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Schönfelder Baustellen-Marathon

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt dauert fünf Monate länger als geplant – Ende Oktober soll es nun geschafft sein.

Die Arbeiten am dritten Bauabschnitt der Schönfelder Ortsdurchfahrt werden wegen Instabilitäten im Untergrund noch bis Ende Oktober andauern.
Die Arbeiten am dritten Bauabschnitt der Schönfelder Ortsdurchfahrt werden wegen Instabilitäten im Untergrund noch bis Ende Oktober andauern. © Manfred Müller

Schönfeld. Was als lockeres 1.500-Meter-Rennen geplant war, ist ein anstrengender Marathonlauf geworden. Das Bauende für die B-98-Ortsdurchfahrt in Schönfeld und die damit verbundene Vollsperrung ist zum zweiten Mal nach hinten verschoben worden. 

Die Sanierung hatte Anfang April begonnen. Da sie anfangs als reine Decklagenerneuerung geplant war, veranschlagte das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) eine Bauzeit von sieben Wochen. Das erwies sich schon bald als Makulatur. Im Mai wurden noch einmal vier Monate draufgepackt und im September nun ein weiterer. Das erfolgte vor allem auf Drängen der Gemeinde, und die hat drei gute Gründe dafür. „Gleich zum Baubeginn gab es ein Problem mit der Regenwasser-Ableitung“, erklärt Schönfelds Bürgermeister Hans-Joachim Weigel. 

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Das Straßenbauamt veranlasste daraufhin eine Kanalbefahrung. Die brachte ans Licht, dass ungefähr 300 Meter der Ableitungsrohre total marode waren und dringend ausgewechselt werden mussten. „Kein Mensch hätte verstanden, wenn wir später die neue Asphaltdecke aufgerissen hätten, um das zu reparieren“, sagt Weigel. Die Regenwasser-Ableitung ist Sache der Gemeinde, die deshalb mit dem Lasuv einen Vertrag über die Mitfinanzierung abschloss. Und das war noch nicht alles.

Im März vergab Schönfeld den Auftrag für den Breitbandausbau an die Enso. Die wollte ihre Glasfaserkabel zwar erst ab 2021 verlegen. Aber weil die Ortsdurchfahrt einmal aufgerissen wurde, sprang der Energieversorger gleich mit auf den Zug auf. Da das Unternehmen die Schönfelder überdies ans Gasnetz anschließen will, nahm der Tiefbau wesentlich größere Dimensionen an. Und natürlich braucht ein Projekt in dieser Größenordnung seine Zeit. Hinzu kamen die beim Straßenbau üblichen Unwägbarkeiten und Komplikationen. Da mussten Regeneinläufe von Grundstücken in Ordnung gebracht und die Dorfbach-Querung erneuert werden.  Auch die Wasserversorgung Riesa-Großenhain meldete sich und wollte einen Leitungsabschnitt erneuern.

Belastung durch Schleichverkehr

Die Sanierung der 1,8 Kilometer langen Ortsdurchfahrt erfolgte in drei Bauabschnitten: von der Firma Grafe-Beton bis zur Straße der MTS, von der Straße der MTS bis zur Liegaer Straße und von der Liegaer bis zum Ortsausgang in Richtung Thiendorf. Bei Letzterem stellten die Straßenbauer Instabilität im Untergrund fest. Die Trasse muss deshalb ausgekoffert und neu aufgebaut werden. Das ist die Hauptursache für die erneute Verzögerung. Dennoch sind die Schönfelder mit dem Bauablauf nicht unzufrieden. „So unkompliziert, wie hier die Rohre reingekommen sind – das hatten wir noch nie“, sagt Bauamtsleiterin Catrin Niemz.

Die Koordinierung aller beteiligten Firmen sei erstaunlich reibungsarm verlaufen. Der Kostenanteil der Gemeinde wird sich auf etwa 200.000 Euro belaufen. Dafür seien bereits Fördermittel beantragt, so Niemz. Die Anrainer der B-98-Ortsdurchfahrt müssen nun zwar den Lärm der Baumaschinen länger ertragen, aber viel schlimmer als beim sonst durchfahrenden Schwerlastverkehr fällt die Belastung auch nicht aus. Genervt waren eher die Anrainer der Schulstraße und die Bewohner des Weinbergsweges, wo in den ersten Monaten der Schleichverkehr durchfloss. Den bekamen die Behörden durch verstärkte Absperrungen und Kontrollen einigermaßen in den Griff.

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„Klar läuft so etwas nicht ohne Einschränkungen für die Leute ab“, sagt Bürgermeister Weigel. „Aber ich will mir später nicht vorwerfen lassen, den Einbau der Medienleitungen verschlafen zu haben.“ Eine rundum erneuerte Ortsdurchfahrt ist für die Kommune auch deshalb wichtig, weil der Bau der Südumfahrung auf der Agenda steht. Dann wird die Straße innerorts ins Gemeindeeigentum übergehen – einschließlich aller in Zukunft anfallenden Kosten.

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