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Schönfeld baut an

Östlich vom Ort sollen ein Eigenheimgebiet und ein neues Pflegeheimgebäude errichtet werden – die Bebauungspläne liegen zurzeit in der Verwaltung aus.

Hier sollen Eigenheime und ein Pflegeheimtrakt entstehen: Blick vom Schönfelder Ortsrand auf die beiden Planungsgebiete.
Hier sollen Eigenheime und ein Pflegeheimtrakt entstehen: Blick vom Schönfelder Ortsrand auf die beiden Planungsgebiete. © Klaus-Dieter Brühl

Schönfeld. Die Gemeinde wird als Wohnstandort am Rande des Dresdner Speckgürtels immer attraktiver. Fünf Minuten bis zur Thiendorfer Autobahnauffahrt, dann noch einmal eine Viertelstunde auf der A 13, und schon ist man im Norden der Landeshauptstadt. Das schlägt sich auch in den Anfragen bei der Gemeinde wegen bezahlbarer Baugrundstücke nieder. Und die sind mittlerweile knapp. 

Deshalb hat die Kommune einen Bebauungsplan für eine kleine Eigenheimsiedlung am Ortsrand aufgestellt. Sie liegt unmittelbar neben dem bereits bestehenden Wohngebiet „Am Hang“ und soll in zwei Stufen erschlossen werden. Zunächst sind zwölf Parzellen mit einer Grundstücksgröße von etwa 750 Quadratmetern Fläche geplant.

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Nach Abschluss der Bebauung könnte das Gebiet im Norden um acht weitere Parzellen erweitert werden. Die Flächen nahe dem Schönfelder Schäferteich wurden vom Berliner Investor Heinz Schumann erworben. Die Erschließung will der Berliner aber nicht selbst in die Hand nehmen, sondern von einem externen Anbieter vornehmen lassen.

Schumanns eigentliches Tätigkeitsfeld ist die Pflegebranche – der 69-jährige Unternehmer betreibt mit seiner "Alten- und Pflegeheime in Zerbst GmbH & Co Betriebs OHG" mehrere Pflegeeinrichtungen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. 

Komfortable Häuser in guter Lage, wo die Senioren am Leben der Gemeinde teilhaben können. Wie das 2004 in Betrieb gegangene „Haus Sonne“ am Schönfelder Schlosspark mit seinen 60 Einzelzimmern. Schumann will in dessen Nachbarschaft nun ein zweites Gebäude errichten – diesmal mit Plätzen für 100 Pflegebedürftige. 

Das dreigeschossige Seniorenheim wird eine Gebäudegrundfläche von 2.400 Quadratmetern haben und mit einem geneigten Dach versehen, das sich gut in die Umgebung einfügt. Die Zimmer liegen in Richtung Osten und Westen, um das Sonnenlicht optimal auszunutzen.

 Im Verbindungsteil befinden sich die Gemeinschaftsbereiche. Nebenan wird ein Gebäude für die Küche und die Technikausstattung stehen, das über einen Tunnel mit dem Heim verbunden ist. Um genügend Parkmöglichen für die Besucher zu bekommen, soll der Parkplatz am bereits bestehenden Haus erweitert werden.

Er betrachte den Dienst an Menschen im Alter als seine Lebensaufgabe, erklärte Heinz Schumann bei der Vorstellung seines Pflegeheim-Projekts im Schönfelder Gemeinderat. Allerdings sei der Fachkräftemangel im Pflegebereich im Moment katastrophal. Schumann hat deshalb ein eigenes Ausbildungsprojekt auf die Beine gestellt. Er ermöglicht Pflegefachkräften aus dem europäischen Ausland, ihre Qualifikation den deutschen Standards anzupassen. 

Dazu gehören beispielsweise die Vorbereitung auf die obligatorische Sprach- und Fachkenntnisprüfung. Mittlerweile habe er über hundert Leute in diesen Vorbereitungskursen, vor allem aus Südeuropa und den Balkanländern. Dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren rasant steigen wird, ist kein Geheimnis. Nach einer Prognose des statistischen Landesamtes bis 2030 um fast 20 Prozent. Die Zahl der benötigten Pflegeheimplätze sogar um ein Drittel.

Schönfelds Gemeinderat hatte bereits im vergangenen Jahr grünes Licht für das Eigenheimgebiet und den Pflegeheimbau gegeben. Beide bringen der Kommune Einwohnerzuwachs und damit eine bessere finanzielle Ausstattung. Die sogenannte Schlüsselzuweisung – eine Steuerrückführung vom Freistaat, wird nach der Einwohnerzahl bemessen und bildet für ländliche Gemeinden die wichtigste Einnahmequelle. 

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Das Gebäude mit einer Kapazität von 100 Einzelzimmern soll auf dem Grundstück neben der bereits bestehenden Alten- und Pflegeeinrichtung stehen.

Bis zur Umsetzung der beiden Projekte müssen aber noch jede Menge technische und genehmigungsrechtliche Fragen geklärt werden. So etwa die Zufahrt zum neuen Pflegeheimbau. Bauamtsleiterin Catrin Niemz rechnet damit, dass das Genehmigungsverfahren für das Wohngebiet einfacher und schneller durchläuft als das für die Pflegeeinrichtung. Schon beim „Haus Sonne“ musste Investor Schumann einen regelrechten bürokratischen Marathon absolvieren.

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