merken
PLUS Großenhain

Schnellere Zufahrt zur Datenautobahn

In wenigen Wochen beginnt in der Gemeinde Priestewitz der Glasfaser-Ausbau – 19 der 22 Ortsteile werden von der Sachsenenergie AG erschlossen.

Regionalvertriebsleiter Jan Richter von Sachsenenergie (r.) erklärt in der Priestewitzer Mehrzweckhalle die technischen Anschlussdetails.
Regionalvertriebsleiter Jan Richter von Sachsenenergie (r.) erklärt in der Priestewitzer Mehrzweckhalle die technischen Anschlussdetails. © Manfred Müller

Priestewitz. Zuerst sind Lenz, Dallwitz, Altleis und Nauleis dran. Die Dörfer können von dem bereits vorhandenen Knotenpunkt in Zschauitz mit schnellem Internet versorgt werden. Der Baustart soll im zweiten Quartal erfolgen, und Anfang 2023 könnte das Netz in Betrieb gehen. Die Sachsenenergie AG, ehemals Enso, hält sich mit Fertigstellungsterminen allerdings noch bedeckt. „Die Planungen haben ja gerade erst begonnen“, erklärt der Großenhainer Regionalbereichsleiter Tilo Kadner. „Im Herbst wissen wir mehr.“

Anzeige
Riesa im Shopping-Glück
Riesa im Shopping-Glück

Click-and-Collect in der Elbgalerie Riesa - hier wächst und gedeiht die Freude auf einen neuen Einkaufs-Frühling!

Die Sachsenenergie AG hatte gleich fünf Mitarbeiter zur Gemeinderatssitzung nach Priestewitz geschickt, um über die Glasfaserverkabelung der Ortsteile zu informieren. Coronabedingt waren allerdings nur wenige Bürger in die Mehrzweckhalle gekommen. Mit Ausnahme von Blattersleben, Zottewitz und Medessen, die von einem anderen Anbieter versorgt werden, sind alle weiteren Ortsteile Bestandteil des Sachsenenergie-Breitbandprojekts. Laut aktuellem Planungsstand werden rund 900 Grundstücke erschlossen. Nach Abschluss der Arbeiten können dann rund 1.300 Haushalte und Gewerbetreibende schnelles Internet über FTTB (Glasfaser bis zum Gebäude) nutzen. In jedem ausgebauten Ortsteil werden Verteiler errichtet. Von diesen führen nach Beendigung der Maßnahmen insgesamt 314 Kilometer Leitungen mit Glasfaserkabel in die Häuser.

68 Gewässer müssen gequert werden

Wann die Bürger das schnelle Internet nutzen können, lässt sich in diesem frühen Stadium der Planung noch nicht im Detail sagen. Es gibt fünf verschiedene Ausbau-Cluster, die zu unterschiedlichen Zeiten in Betrieb gehen. Grundsätzlich gilt: Erst, wenn alle Hausanschlüsse und Zuleitungen gebaut sind, Glasfaserkabel in die Leerrohre eingebracht wurden und die Verteiler technisch ausgebaut wurden, kann ein Ortsnetz zugeschaltet werden. Fehlt auch nur ein Puzzleteil, findet das Lichtsignal seinen Weg zum Kunden nicht. „Sobald ein solider Zeitplan für die Zuschaltung steht, wird dieser im Amtsblatt und auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht“, sagt Sachsenenergie-Sprecherin Viola Martin-Mönnich. „Klar ist: Bis Ende 2024 wird jeder, der einen Anschluss beauftragt hat, an das Glasfasernetz angeschlossen sein.“

Die Bauarbeiten beginnen mit der Heranführung der Leitungstrassen von Zschauitz, Großdobritz und von der 110-kV-Leitung bei Zottewitz. Erste Genehmigungen für die Trassen wurden von der Kommune und vom Landkreis bereits erteilt. Die Ortsverbindungen werden überwiegend in geschlossener Bauweise, das heißt durch Bohren und Pflügen hergestellt. Dabei sind sechs Bahn- und 68 Gewässerquerungen zu bewältigen.

Weiterführende Artikel

Priestewitz und Enso sagen ja zueinander

Priestewitz und Enso sagen ja zueinander

Schnelles Internet soll nicht mehr lange auf sich warten lassen: Im Frühjahr 2021 sollen bereits die Bagger rollen.

Elf Millionen Euro für Priestewitz

Elf Millionen Euro für Priestewitz

Was für ein Paukenschlag: Der Bund fördert den Breitbandausbau in der Gemeinde und macht damit über 1.300 Haushalten Hoffnung auf schnelleres Internet.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert den Priestewitzer Breitbandausbau mit insgesamt 11,7 Millionen Euro. Die Summe entspricht 60 Prozent des Gesamtfördervolumens von 19,6 Mio. Euro. Die Co-Finanzierung der Ausbaumaßnahme übernimmt der Freistaat Sachsen. Für die Bürger ist die Verlegung der Glasfaserkabel bis zum Wohngebäude kostenlos. Die Grundstücksbesitzer werden zunächst angeschrieben und können die Errichtung des Breitbandanschlusses schriftlich beantragen. Vier bis fünf Monate vor der Zuschaltung werden die Bürger von der Sachsenenergie AG informiert. So bleibt genügend Zeit, einen Produktvertrag abzuschließen und alle Wechselprozesse in die Wege zu leiten. Für Fragen zu Produkten können sich die Priestewitzer an die Hotline wenden. Online finden Interessenten Informationen auf der Seite der Enso oder auf der Homepage der Gemeinde.

kostenfreie Telefon-Hotline: 0800 5075100, www.enso.de/glasfaseranschluss

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain