mocker (v.l.)
Erster Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus. Mit dabei: Feuerwehrchef Ingo Nestler und Bürgermeister Mocker (v.l.) © Kristin Richter

Naundorf b.O. Es passiert nicht alle Tage, dass ein 130-Seelen-Dorf ein Feuerwehrgerätehaus für eine halbe Million Euro hingesetzt bekommt. Aber der Thiendorfer Ortsteil Naundorf wartet mit etwas auf, das kaum eine andere ländliche Siedlung zu bieten hat: Mehr als zehn Prozent der Einwohner, insgesamt 16 Leute, sind aktive Mitglieder der Ortsfeuerwehr. Dennoch wären für die Siedlung im äußersten Nordosten des Landkreises Meißen wohl kaum so großzügig Fördermittel geflossen, wenn sie nicht ein brandschutztechnisches Manko aufzuweisen hätte: Sie ist bei Rettungseinsätzen von den größeren Nachbarwehren nicht innerhalb der vorgeschriebenen 13 Minuten zu erreichen. Außerdem liegt Naundorf am Rande der Königsbrücker Heide; seine Feuerwehr wäre bei Waldbränden sehr schnell vor Ort.

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All das waren gute Argumente dafür, den Naundorfer Feuerwehrschuppen mit seinem Löschanhänger durch ein ansprechendes Gebäude mit Garagenteil zu ersetzen, in dem dann auch ein kleines Löschfahrzeug stehen soll. Um Platz zu schaffen, wurde extra der alte, marode Dorfgasthof abgerissen. An dessen Stelle erfolgte zu Wochenbeginn der erste symbolische Spatenstich. Dazu kamen selbst Landrat Ralf Hänsel und Kreisbrandmeister Ingo Nestler in den äußersten Zipfel ihres Verantwortungsbereichs gereist. Das neue Gerätehaus wird einen größeren Versammlungsraum, Sanitäranlagen und eine Küche beherbergen, sodass das Gebäude auch für dörfliche Veranstaltungen genutzt werden kann.

Die Gemeinde Thiendorf hat die feuerwehrtechnische Seite der Angelegenheit geschickt mit der Förderung des ländlichen Raumes verknüpft, wodurch die Finanzierungsmöglichkeiten optimal ausgeschöpft werden konnten. Die ersten Aufträge wurden bereits im Mai vergeben, da aber die Baugenehmigung noch auf sich warten ließ, kann es erst jetzt losgehen. „Bis zum Ende Jahres wollen wir den Bau aber fertig haben“, sagt Bürgermeister Dirk Mocker. Naundorf ist nicht nur wegen seiner rührigen Feuerwehr ein Vorzeige-Ortsteil in Mockers Gemeinde. Es gehört auch zu den wenigen Dörfern in der Region, die bevölkerungsmäßig nicht schrumpfen, sondern stetigen Einwohnerzuwachs verzeichnen. Im Jahr 1990 gab es 104 Naundorfer. Bis 2000 sank ihre Zahl auf 87. Heute sind es wieder mehr als nach der Wende – insgesamt 130. Was die Naundorfer besonders freut: 30 von ihnen sind Kinder unter 18 Jahren. Von Landflucht keine Spur, vielmehr haben sich etliche Städter hier angesiedelt.

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Dann soll der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrgebäude im Thiendorfer Ortsteil Naundorf b. O. erfolgen.

Eigentlich wohnt man als Naundorfer auch gar nicht so abgelegen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Mit dem Auto kommen die Dorfbewohner schneller nach Dresden als die Großenhainer. Und bis zur nächsten Kleinstadt, ins brandenburgische Ortrand, ist es nur ein Katzensprung. Im Nordostzipfel des Kreises hat man beides – unberührte Natur vor Haustür und eine gute Verbindung in die Landeshauptstadt. Diese Verbindung ist es, die das Örtchen zunehmend für junge Leute attraktiv macht. Dazu der ländliche Zusammenhalt – auch die Neuankömmlinge werden sofort ins Dorfleben einbezogen. Das ist zwar durch die Corona-Kontaktbeschränkungen etwas ins Hintertreffen geraten, aber die Naundorfer hoffen darauf, dass sie ihre traditionellen Veranstaltungen – seien es Dorffeste, Halloween, Advents-Kaffeetrinken oder Frühlingsfeuer – bald wieder durchführen können. Vor allem natürlich eine zünftige Einweihungsparty im neuen Feuerwehrgerätehaus.

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