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Schönfelder Schulsportplatz gesperrt

Auch im Schulgebäude herrschen Mängel und akuter Platzbedarf. Die Gemeinderäte reagieren betroffen und bringen einen Planungsbeschluss auf den Weg.

Die Weitsprunggrube auf dem Sportplatz Schönfeld ist in einem erbärmlichen Zustand - nicht nur sie.
Die Weitsprunggrube auf dem Sportplatz Schönfeld ist in einem erbärmlichen Zustand - nicht nur sie. © Kristin Richter

Schönfeld. Ursprünglich wollte die Gemeinde den Schulsportplatz an die Oberschule verlegen und neu bauen. Ursprünglich wollte Schönfeld auch einen mehrgeschossigen Anbau ans vorhandene Schulhaus im nächsten Jahr realisieren. Doch alles scheitert bis jetzt am Geld, so scheint es. Die Schulleitung und auch die Elternvertreter sehen das nicht mehr ein. Und haben sich auf den Weg in die Gemeinderatssitzung am Montag gemacht. Was sie dort den Räten unterbreiteten, sorgte für ziemlich lange Gesichter.

Der Sportplatz musste im Mai durch die Schulleitung sogar gesperrt werden. Und das in einer Jahreszeit, wo Schulsport eigentlich nicht mehr in der Halle stattfinden muss. Doch die Mängel des Geländes waren zu groß: Keine ebenflächige Laufbahn, eine verschlissene Weitsprunggrube, Tore ohne Netze und ein Sanitärgebäude, das unwürdig und absolut sanierungsbedürftig ist, so Sportlehrer Enrico Zeiske. Es gäbe weder warmes Wasser, noch sind die Mädchentoiletten, die erst 2020 gebaut wurden, abgetrennt.

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Der Sanierungsstau im Haus ist laut Schulleiterin Ines Scholz ebenfalls erheblich. Zwar betonen sie und ihre Stellvertreterin Stefanie Zinke, dass die Gemeinde sich immer um die Schule bemüht hat. Doch jetzt werde ein neues Schulprogramm erstellt, für dessen Umsetzung dringend mehr Platz gebraucht wird. Geplant war mal, im jetzigen Öllager zwei neue Fachkabinette und vier weitere Klassenzimmer einzurichten. Diese Erweiterung sollte mindestens anderthalb Millionen Euro kosten. Doch weil es keine Fördermittel für die mit einbezogene Ganztagsbetreuung gab, wurde die Erweiterung auf 2024 verschoben - zunächst musste die Kommune Überbrückungskredite für den Breitbandausbau stemmen.

Heutzutage dürfen Sportplätze nicht mehr so aussehen.
Heutzutage dürfen Sportplätze nicht mehr so aussehen. © Kristin Richter

Auch Elternratsvorsitzende Romy Pappritz und ihre Stellvertreterin Kristin Adam wurden von den Eltern gebeten, aktiv zu werden und den Platzmangel anzusprechen. Bis 2028 hat die Schule stabile Schülerzahlen. Viel Unterricht findet heute schon in Gruppen statt. Da werden mehr Räume gebraucht als Klassenzimmer. Selbst die Vorbereitungsräume sind definitiv zu klein, heißt es. Lehrer Christian Richter, Sicherheitsbeauftragter der Oberschule, stellt den Vergleich zur Schulbauleitlinie/Dresdner Modell von 2016 her: Statt zwölf hat Schönfeld nur neun Klassenräume, die zudem zu klein sind. Statt elf gibt es nur neun Fachkabinette. Es fehlen fünf Vorbereitungsräume! Es gibt keinen Kopierraum, und der Serverraum hat keine Klimaanlage. Ganz zu schweigen von einem extra Speiseraum.

Von der Schulleitung erfordern die Bedingungen einen riesigen technischen Aufwand, so Schulleiterin Scholz. Und bei der fehlenden Einzäunung des Schulgeländes geht es gar um Sicherheitsfragen. In der Turnhalle regnet es rein - es hat sich schon Schimmel gebildet. Die Schulsozialarbeit braucht für den Schulclub einen größeren Raum. In der Lehrküche muss dringend ein zweiter Rettungsweg eingerichtet werden. "Dabei wollen wir nur unsere Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der heutigen Zeit vorbereiten", macht Ines Scholz klar.

Der Sportplatz aus der Luft gesehen.
Der Sportplatz aus der Luft gesehen. © SZ

Die Oberschule möchte mit einem Schulanbau und mit der Investition in den Sportplatz die Mindestanforderungen des Schulbetriebs sicherstellen. Das verstehen auch die Gemeinderäte, die die Planungsleistungen für den Sportplatz schon mal in Auftrag gegeben haben. Obwohl Gemeinderat Siegmar Dörschel den Beschluss aufschieben wollte, weil die Finanzierung von Platz und Anbau zusammen mindestens drei Millionen Euro ausmacht, und das könne sich laut Dörschel die Gemeinde nicht leisten.

Mit acht Ja-, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen wurde der Sportplatz-Auftrag an das Planungsbüro Fugmann in Dresden vergeben. Schulleitung und Elternvertreter hoffen, dass mit der Planung schnell Zahlen für einen Fördermittelantrag auf den Tisch kommen. Ines Scholz und ihre Mannschaft wollen enger einbezogen werden in die bautechnischen Vorbereitungen. Damit eine nächste Sicherheitsbegehung nicht mehr so krasse Mängel zutage bringt.

So dürfen heutige Sportplatz-Sanitäranlagen nicht mehr aussehen, findet die Schule.
So dürfen heutige Sportplatz-Sanitäranlagen nicht mehr aussehen, findet die Schule. © Schule Schönfeld

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Allerdings ist auch im Schulgebäude schon einiges auf den Weg gebracht. Der Serverraum erhält rasch seine Kühlung, und ein schneller Internetzugang für externe Geräte sei auf gutem Weg, so der stellvertretende Bürgermeister Bauer. Für eine mögliche Verlegung des Sportplatzes an die Oberschule sei man mit der Kirche in Verhandlung, der das Land gehört. Im Hauptausschuss wurde ein dritter Gemeindearbeiter beschlossen, der neben den kommunalen Friedhöfen vor allem die Schule als Hausmeister unterstützen soll. Das bringe 30 Prozent mehr Leistung.

Schulleiterin Ines Scholz und ihre Kolleginnen drängen auf rasche Investitionen in die Oberschule und den Sportplatz.
Schulleiterin Ines Scholz und ihre Kolleginnen drängen auf rasche Investitionen in die Oberschule und den Sportplatz. © Kristin Richter

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